Wilde Freunde – Die Heckrinder in Auerbach

Eine Gruppe von Heckrindern ruht in einer Hütte im Naturschutzgebiet "Grubenfelder Leonie" bei Auerbach, umgeben von einer grünen Wiese.
Die Heckrinder im Schatten

Selbst den Auerochsen ist es heute zu heiß…

Sie chillen in ihrer Hütte im Naturschutzgebiet „Grubenfelder Leonie“ bei Auerbach. Es sind genau genommen „Heckrinder“ (Auerochsen sind längst ausgestorben), nämlich von den Gebrüdern Heck in den 1920er Jahren nachgezüchtete Ur-Rinder. Die beiden Zoologen Heck versuchten, die in Höhlenmalereien abgebildeten Rinder nachzuzüchten und kreuzten dafür ungarisches Steppenrind mit korsischem Rind.

Inzwischen hat man erkannt, dass der ausgestorbene Auerochse wahrscheinlich größer war und viel längere Hörner hatte. Im Rahmen des Tauros-Programms wird das – etwas zierliche -Heckrind nun mit weiteren Rassen gekreuzt, insbesondere auch mit dem Watussi-Rind, das stärkere Hörner aufweist.

Im Nationalpark in Ungarn konnte ich viel über diese Nachzüchtungen erfahren: Auerochsen-Nachzucht im Nationalpark Hortobagy

Ausflug nach Klattau/ Klatovy in Westböhmen

Blick auf die Stadt Klatovy mit dem markanten Turm und der Kirche, umgeben von Wolken und blauen Himmel.
Sicht auf Klattau vom Friedhof aus

Die Stadt wurde im 13. Jahrhundert gegründet und hatte von Anfang an eine besondere Bedeutung, weil sie auf dem wichtigen Handelsweg Bayern-Böhmen lag und gleich zur „Königsstadt“ erhoben wurde, was ihr viele Privilegien brachte. Im 15. Jahrhundert wurde die Stadt Sitz der Hussiten (Anhänger von Jan Hus), die von den meisten böhmischen Adeligen unterstützt wurden und für eine hierarchiefreie Kirche kämpften. In dieser Zeit kamen auch viele italienische Architekten nach Klatovy, die die Renaissance-Bauten (bsw. das Rathaus) erschufen.

Mein Lieblingshaus in Klattau: Das renaissance Sgraffitto-Haus: ein einstöckiges, möglicherweise gotisches Eckbürgerhaus mit einer mit Renaissance-Sgraffito bedeckten Fassade.

Eine Straße in Klatovy mit einem Renaissance-Sgraffitto-Haus und einem Kirchturm im Hintergrund.
Die ersten urkundlichen Erwähnungen des Hauses stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert.

„Die ersten urkundlichen Erwähnungen des Hauses stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Um 1580 wurde es von Jan Vlach gekauft, dem die Autorschaft der Sgraffito zugeschrieben wird. Seitdem wird das Haus manchmal „Vlachs Haus“ genannt. Jan Vlach war wahrscheinlich italienischer Abstammung, denn zu dieser Zeit, als Klatovy seine größte wirtschaftliche Entwicklung erlebte, arbeiteten hier viele italienische Handwerker (hauptsächlich Bauunternehmer). Auch der Erbauer des Schwarzen Turms, des Rathauses und der Restaurator der Dekanatskirche, Meister Antonín (Antonius de Sala), stammte aus Norditalien.“ Quelle: 2023 Krameriova 70, 3390 01 Klatovy

Die Fassade eines historischen Gebäudes im Jugendstil von 1905, mit einem auffälligen Schriftzug 'Okresní dům', umgeben von grünen Ästen und klarem Himmel.
Landesmuseum Klattau

Das Dr.-Karel-Hostaš-Volkskundemuseum – ist in einem wunderschönen Jugendstilbau von 1905–1907 außerhalb der ehemaligen Stadtmauern untergebracht. Es dokumentiert die einzelnen Epochen der Stadtgeschichte von Klatovy. Die Ausstellungen sind vielseitig und sehr interessant.

Historische Waffen und Werkzeugexponate aus der Hussitenzeit in einem Museum, darunter Speere, eine Streitaxt und andere Werkzeuge, ausgestellt auf einem dunklen Hintergrund mit einer erklärenden Tafel.
Waffen der Hussiten im Museum Klattau
Eine Wachsfigur von Agnes Kunhuta Przichowska, gekleidet in einem schwarzen Kleid, steht neben einem Dokument und einem Wappen in einem Museum.
Rekonstruktion einer Mumie in den Katakomben. Sie hieß Agnes Kunhuta

Agnes Kunhuta Przichowska von Przichowitz, 1678 gestorben. Sie war 66 Jahre alt und starb vermutlich an Tuberkulose.

„Im 17. und 18. Jahrhundert wurden in diesen Krypten etwa 200 Menschen begraben. Die Leichname wurden durch das Mikroklima hier auf natürliche Weise mumifiziert. Menschen haben nicht in diesen Prozess eingegriffen, wie etwa bei der Konservierung der Mumien in Ägypten. Man könnte sagen, dass die Leichname ausgetrocknet sind.“ Quelle: Radio Prague International.

