Die ersten Naturerlebnisse des neuen Jahres

Turmfalke / Faucon crécerelle

First nature adventures of the year in our surroundings in Lower Bavaria

FR: Nos premières aventures de l´année 2023 dans notre région en Basse-Bavière

Aufmerksam späht der Turmfalke am Ufer des Rottauensees.

FR: Le faucon crécerelle scrute le pré en attendant une belle souris

Ein Reh an der Rott – Ich liebe Rehe! – FR: Un chevreuil le long de la rivière. J´adore les chevreuils!

Heute war kurz trotz dem grauen Wetter ein schöner orangener Streifen am Himmel zu sehen. Dann hatten wir noch das Glück, zwei hübschen Rehdamen zu begegnen. Schön ist es auch zu beobachten, wie der Biber als fleißiger Landschaftsgärtner den Birnbach kostenlos renaturiert …Und Raum für neue Büsche und viele Arten schafft.

Für die meisten Menschen gehören Rehe in unsere Region. Sie sind heimische Wildtiere, die uns mit ihrer Schönheit und zierlichen Eleganz erfreuen und unsere Landschaften mit Leben füllen. Es ist zu hoffen, dass sie trotz erhöhtem Jagddruck und Wildunfällen im Verkehr weiterhin unsere Rottaler Landschaften durchstreifen.

Biber ist positiv für den Birnbach
Der Biber renaturiert den Birnbach kostenlos – FR: le travail du castor aide à rendre les rivières plus vivantes
Graureiher an der Rott
Zurzeit überwintern Grau- und Silberreiher an der Rott

Erster Schnee im Rottal – First snow in Lower Bavaria

Ich liebe Rehe – I love roe deer

Angesichts der Massenvermehrung des Borkenkäfers und der negativen Auswirkungen des Klimawandels auf bestimmte Baumarten, stehen die Bayerischen Staatsforste für die Strategie „Wald vor Wild“ und werben für „waldangepassten Wildbestand“ mit dem Ziel, strukturreiche, gemischte und stabile Wälder zu schaffen. Seitdem werden Rehe manchmal als „Schädlinge“ betrachtet!

Inzwischen geht es zwischen Forst und Jagd sogar um die „Schuldfrage“ für den problematischen Zustand unserer Wälder.

Es gibt allerdings auch Anhänger des Grundsatzes „Wald und Wild“, der den Fokus auf die Schaffung und Erhaltung der Lebensräume des Wildes setzt. Denn die Verbissgefährdung steht im engen Zusammenhang mit der Nahrungsverfügbarkeit: „Während bei naturnahen Waldbauformen Rehwildverbiss einen geringeren Einfluss hat, kann es bei typischen Altersklassenwäldern und während der Übergangsphase zu strukturreicheren Wäldern zu unerwünschten Wildschäden kommen.“ Dieser Ansatz ist mir sympathischer, denn ich liebe Rehe und Wildtiere.

Schnee auf der Nase macht schön
Im Arterhof kuscheln die Galloways
Bad Birnbach eingezuckert

Dezembervögel – Wildes Rottal

Taking a bath together – Zusammen baden macht Spaß

// Birds at our river in Lower Bavaria

// Oiseaux le long de notre rivière en Basse-Bavière. « Un bain commun renforce l´amitié », voilà ce que semblent penser la mésange et le pinson.

Endlich ein paar Sonnenstrahlen. Das heißt für mich, die Kamera schnappen und ab an die Rott. Zunächst gab es ein hübsches Bild:

„Ein gemeinsames Bad stärkt die Freundschaft“. Das beteuerten Kohlmeise und Buchfink in einer Pfütze.

Buchfink und Kohlmeise baden zusammen
Pfützenbad

Dann waren Reiher zu sehen (Silber- und Graureiher), Gänsesäger, rüttelnde Turmfalken und viele Enten. Ein Teil von ihnen überwintert hier. Ich freue mich, ihnen in den nächsten Monaten immer wieder zu begegnen.

Auch dem Buntspecht gefällt das schöne Wetter
Der Graureiher schaut schon einmal, ob es hier etwas Leckeres gibt…
Auch der Turmfalke hofft auf eine gute Brotzeit.

