Kalt und schön

 

Romantic walk around a lake in our surroundings.

Spaziergang gestern am Rottauensee: Enten und Gänsesäger bewegten sich elegant wie in einer Choreographie. Elstern und Graureiher saßen dekorativ im Astgewirr, kleine Eiszapfen hingen an den Bäumen wie glitzernde Diamanten. Später legte sich warmes Nachmittagslicht über die kalte Landschaft. Romantisch…

Couleurs d´automne

1-Haubentaucher_Rottauensee_Nadia_baumgart

Afternoon walk along a nearby lake. We admired the autumnal colours and met two nice Irisch Wolfhoundes…

Nachmittagsspaziergang am Rottauensee. Herbstfarben und tiefblauer Himmel. Gesehen: Haubentaucher, einige Reiher, Grünspechte, Lachmöwen…und 2 freundlich dreinschauende Irische Wolfshunde.

2-Irische_Wolfshunde_nadia_Baumgart

Irish Wolfhounds

3_Rottauen_Postmünster_Nadia_baumgart

 

Viel los auf dem Floß!

A raft as an artificial breeding place for the rare common terns on our lake.

Un radeau comme site de reproduction pour sauver les rares sternes pierregarin (ou estorlets ou hirondelles de mer – Sterna hirundo)

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Auf dem Rottauensee wurde 2011 vom Landesbund für Vogelschutz Rottal gemeinsam mit der Wasserwacht Postmünster ein Floß als künstliche Nisthilfe für die eleganten Fluss-Seeschwalben (Sterna hirundo) angebracht. LBV-Kreisgruppenleiter Hubert Szücs fährt immer wieder mit seinem Tretboot hinaus und schaut nach dem Rechten.

Heute haben wir uns das Floß vom Ufer aus angesehen und das rege Treiben beobachtet.

Die Art ist vom Aussterben bedroht, sie braucht zum Brüten ungestörte Uferzonen oder kleine, bekieste Inseln. Diese Bruthabitate sind selten geworden oder werden schon frühzeitig von den größeren Lachmöwen besetzt.

2-flusseeschwalbenfloß-rottauensee-nadia-baumgart

Das Floß hatte von Anfang an Erfolg und beherbergte schon im ersten Jahr 16 Brutpaare. 2013 wurde es schon zu eng, weil sich immer mehr Brutpaare dazu gesellten, sodass es vergrößert wurde.

Erst im Mai wird es auf die offene Seefläche gefahren, damit andere Wasservögel, die früher brüten, sich nicht darauf niederlassen. Einige Lachmöwen haben sich unter die Flussseeschwalben gemischt, sie scheinen sich gegenseitig zu tolerieren.

Letztes Jahr konnten auf dem schwimmenden Brutplatz mehrere Dutzend Flussseeschwalben-Küken flügge werden. Wir hoffen, dass auch in diesem Jahr viele junge Flussseeschwalben ihre künstliche Insel verlassen werden, um im September nach Afrika zu fliegen. Die Flöße dürfen natürlich nicht betreten werden, das Freizeitverhalten sollte angepasst sein.

 

http://rottal.lbv.de/projekte/flussseeschwalbe.html

It never rains…

 

“It never rains in East Bavaria”: That is what I sang during today’s cycle trip because we have been waiting for months for rain. The countryside will resemble California if the drought continues for the next months. Apart from this, we saw a lot of animals such as black-headed gull, common terns, rabbits, a grey heron, etc.

Bei der heutigen Radtour ging mir ständig das Lied „It never rains in California“ durch den Kopf, das ich durch „It never rains in East Bavaria“ ersetzte: Es regnet schon seit Monaten kaum mehr in unserer Region, sodass manche Wiesen und einige Maisfelder schon vertrocknet aussehen. Trotzdem haben wir wieder viel Schönes gesehen: die lärmenden, ihre Küken fütternden Lachmöwen auf ihrer Brutinsel auf dem Rottauensee zum Beispiel. Und Fluss-Seeschwalben auf dem Floß, das vom LBV auf dem See angebracht wurde, damit sich diese in Ruhe vermehren können, aber auch viele Kaninchen und einen Graureiher auf der Pirsch. Trotz allem bin ich etwas besorgt: Eine richtige Dürreperiode…

Vogelstimmenwanderung

A bird tour in Lower Bavaria – organized by a nature conservation association and led by an ornithologist to teach participants to identify birds by their calls.

Randonnée organisée par la Ligue pour la protection de la nature et un ornithologue pour apprendre à différencier les chants des oiseaux.

