Wandern in kristallklarer Stille

A serene landscape in the Bavarian Forest National Park, featuring a mix of tall, leafless trees and vibrant greenery, with a fallen log in the foreground and a decaying tree stump to the side.
Eine Natur, die zum Träumen einlädt

In the Bavarian Forest National Park

Nach drei Tagen im Nationalpark Bayerischer Wald fühle ich mich wie reingewaschen. Die Luft ist jetzt im Frühherbst glasklar, rein wie Quellwasser, und beim Wandern hatte ich manchmal das Gefühl, mich durch klares Wasser zu bewegen. Mitten im Wald war es so still, dass ich auch dort „Wasser-Assoziationen“ hatte – als wäre ich am Grund eines Ozeans. Immer wieder holte mich der Schrei eines Eichelhähers oder das plötzliche Rauschen des Windes aus den meditativen Gedanken, die beim Gehen ganz von selbst kommen.

Mal bin ich allein gelaufen, mal mit Berndt. Durch die Wälder beim Falkenstein, über die Bayerisch-Böhmische Grenze, vorbei an alten Baumskeletten und rauschenden Bächen. Die vielen Flechten, Moose, Farne und Pilze lenken den Blick ständig auf spannende Details. Besonders mag ich die Trompetenflechte mit ihren kleinen, mehligen Bechern. Sprudelndes, wildes Wasser umspült glänzende Steine; das Blau des letzten Vergissmeinnichts blitzt hier und da auf; nackte Stämme glänzen mal ledern, mal silbern. Ich bin so dankbar, dass es diese Oase gibt, in der Pflanzen in Ruhe wachsen und vergehen dürfen.

Zum Schluss waren wir noch im Haus zur Wildnis im Nationalparkzentrum Falkenstein bei Ludwigsthal – darüber möchte ich in einem meiner nächsten Beiträge berichten. Auch die Auerochsen im angrenzenden Tier-Freigelände konnten wir sehen. Insgesamt waren diese drei Tage wie ein Eintauchen in stille Natur. Jetzt im Frühherbst besonders reizvoll, finde ich. Anbei einige Foto-Impressionen.

Eine Person steht am Ufer eines klaren Teiches im Nationalpark Bayerischer Wald, umgeben von üppigem Grün und Bäumen. Die Person winkt und trägt eine Jacke sowie einen Rucksack.
Wandern im Frühherbst in herrlicher Natur

FR: Après trois jours passés dans le parc national de la Forêt bavaroise, je me sens comme purifiée. L’air, en ce début d’automne, est d’une limpidité cristalline, pur comme l’eau de source, et en marchant, j’avais parfois l’impression de me déplacer dans une eau claire. Au cœur de la forêt, le silence était tel que j’avais là aussi des « associations aquatiques » – comme si j’étais au fond d’un océan. De temps en temps, le cri d’un geai ou le bruissement soudain du vent me ramenait des pensées méditatives qui viennent d’elles-mêmes en marchant.

Im Video:

Naturbeobachtung an der Rott im August

Bad Birnbacher Kulturspatz – Naturbeobachtung

Schon ist der August da! Und mit ihm unsere Naturbeobachtungen im Bad Birnbacher Kulturspatz!

Unsere Natur im August
Hochsommerlicht und blühende Stauden


Vielfalt der Farben
Im August erstrahlt die Natur in ihrem vollen Glanz, mit einer beeindruckenden Palette von Farben, die in den blühenden Stauden und sattem Grün der Landschaft zu finden sind.
Der August lässt nun die Früchte des Rottals reifen und malt schöne Sommerlandschaften. Die lichtdurchflutete Hochsommer-Stimmung an der Rott lässt alle Farben aufglühen, während die Früchte an den Bäumen reifen.


Blühende Vielfalt und Farben am Wegesrand

In den Rottauen und auf den Wanderwegen rund um Bad Birnbach sind jetzt spätblühende Stauden wie Königskerze, Rainfarn und Odermennig zu sehen. Sie setzen gelbe Akzente in die Landschaft, während der Blutweiderich mit kräftigem Purpur auffällt.

Gebirgsstelze (Motacilla cinerea)


Reife Früchte und Streuobstwiesen
Die Mirabellen und Brombeeren sind reif, Heidelbeeren sind in den Wäldern zu finden. Auch die Streuobstwiesen im Kurgebiet präsentieren sich in Bestform: Äpfel und Zwetschgen hängen bunt an den Bäumen. Diese Wiesen sind nicht nur landschaftlich attraktiv, sondern zählen zu den artenreichsten Biotopen: Sie sind Oasen für Wild- und Honigbienen und viele Insektenarten und bieten vielen Vogelarten Brutlebensräume; durch angrenzende Hecken huschen Rehe und rascheln Igel.


Unsere Vogelwelt
Die Vogelwelt zeigt sich im August in Übergangsstimmung. Turmfalken „rütteln“ über Wiesen auf der Suche nach Mäusen, während Mäusebussarde gleitend ihre Kreise ziehen. Stieglitze fressen die Sämereien der Disteln, Ringeltauben sammeln Körner auf Stoppelfeldern. In den Rottauen sind mit etwas Glück auch Waldwasserläufer oder Gebirgsstelzen zu beobachten. Der Pirol und die Mauersegler sind bereits auf dem Weg in ihre südlichen Winterquartiere. Wer sich an der Rott Zeit lässt, kann auch den Eisvogel glitzernd über das Wasser ziehen sehen. Mit etwas Glück erspähen wir auch den seltenen Seidenreiher.