Zauberwald und Wintervögel – Rottaler Natur im Dezember

Kulturspatz Naturbeobachtung
Kulturspatz Dezember 2022

Jetzt ist der Dezember bald da und der neue Kulturspatz ist schon online. Unter dem Titel „Unsere Natur im Dezember– Zauberwald und Wintervögel“ durfte ich wieder mit Text und Fotos die Rubrik „Naturbeobachtung“ füttern:

Unsere Natur im Dezember– Zauberwald und Wintervögel

Werden wir in diesem Jahr eine weiße Weihnacht haben oder eher milde Festtage? Lassen wir uns überraschen! Eins ist jedenfalls sicher: Es gibt auch jetzt in der Natur viel zu entdecken und zu erleben.

Letzte Äpfel hängen an den Bäumen der Streuobstwiesen wie natürlicher Weihnachtsschmuck. Beim Spaziergang durch den Kurpark oder an der Rott ist es nun recht einfach, Vögel zu sehen. Buch- und Grünfink knabbern an Samen; Blaumeise, Eisvogel und Kleiber zaubern mit ihrem himmelblauen Gefieder Farbe herbei. Fasane ducken sich in den Wiesen, und in nackten Baumkronen späht der Turmfalke, den wir immer wieder über den Feldern rütteln sehen. Dank der Gründüngung von Winter-Äckern blüht hier und da noch so manches Kraut.

Schon gesehen? Vor dem Artrium steht eine Allee mit lederblättrigem Weißdorn; deren dekorativer Fruchtschmuck ist im Winter ein regelrechter Leckerbissen für Amseln.

Die Winterlandschaften des Rottals locken jetzt insbesondere bei schönem Wetter mit ihrer welligen Weite und ihren vielen Wanderwegen. In der winterlichen Stille ist es jetzt ganz besonders beruhigend, durch den Wald zu gehen und Lieblingsplätze zu besuchen. Die lederne Färbung des raschelnden Falllaubs und das satte Grün von Moosen an alten Buchenstämmen verwandeln die Forste der Umgebung in „Zauberwälder“.

Vielleicht begegnet uns sogar das Birnbacher Storchenpaar: Die Weißstörche, die regelmäßig auf dem Kamin der alten Brauerei brüten, haben nämlich schon mehrmals im Kurort überwintert.

Fröhlicher Dezember-Storch

Wildtiere unserer Region von der Nachkriegszeit bis heute

Bad Birnbacher Heimatheft 32 - Wildtiere
Geschichte der Wildtiere im Rottal
Wildtiere in unserer Umgebung – Bad Birnbacher Heimatheft

Das neue Bad Birnbacher Heimatheft 32 ist da! Der Band erscheint wieder zur Adventszeit und ist in der Buchhandlung Hölzl in der Bad Birnbacher Hofmark zu haben.

Ich freue mich, dass ich wieder einen Beitrag beisteuern durfte und bin auch dankbar und ein wenig stolz darauf, dass ich nun schon zum vierten Mal mitwirken durfte. Denn das Interesse für regionale Geschichte (und Geschichten) sorgt auch dafür, dass man sich „dahoam“ fühlt.

Bad Birnbacher Heimatheft 32

Diesmal habe ich über einige Wildtiere geschrieben, die unsere Gegend durchstreifen. Denn schon lange frage ich, wenn ich meine tierischen Freunde sehe, wie es ihnen früher erging und wie es ihnen heute geht. Und so lautet der Titel meines Beitrags „Wildtiere in unserer Region von der Nachkriegszeit bis heute“.

Danke an alle diejenigen, die mir mit Informationen, Geschichten und Zahlen dabei geholfen haben!

Natürlich könnte man fragen: „Was haben Tiere mit Geschichte zu tun?“. Darauf habe ich versucht, eine Antwort zu finden:

„Die Tatsache, dass die Artenvielfalt und auch die Anzahl einzelner Wildtiere nicht nur durch Prozesse wie beispielsweise den Klimawandel bestimmt werden, sondern durch die Handlung der Menschen, rückt das Thema in den Bereich des Politischen. Denn nicht nur Jäger und Landwirte haben einen großen Einfluss auf die Entwicklungen in der Tierwelt, sondern eben auch politische Entscheidungen und Trends in Bereichen wie Forstwirtschaft, Naturschutz, Verkehrswesen und Bauwesen.