Impressionen der heutigen Vogelstimmenwanderung mit dem Flora- und Fauna-Experten Walter Sage vom Bund Naturschutz. Es trafen ca. 30 Interessierte ein, darunter auch einige Kinder, und los ging es, am Rottauensee entlang.

Schon bald waren 37 Arten aufgezählt, vom Haubentaucher über den Zilpzalp bis zur Wacholderdrossel. Auch die ersten Fluss-Seeschwalben waren zu sehen, mehrere Paare brüten dort jedes Jahr auf einem vom LBV angebrachten Floß. Und der Kuckuck rief beinahe pausenlos im Hintergrund. Nebenher habe ich zum ersten Mal Fische am Seeufer laichen gesehen!

Interessant waren auch die Ausführungen von Walter Sage, der auf beinahe jedes Stichwort einging, zu den Wechselwirkungen in der Natur. Dort sind so viele Lachmöwen auf einer winzigen Insel, sie brüten alle Nest an Nest, sind es nicht zu viele? Da erzählt unser Naturführer, dass der Mensch immer wieder versucht, es besser zu machen als die Natur: früher hätte man Lachmöwen abgeschossen und so vermehrten sie sich erst recht. Denn wenn die Kolonien tatsächlich zu groß wären und die Vögel zu nah aneinander nisten würden, würden unter ihnen meist Krankheiten ausbrechen, die ihre Zahl von selbst eine Zeit lang dezimieren. An privaten Fischteichen habe man immer wieder Kormorane und Graureiher gejagt – die sowieso nur einen geringen Prozentsatz der Fische fangen würden – um die Karpfen zu schützen. Daraufhin vermehrten sich die Karpfen stark und erkrankten an der infektiösen Bauchwassersucht, sodass deren gesamter Bestand im Teich gefährdet wurde. Sind die Elstern „böse“? Herr Sage erklärt, dass alle Rabenvögel Opportunisten seien und der Buntspecht, der im Gegensatz zur Elster so beliebt sei, auch Eier und Jungvögel als Nahrung zu sich nimmt.

In die Natur einzugreifen sei immer heikel, sagt Herr Sage und fügt hinzu „aber der Mensch meint ja immer, er sei g´scheiter“.

Auch die Vogelfütterung wurde angesprochen. Dadurch würden bestimmte Arten, insbesondere die Körnerfresser, bevorzugt, und die seltenen Arten würden dadurch noch seltener. Effizienter wäre es, dafür zu kämpfen, dass wieder mehr Insekten in unseren Landschaften überleben können, sodass der Vogelschutz auch gewährleistet sei. Dieses Argument kann ich persönlich zwar nachvollziehen, werde jedoch weiterhin Vögel füttern, auch weil ich an der industriellen Landwirtschaft nichts ändern kann…

Natürlich war auch der Kiebitz im Gespräch, den man hier und da auf den Äckern sieht. Ob Ihr Bestand schrumpft? Walter Sage erklärt, dass diese Vögel 15 Jahre alt werden können und sie sich meist jedes Jahr am selben Fleck einfinden. Wenn sie jedoch auf Dauer kaum Bruterfolg haben sollten, würde dies erst nach Jahren auffallen. Jedenfalls hätten sie in diesem Jahr aufgrund des Frostes, der noch einmal kurz einzog, noch mehr Probleme als sonst. Sie brüten ja auf Äckern, die größtenteils erst in den nächsten Tagen eingesät werden würden. In der Vergangenheit hätten Kiebitze auch schon auf Maisäckern gebrütet, damals waren die Felder jedoch nicht so groß und grenzten an Wiesen, die heute nur noch selten anzutreffen seien.

Der Experte meinte, es könne sogar eine gute Idee sein, in Schutzgebieten hier und da ungespritzte und nicht gedüngte Wildäcker entstehen zu lassen, um den Kiebitzen den geackerten Boden, auf dem er so gerne sein Nest baut, anzubieten.

Dieser schöne und aufschlussreiche Spaziergang im Rottal wird mir in Erinnerung bleiben.

 

 

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Larus ridibundus – black-headed gulls – Hier nisten die Lachmöwen auf dem Rottauensee

 

 

Birds – Oiseaux

Heute am Rottauensee gesehen: Kiebitze, Eichelhäher, Lachmöwen, Drosseln, Silberreiher, Haubentaucher, Bachstelzen u.a.
Seen today: lapwings, jays, black-headed gulls, fieldfares, song thrushes, egrets, great crested grebes and others