Gestern ich mal wieder nach „unseren“ Birnbacher Störchen auf ihrem Brauereikamin geschaut. Sie haben in diesem Jahr schon Anfang März angefangen zu brüten. Zurzeit ist immer mindestens ein Storch im Nest. Denn Störche wechseln sich bei der Brut ab. Sobald die Jungen geschlüpft sind, kümmern sich beide Elternteile intensiv um die Fütterung und den Schutz.
Nach etwa 32 Tagen Brut schlüpfen die Jungen. In Bad Birnbach sieht man sie allerdings meist erst, wenn sie das Köpfchen so hochhalten können, dass sie über den hohen Horstrand zu sehen sind und das ist meist im Mai der Fall. Wir dürfen uns also jetzt schon fragen, wie viele Storchenbabys es in diesem Jahr geben wird.
Geduld ist gefragtEin Partner fliegt fort, der andere bleibt im Nest
Naturbeobachtung – Birnbacher Kulturspatz April 2025
Und wieder ist die neue Ausgabe des Bad Birnbacher Kulturspatz erschienen. Und wieder durfte ich darin berichten, was wir auf unseren Streifzügen durch die Gegend so beobachten:
Unsere Natur im April – Alles wird bunt!
Naturerwachen im April
Nicht nur die Streuobstwiesen in Bad Birnbach erstrahlen in voller Blütenpracht. Überall an den Wanderwegen schmücken sich Kirsch-, Birnen- und Apfelbäume mit zarten weißen und rosa Blüten, während Löwenzahn, Hahnenfuß, Sumpfdotterblume und Schlüsselblume fröhliche gelbe Farbtupfer setzen.
Früher sagte der Volksmund: „April, April, macht was er will.“ Ob das heute – da der Frühling immer früher anfängt – noch Gültigkeit hat, werden wir noch erfahren. Egal, ob das Wetter beständig bleibt oder nicht, auf jeden Fall malt der Frühling jetzt alle Landschaften bunt. Dabei hilft die wunderschöne rote Lichtnelke.
Rote Lichtnelke (Silene dioica)
Schmetterlingszauber und Frühlingsboten
Auch die Welt der Tagfalter erwacht zum Leben: Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge flattern durch die Lüfte und erfreuen uns mit ihrem Farbenspiel. Nun zu beobachten ist der Aurorafalter, dessen Männchen leuchtend orange gefärbte Flügelspitzen tragen. Seine Hauptlebensräume sind feuchte Wiesen und Waldränder – und Saumstrukturen mit Knoblauchrauke (seine Raupenfutterpflanze) an Gewässern. Deshalb sieht man ihn jedes Jahr von April bis Juni auf den Rottauenwegen (insbesondere in dem Abschnitt bei Gries) tanzen.
Ein ganz besonderer Frühlingsbote ist der Kuckuck! Wer hört als Erster seinen Ruf? Die Mehrheit der Kuckuck-Meldungen in Bayern gingen beim LBV in den letzten Jahren in der zweiten Aprilhälfte ein, aber hier und da meldet er sich schon früher.
Wir zwei an der RottEin Fasan nimmt ein Lichtbad
Das Vogelkonzert
Der April bringt die Rückkehr vieler Vogelarten aus ihren Winterquartieren. Am Himmel ziehen Schwalben ihre Kreise, und es ist immer ein besonderer Moment, wenn man bei einem Spaziergang ausrufen kann: „Die Schwaiberl sind zurück!“ Das Konzert der Natur wird außerdem von den melodischen Stimmen von Amsel, Singdrossel und Rotkehlchen geprägt. In unserer Gegend sind ansonsten im April Kohlmeise, Star, Stieglitz, Kleiber und Buchfink häufig zu hören und zu beobachten.
Auch die Flussseeschwalben kehren zurück; seit einigen Jahren zeigt sich an der Rott immer ein Paar dieser seltenen Vögel. Sie sorgen mit ihren kunstvollen Flugmanövern für ein beeindruckendes Schauspiel. Mit etwas Glück können wir sogar beobachten, wie das Männchen dem Weibchen einen kleinen Fisch als Brautgeschenk übergibt.
Währenddessen kümmern sich die Weißstörche auf dem alten Brauereikamin um ihren Nachwuchs. Der Frühling im Rottal ist eine Zeit voller Entdeckungen und magischer Momente – ein Fest für alle Sinne.
Hoffentlich sind in diesem Jahr wieder die Flussseeschwalben zu sehen!Eine Ringelnatter wartet auf BeuteWann wir wohl den Storchen-Nachwuchs 2025 zu sehen bekommen?
Eine Nisthilfe in Hebertsfelden. Das Storchenpaar freut sich darüber!
Hier aktuelle Fotos (30.03.2025) vom Storchenpaar auf dem Kamin der Firma Kirn in Hebertsfelden. Denn im Landkreis Rottal-Inn haben wir seit einigen Jahren mehrere Nisthilfen, die auch angenommen worden sind! So gibt es inzwischen heuer – abgesehen von den berühmten Birnbacher Störchen – beispielsweise jeweils ein Storchenpaar in Hebertsfelden und in Eggenfelden/ Gern.
In Pfarrkirchen hatte Bürgermeister Wolfgang Beißmann 2020 eine Nisthilfe auf dem Turm des Gasspeicher der Stadt errichten lassen. Schon im Jahr 2021 hat ein Storchenpaar den Nistplatz angenommen und Nachwuchs bekommen. In diesem Jahr warten wir hier noch auf die Vögel. (Stand 30.03.2025)
Bei Arnstorf ist eine bereits bestehende Nisthilfe letztes Jahr angenommen worden. Die Nisthilfe auf dem Brauereikamin in Bad Birnbach war übrigens schon 2014 auf Initiative von Monica Gräfin von Arco auf Valley auf dem Brauereikamin errichtet worden. 2018 wurden darin die ersten Storchenkinder flügge. Ich freue mich, dass ich – zusammen mit dem LPV Rottal-Inn und dank der Bürgerbeteiligung Rottalinitiativ – dazu beitragen konnte, dass mehr Nisthilfen im Landkreis errichten werden konnten: Nisthilfen für Störche im Rottal