Besuch bei unserer Lieblingseiche in der Nähe von Langwinkl. Sie ist so groß wie ein ganzer Wald, und der Wind rauschte laut durch ihre jungen Blätter. Wir besuchen sie in allen Jahreszeiten.
Majestätisch und heiter stand sie dort vor der unendlichen Landschaft, bewundert von blühenden Birnbäumen, und schien zu sagen: „Grüßt euch, kleine Menschen, nehmt euch nicht so wichtig!“ Mit ihr zu reden ist jedes Mal eine Freude!
Kleiner Mensch vor großem Baum!
FR: Visite à notre chêne préféré près de Langwinkl. Il est aussi grand qu’une forêt entière, et le vent s’engouffrait bruyamment dans ses jeunes feuilles. Nous le visitons en toutes saisons.
Majestueux et serein, il se tenait là devant le paysage infini, admiré par les poiriers en fleurs, et semblait dire : « Bonjour, petits humains, ne vous prenez pas trop au sérieux ! » Lui parler est toujours un plaisir !
Im Frühlingswind, zwischen den blühenden Weißdornsträuchern – mamma mia, ist das schön!
Nur die Namen der Pflanzen und Tiere wirken geradezu fehl am Platz.
„Kriechender Günsel“ – das klingt doch eher wie ein unterwürfiger Tollpatsch. Und wie sieht er tatsächlich aus? Majestätisch, mit seinen seidig glänzenden, violett-blauen Blüten. Taubnessel – fast schon ein Schimpfwort, klingt wie ein „dumpfes Kraut“. Dabei ist sie wunderschön, fast wie eine Orchidee, wenn man genau hinschaut! Und das Landkärtchen? Ein verstaubtes Poster in einer alten Schule? Nein – es ist ein bezaubernder Schmetterling in lebhaften Orange- und Schwarztönen.
Vielleicht ist es ohnehin besser, die Namen beiseite zu lassen und einfach die Sinne sprechen zu lassen.
Das Landkärtchen (Araschnia levana) Frühlingsgeneration. Die zweite Generation im Sommer sieht ganz anders aus!Taubnessel – schön wie eine Orchidee!Duftender Weißdorn (Crataegus)
Aurorafalter/ Piéride du cresson (Anthocharis cardamines)
Wenn Aurorafalter einen umschwirren, die Kirche im Blütenmeer versinkt, die Goldammer gen Himmel schaut und der Hausrotschwanz einem ein Ständchen bringt, während der Turmfalke über einem rüttelt, dann…weiß man, dass Frühling ist!
Wenn Aurorafalter umherschwirren, die Kirche in einem Blütenmeer versinkt, die Goldammer gen Himmel blickt und der Hausrotschwanz sein Lied singt, während der Turmfalke über einem in der Luft steht, dann weiß man, dass Frühling ist!
Aurora Männchen fallen durch den gut sichtbaren orangefarbenen Fleck auf den Vorderflügeln auf.Kirche in Bad Birnbach im BlütenmeerGoldammer (Emberiza citrinella)Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros)Turmfalke (Falco tinnunculus)
Gedenkanzeige für meinen Großonkel Paul Hoffmann aus Brilon
Darf ich vorstellen? Das ist mein Großonkel aus dem Sauerland. Ich habe ihn nie kennengelernt. Wie so viele junge Männer fiel er „im Eifer der heiligen Sache“ im Ersten Weltkrieg. Dieses Bildchen habe ich eben beim Aufräumen einer alten Schachtel wiedergefunden, in der ich „Krimskrams von früher“ aufbewahre. Ich dachte, es sei beim letzten Umzug verloren gegangen.
Was mich an diesen Todesanzeigen besonders erschüttert, ist der immense bürokratische Aufwand, mit dem man versuchte, den Text persönlich zu gestalten: Name, Geburts- und Sterbedatum, die vermeintliche Todesursache (hier eine „Fliegerbombe“), die Todesart („direkt getötet“, also ohne zu leiden) und der Trost: „Ihr werdet ihn im Himmel wiedersehen.“
Er soll Ritter des Eisernen Kreuzes II. Klasse gewesen sein. Diese Bezeichnung erscheint mir heute zynisch – sie erinnert mich an Blech.
Wie dem auch sei, dieses Bildchen hat mich gerade nachdenklich gestimmt. Noch immer wird überall auf der Welt und auch in Europa „im Eifer der heiligen Sache“ gekämpft. Wie naiv wir doch waren zu glauben, diese Massaker könnten jemals ein Ende finden.
Zu der Schlacht, in der der Onkel starb:
Am 21. Mai 1918 befand sich der Erste Weltkrieg in einer entscheidenden Phase. Die deutsche Frühjahrsoffensive, auch bekannt als Kaiserschlacht, hatte im März begonnen und führte zu intensiven Kämpfen an der Westfront. Diese Offensive war der letzte Versuch des Deutschen Kaiserreichs, den Krieg zu ihren Gunsten zu entscheiden. Im Ersten Weltkrieg starben mehr als neun Millionen Soldaten.
FR:
Permettez-moi de vous présenter mon grand-oncle allemand. Je ne l’ai jamais connu. Comme tant de jeunes hommes, il est tombé « dans le zèle de la cause sacrée » pendant la Première Guerre mondiale. J’ai retrouvé cette petite image en rangeant une vieille boîte où je garde des « babioles d’autrefois ». Je pensais l’avoir perdue lors du dernier déménagement.
Ce qui me frappe particulièrement dans ces avis de décès, c’est l’incroyable effort bureaucratique déployé pour essayer de rendre le texte personnel : le nom, la date de naissance et de décès, la cause supposée du décès (ici une « bombe aérienne »), le mode de mort (« tué directement », donc sans souffrance) et le réconfort : « Vous le retrouverez au ciel ».
On dit qu’il était chevalier de la Croix de Fer de deuxième classe. Ce titre me semble aujourd’hui cynique – il me rappelle du fer-blanc.
Quoi qu’il en soit, cette petite image m’a plongé dans la réflexion. Encore aujourd’hui, partout dans le monde et aussi en Europe, on se bat « dans le zèle de la cause sacrée ». Comme nous étions naïfs de croire que ces massacres pourraient un jour prendre fin.
À propos de la bataille où cet oncle est mort :
Le 21 mai 1918, la Première Guerre mondiale était à une étape décisive. L’offensive de printemps allemande, également connue sous le nom de « bataille des Empereurs », avait commencé en mars et entraînait des combats intenses sur le front occidental. Cette offensive était la dernière tentative de l’Empire allemand pour décider du sort de la guerre en sa faveur. Pendant la Première Guerre mondiale, plus de neuf millions de soldats ont péri.
Jetzt kann man ihn wirklich nicht mehr übersehen, den Frühling! Die Sonne scheint, die Frösche quaken wie verrückt, der Storch stolziert neben dem Traktor her, um reichliche Nahrung im geeggten Feld zu finden, die ersten Blätter sprießen und es zwitschert überall! Hier im Bad Birnbacher Kurpark – 12.04.2025.
Aha, hier gibt es leckere Würmer und Schnecken…Storch und LandwirtschaftLiebestolles Gequake am TeichEin Star vor seiner Bruthöhle