Unsere Birnbacher Störche, die hier überwintert haben, sieht man seit kurzem auch einmal tagsüber im Nest. Bisher kamen sie erst abends, um dort zu übernachten.
Jetzt beginnt natürlich die Zeit der Nest-Renovierung und überhaupt…man sollte einfach mal vorbeischauen, um sicher zu gehen, dass die Nebenbuhler, die letztes Jahr aufgetaucht sind und wohl in den nächsten Wochen aus dem Süden zurückkommen, nicht auf die Idee kommen, den schönen Wohnort zu besetzen.
Also steht man da im Regen und langweilt sich, gähnt und putzt sein Gefieder.
Die Birnbacher Störche haben sich wohl endgültig
entschieden, im Kurort zu überwintern. Die Fotos sind von heute. Der Jungvogel
ist schon vor einiger Zeit gen Süden gezogen. Die Altvögel stolzieren weiterhin
auf den Wiesen und Weiden rund um Birnbach und scheinen das zu genießen.
Überwinternde Weißstörche kenne ich aus dem Gebiet von
Wiesbaden, wo mehrere Paare seit vielen Jahren problemlos überwintern. Unseren
Rottaler Störchen wünsche ich, dass sie gut über den Winter kommen und im
Frühjahr wieder auf dem Brauereikamin brüten.
Hier mehr Infos zu überwinternden Weißstörchen in Bayern von der Homepage vom LBV:
„Die Befürchtungen besorgter Bürger, dass überwinternde
Störche in Bayern erfrieren müssen, sind unbegründet. Dem Storch als großem
Vogel macht die Kälte kaum etwas aus, da er die Wärme wesentlich besser
speichern kann, als kleine Singvögel wie Meise und Spatz, die immer bei uns
überwintern. Die Weißstörche treten ihre wochenlange Reise in den Süden nur
wegen der Nahrungsknappheit im europäischen Winter an.
Solange allerdings keine geschlossene Schneedecke liegt und strenger, lang anhaltender Frost herrscht, findet der Storch auch in unseren Breiten noch genug Nahrung wie Mäuse, Regenwürmer, kleine Schnecken, Fische etc. Erst bei anhaltender Nahrungsknappheit streifen die meisten Störche weiter bis in die großen Flussauen oder zum Bodensee, wo das Klima etwas günstiger und damit auch das Nahrungsangebot größer ist. Diese Vögel behalten die Storchenschützer im Auge, ein Eingreifen ist aber nicht notwendig.“
Nachtrag: Heute berichtete auch die PNP darüber und zeigt mein Foto
Nun habe ich eine kleine Dokumentation über die Störche in Bad Birnbach gemacht und hoffe, sie gefällt Euch.
Doku über die Birnbacher Weißstörche
Die Birnbacher Störche 2019 – Ein ganzer Ort fiebert mit
2016 brütete ein Paar Weißstörche erstmalig auf dem ehemaligen Brauereikamin in Bad Birnbach. Im letzten Jahr verließen sogar 3 Jungstörche das Nest.
Nun landete im März 2019 wieder ein Storchenpaar im großen Horst. Dieser wurde fleißig ausgebessert und regelmäßig wurde etwas für die Familiengründung getan.
Anfang Mai war es endlich so weit: zwei kleine Störche reckten ihre Köpfchen aus dem Nest. Leider fiel kurz darauf einer der beiden einem plötzlichen Kälte- und Nässeeinbruch zum Opfer. So wurde der andere zum Einzelkind. Das hat Vor- und Nachteile: das Futter brauchte er nicht zu teilen, er wurde somit schnell groß und stark.
Der ganze Ort nimmt an den Entwicklungen im Storchennest teil. Jede Neuigkeit wird kommentiert und über das Geklapper beim Begrüßungsritual freuen sich alle.
Es ist nur noch ein Jungvogel da. Der Kälteeinbruch im Mai mit Regen ist wohl eine tödliche Kombination für Storchenbabys. Dafür kümmern sich die Eltern nun umso liebevoller um das Einzelkind.
Flügelschlagen üben
Das Begrüßungsritual der Weißstörche, das immer stattfindet, wenn die Brutablösung kommt, ist immer ein Schauspiel.