Schmetterlinge und Libellen
Noch zeigen sich viele Schmetterlinge auf den Wiesen an der Rott. Welch wunderschönes Schauspiel! Bläulinge naschen an den Blüten und die zweite Faltergeneration ist nun unterwegs – darunter Admirale, und das Landkärtchen. Auch in der Lugenz, insbesondere am Waldrand können wir Falter tanzen sehen, insbesondere das farbige Tagpfauenauge.
Libellen sind Hochsommertiere – und spätestens jetzt im August sind auch die letzten ihrer Art geschlüpft. Es ist immer spannend, sie zu beobachten.

Graureiher und Seidenreiher nebeneinander
Wir zwei in den Rottauen

Ein Opernsänger: Der Sumpfrohrsänger

Ein Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) sitzt auf einem Ast und singt laut, mit grünem unscharfem Hintergrund.
Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris)

ENDLICH hab ich ihn erwischt, den Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris)! Jetzt im Mai hört man ihn immer an der Rott seine unendlichen und lauten Arien schmettern. Aber vor die Linse bekam ich ihn nie. Heute war ein Glückstag: Er saß direkt vor mir am Ufer der Rott und sang aus Leibeskräften!

Ein Sumpfrohrsänger sitzt auf einem dünnen Zweig und singt. Im Hintergrund ist unscharfes, grünes Gras zu sehen.
Rousserolle verderolle
Ein Sumpfrohrsänger sitzt auf einem dünnen Zweig und schaut zur Kamera, während im Hintergrund eine grüne, verschwommene Landschaft zu sehen ist.
Kurze Pause…

Teufelskralle und Bergmolch im Ilztal

Zwei Personen stehen auf einem schmalen Waldweg, umgeben von üppigem, grünem Laub und sanftem Licht im Wald.
In 1000 Grüntönen geborgen: Freundinnen

Fast zu schön, um wahr zu sein: Das Ilztal im Zauberlicht!

Unterwegs waren wir mal wieder mit unserer Freundin Birgit. Es war magisch schön, in tausend Grüntönen zu baden und so viele blühende Pflanzen am Wegesrand zu entdecken. Am Waldrand Kuckucks-lichtnelke und Storchenschnabel, an den Waldwegen die Teufelskralle. Wo wir auch hinschauten, überall nur Wunder. Das Highlight: Ein Bergmolch in einer Pfütze. Schön war auch die Ilz, die hier und da im gleißenden Licht beinahe gelbliche Farben annahm.

Grüne Farne im Sonnenlicht, die eine leuchtende Struktur und Textur zeigen.
Illuminierte Farne wie grüne Kerzen im Schatten
Ein Bergmolch schwimmt in einer Pfütze mit goldenem Licht und sandigem Grund.
Bergmolch (Ichthyosaura alpestris)
Reflexion von grünen Blättern und einem Baumstamm im klaren Wasser eines stillen Gewässers.
Romantisch schön
Nahaufnahme einer lila Blüte mit langen, geschwungenen Blütenblättern, umgeben von grünem Gras.
Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum)
Eine alte Scheune mit großen Rädern und Mühlsteinen vor der Fassade. Die Wände sind aus Stein und Putz, mit Fenstern und einer Holztür, umgeben von grünem Gras.
Schrottenbaummühle am Ilzwanderweg

Ibmer Moor-Symphonie

Ein Kiebitz steht auf einer grünen Wiese mit vereinzelten Blumen und Bodenstücken.
Ein Kiebitz (Vanellus vanellus) im Ibmer Moor

Jede Landschaft hat ihre eigene Naturmusik – Wälder, Hügel, Wiesen.

Die triumphierende Fanfare des Fasans, das melancholische Trillern der großen Brachvögel, geblasen auf Schilfflöten, und die weinerliche Stimme des Kiebitzes; im Hintergrund erklingt das Geklopfe des Buntspechts, untermalt vom rhythmischen Ruf des Kuckucks und dem tiefen, geheimnisvollen Wummern der Bekassine – das ist die Ibmer Moorsymphonie!

Schön, dass dies einer der wenigen Orte ist, an dem nicht das Rauschen der Autos die erste Geige spielt.

Landschaft im Ibmer Moor mit Bäumen und braunem Gras, die eine natürliche Moorumgebung darstellen.
Naturlehrpfad Pfeiferanger Ibmer Moor
Infotafel über das Europaschutzgebiet Ibmer Moor mit Bildern von einem Brachvogel, einer Motte und einem Panorama des Moors.
Wiesenbrüter im Europaschutzgebiet Ibmer Moor Pfeiferanger
Eine Person steht auf einem Holzsteg im Moor und beobachtet die Landschaft mit grünen Wiesen und einer Gruppe von Kühen im Hintergrund.
Im Frühjahr besonders spannend: das Ibmer Moor

Auf dem Weg ins Moor haben wir eine wunderschöne Gegend entdeckt, in der die Kiebitze auf der Straße spazieren gehen. Mit wahnsinnig schönen Höfen und einer romantischen Kapelle hinter einer dicken Linde.

Ein Kiebitz steht auf einer Straße in einer ländlichen Umgebung mit Wiesen und Häusern im Hintergrund.
Kiebitz auf der Straße
Eine kleine Kapelle, umgeben von einem alten Baum mit dickem Stamm und frischem grünem Laub, in einer ländlichen Umgebung mit einer belebten Straße.
Diese Winterlinde wurde 1910 neben der Seisingerkapelle gepflanzt.

Das Ibmer Moor liegt unweit von Braunau am Inn und ist mit rund 2000 Hektar die größte zusammenhängende Moorlandschaft Österreichs. Im Video zu sehen sind Kiebitze, ein Fasan und…vor einer Gruppe von Graugänsen ein Brachvogel-Küken.

Das Wummern der Bekassine hört man im Frühling im Moor