Die Erzählungen rund um die Wilddieberei in der unmittelbaren Nachkriegszeit zeigen auf, dass auch Wohlstand und Not, „fette und magere Jahre“ einen direkten Einfluss auf unsere heimische Tierwelt haben. So wird unsere Natur zum Spiegel der Geschichte.“

Hier noch ein Teil der Einleitung zum reinschnuppern:

<object class="wp-block-file__embed" data="https://nadiapittura.files.wordpress.com/2022/11/wildtiere-unserer-region-von-der-nachkriegszeit-bis-heute-bad-birnbach-nadia-baumgart.pdf&quot; type="application/pdf" style="width:100%;height:745px" aria-label="<strong><span style="text-decoration:underline;">wildtiere-unserer-region-von-der-nachkriegszeit-bis-heute-bad-birnbach-nadia-baumgart</span>wildtiere-unserer-region-von-der-nachkriegszeit-bis-heute-bad-birnbach-nadia-baumgartHerunterladen

Auf den Rottauenwegen in Bad Birnbach

Naturbeobachtung - Kulturspatz Bad Birnbach - Text und Fotos von Nadia Baumgart
Naturbeobachtungen – im Kulturspatz Bad Birnbach

Wildlife in Lower Bavaria – Nature le long de notre rivière en Basse-Bavière

Für den Juli-Beitrag im „Kulturspatz“ hatte ich wieder Naturfotos ausgesucht.

Es sind alles Bilder aus dem Juli vergangener Jahre, die ich in den Rottauen oder im Kurpark gemacht habe. In der Rubrik „Naturbeobachtung“ können nur ca. 3 oder 4 Fotos gedruckt werden. Hier möchte ich aber auch diejenigen zeigen, die nicht gedruckt werden konnten.

Eine Ausnahme ist der Große Feuerfalter (Lycaena dispar). Diesen gibt es erst seit kurzem (seit etwa drei Jahren) in Niederbayern. Wir haben ihn an der Rott Ende Juni 2022 gesehen und fotografiert.

Großer Feuerfalter an der Rott - Rottauenwege
Der Große Feuerfalter – 2022
Seidenreiher an der Rott - Vogelbeobachtung Rottauenwege
Seidenreiher (Egretta garzetta)

Der Seidenreiher an der Rott. Auch er ist eine Rarität. Nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls weißen Silberreiher (dieser ist deutlich größer).

Stieglitz in der Blühwiese - Kulturspatz
Der Stieglitz nascht Samen in der Blühwiese beim Artrium
Blühwiese im Sommer - Artrium Bad Birnbach
Die Blühwiese neben dem Artrium im Juli
Graureiher - Natur an den Rottauenwegen
Graureiher auf der Pirsch in der Rott

Schmetterlingszeit im Rottal / Butterflies

Großer Feuerfalter  (Lycaena dispar) an der Rott in Niederbayern
Großer Feuerfalter  (Lycaena dispar)

Butterflies in Lower Bavaria// Papillons en Basse-Bavière

Heute waren wir auf Insekten- und Schmetterlingsjagd an der Rott in Niederbayern. Glücklicherweise sind wir fündig geworden. Wir haben sogar den Großen Feuerfalter (Lycaena dispar) gesehen. Letztes Jahr haben wir ihn zum allerersten Mal gesehen. Wie schön er ist! Er gehört zur Familie der Bläulinge, die Männchen haben kräftig orangerot gefärbte Flügeloberseiten.

Leider verschwinden ja immer mehr Falter-Arten, aber dieser ist erst neu nach Niederbayern „eingewandert“, es gibt ihn bei uns erst seit 3 Jahren. Der Große Feuerfalter ist selten und gefährdet, scheint sich aber stellenweise wieder auszubreiten.