Hier noch im Video:

Wilde Weiden

Drei Rinder auf einer Weide im Nationalpark Šumava, umgeben von Bäumen und üppigem Gras.
Spielende Kälber

Im Nationalpark Šumava (tschechisch Národní park Šumava) und im angrenzenden Landschaftsschutzgebiet Šumava, grasen große Rinderherden auf „wilden Weiden“. Das sind weitläufige Weiden, die auch kleine Waldgebiete einschließen. Die Kühe halten hier die Landschaft offen und sorgen für Artenvielfalt. Diese Weiden sind im Sommer beinahe von Blumen übersät. Es ist ein friedlicher und wunderschöner Anblick, den spielenden Kälbern zuzusehen und die Herden vorbeiziehen zu sehen.

Eine Herde von Rindern grast auf einer weitläufigen, blühenden Wiese im Nationalpark Šumava, umgeben von Bäumen und einer friedlichen Landschaft.
Troupeau de vaches dans le Parc National Sumava en république tchèque
Drei Rinder grasen auf einer weitläufigen Wiese im Nationalpark Šumava, umgeben von Bäumen und grüner Vegetation.
Velké stádo skotu v Národním parku Šumava.

Hier im Video:

Frei – Libre

Ein Vogel sitzt auf einem Wegweiser im Nationalpark Bayerischer Wald und hält ein Insekt im Schnabel.
Grauschnäpper im Nationalpark Bayerischer Wald – Moucherolle gris dans le Parc National

Wir verbringen einige Tage im Nationalpark Bayerischer Wald. Gestern sind wir zur „Urwaldtanne“ gegangen. Diese Weißtanne steht im Hans-Watzlik-Hain bei Bayerisch Eisenstein und gilt als Deutschlands höchster und dickster Baum ihrer Art. Ihr Alter wird auf  500-700 Jahre geschätzt. Die Große Waldhaustanne wurde als einer der 100 bedeutendsten Bäume Deutschlands ausgezeichnet und als Nationalerbe-Baum gewürdigt.

Es war beeindruckend, unter ihr zu stehen und ihren Gipfel in schwindelerregender Höhe zu sehen. Die Spitze der Tanne scheint rostrot und ist wohl in Teilen abgestorben; das wurde bereits 2023 dokumentiert. Ein Baumriese, der ganz langsam und in Würde absterben darf, ohne dass die Axt ihn verletzt.

Eine Person steht an einem großen Baumstamm in einem Wald, umgeben von grünen Bäumen und einer Holzplattform.
An ihrem Stamm fühlt man sich geborgen
Information board about the Urwaldtanne, a significant European silver fir tree located in the Bavarian Forest National Park, detailing its national heritage status and importance.
Nationalerbe-Baum

Heute Morgen gab es hier in Zwieslerwaldhaus ein grandioses Konzert von Mönchsgrasmücke, Zilpzalp und Rotschwanz. Kühle Waldluft steigt duftend auf. Ich freue mich auf die heutige Wanderung im tschechischen Teil des Nationalparks.

Ein traditionelles Landhaus inmitten von Bäumen und Wiese im Nationalpark Bayerischer Wald.
Altes Zollhaus
Im Nationalpark Bayerischer Wald

FR:

Nous passons quelques jours dans le parc national de la Forêt Bavaroise. Hier, nous sommes allés voir le « sapin primitif ». Ce sapin blanc se trouve dans la hêtraie Hans-Watzlik près de Bayerisch Eisenstein et est considéré comme le plus haut et le plus gros arbre de son espèce en Allemagne. Son âge est estimé entre 500 et 700 ans. Le Grand sapin de Waldhaus a été désigné comme l’un des 100 arbres les plus remarquables d’Allemagne et reconnu comme arbre du patrimoine national.

C’était impressionnant de se tenir sous lui et d’apercevoir sa cime à une hauteur vertigineuse. La pointe du sapin semble rougeâtre et partiellement morte ; cela avait déjà été documenté en 2023. Un géant végétal qui peut mourir lentement et dignement, sans que la hache ne l’atteigne.

Ce matin, ici à Zwieslerwaldhaus, nous avons eu droit à un magnifique concert de fauvette des jardins, pouillot véloce et rougequeue. L’air frais de la forêt s’élève, empli de parfums. J’ai hâte à la randonnée d’aujourd’hui dans la partie tchèque du parc national.


Spaziergang im Grünen

Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) Libellule

Es ist heiß. Jetzt sind Spaziergänge im und am Wald besonders schön. Hier einige Eindrücke des Rottals im Juni – begleitet von hübschen Kälbern und Blauflügel-Prachtlibellen (Calopteryx virgo). Am Wegesrand blüht im Wald die Pflanze mit dem wunderschönen Namen „Wald-Wachtelweizen“.

„Ich gehe mal schnell in den Schatten!“
Kühle Waldluft in der Lugenz
Sankt Wolfgang – Weng – Bad Griesbach
Es summt in den Lindenblüten…