Bläuling - Natur in Bad Birnbach
Bläuling auf Hornklee
Und hier im Video: Schmetterlinge bei Bad Birnbach

Romantischer Spaziergang an der Rott

Im Juni ist es auf den Rottauenwegen ganz besonders romantisch
Kiebitz (Vanellus vanellus) mit Lachmöwen an der Rott

Romantic walk along the river in Lower Bavaria

So kann man sich irren: Ich habe befürchtet, dass die Lachmöwen, die zunehmend an der Rott zu sehen sind, für die Kiebitze (Vanellus vanellus) störend seien. Heute sah ich, dass das Gegenteil der Fall ist! Ganz vergnügt nahmen sie gemeinsam ein Bad. Wahrscheinlich geben sie sich gegenseitig Sicherheit. Ich bin froh, mal wieder durch die Beobachtung der Natur ein Vorurteil losgeworden zu sein.

Im Video (unten) zu sehen sind Schmetterlinge, Wildblumen, Pferde, Landschaften, Libellen und zuletzt Kiebitze in der Rott

Goldene Schätze: Der Goldregenpfeifer im Rottal

Golregenpfeifer (Pluvialis apricaria) auf einem Acker
Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria)

EN : Golden plovers in Bavaria

FR : Pour la première fois j´ai vu des pluviers en Bavière

Goldregenpfeifer! Hier rasten sie im Rottal. Sie ziehen dann in den Norden, wo sie in Moorgebieten und Heiden brüten. Wie schön sie sind, sie schimmern tatsächlich golden.

 Schon der bezaubernde Name weckt Neugierde, finde ich. Letztes Jahr sagte mir ein Kenner: „In den über das Rottal ziehenden Kiebitz-Trupps sind diesmal auch Goldregenpfeifer.“

Natürlich schaute ich mir gleich Bilder im Internet und in Büchern an. Dass ich sie in diesem Jahr sehen würde, das hatte ich nicht gewagt zu hoffen. Und heute habe ich sie doch gesehen! Sie ruhten auf einem Acker und flogen dann neben einem Kiebitzschwarm über die Wiesen. Wie schön sie sind, sie schimmern tatsächlich golden!

Sie ziehen in den Norden, wo sie in Moorgebieten und Heiden brüten, insbesondere in Island und Norwegen. In Mitteleuropa, Großbritannien und Nordeuropa gehen die Bestände seit längerem drastisch zurück. Mit nur noch wenigen Brutpaaren steht der Goldregenpfeifer als Brutvogel in Deutschland kurz vor dem Aussterben.  Dies ist in der Regel eine Folge der Zerstörung der Moorgebiete. Immerhin können wir noch einen Blick auf die Durchzügler werfen.

Goldregenpfeifer Rottal-Inn
Aufmerksam schauen sie aus dem Acker hervor

Heute noch gesehen: einen Waldwasserläufer, Kiebitze, die ersten Primeln und eine rosafarbene Pflanze mit dem lustigen Namen „Schuppenwurz“. Beeindruckend ist, dass die Schuppenwurz erst blüht, wenn sie schon mindestens 10 Jahre alt ist!

Waldwasserläufer (Tringa ochropus) an der Rott bei Pfarrkirchen
Waldwasserläufer (Tringa ochropus) an der Rott
Ziehende Kiebitze (Vanellus vanellus)
Gewöhnliche Schuppenwurz (Lathraea squamaria)

Raben bringen Glück

Ein Kolkraben-Paar / deux corbeaux / two raven

Heute war ein großer Abenteuertag!

Schon öfters hatten wir Kolkraben bei unseren Wanderungen gehört. Nun konnten wir sie sehen, beobachten, fotografieren. Und zwar im Forst bei Braunau. Sie paarten sich sogar vor unseren Augen und die Kamera war zu schamhaft, um das festzuhalten (in Wirklichkeit waren zu viele Äste vor dem Schauspiel).

FR: Pour la première fois de ma vie j´ai réussi à photographier des corbeaux. Je les avais entendu dans le passé mais cette fois-ci j´ai pu les observer tandis qu´ils batissaient un nid. Quelle aventure!

Kolkrabe - Raven
Raven in a tree

Der Rabe ähnelt der Krähe, ist jedoch viel größer (ca. wie ein Mäusebussard) und hat einen stärkeren Schnabel. Er hat eine tiefere und raue Stimme. Raben „reden“ miteinander. Weil sie so beeindruckend sind, gelten sie in einigen Kulturen als Götterboten.

Für uns war diese Beobachtung das Highlight des Tages! Allerdings bekamen wir – zurück im Rottal – noch Mäusebussarde, Kiebitze und Rehe vor die Linse.