Herbststimmung im Rottal

Graugänse an der Rott

Nun wird es langsam kälter, die Nebel steigen morgens auf und das Laub liegt auf den Wegen wie ein warmer Teppich. Ich fange an, den Winter zu erschnuppern. Hier und da blitzt ein Sonnenstrahl auf, aber insgesamt scheint die Stimmung immer ruhiger zu werden.

An der Rott sieht man gerade Silberreiher und viele Graugänse. Der gellenden Ruf des Eisvogels und das Klicken der Rotkehlchen im Gebüsch erinnern daran, dass es doch gar nicht so ruhig ist hinter den Kulissen. Zwischendurch saust ein Turmfalke durch den grauen Himmel und ein Eichelhäher späht von seinem Ast.

Auch der Spätherbst kann schön sein.

Am liebsten draußen: Nadia und Berndt
Spätherbst in Bad Birnbach

Ein glücklicher Tag in der Natur

Eine kleine Pause

Wieder einmal sind wir mit unserer Freundin Birgit im Sumava Nationalpark (Böhmerwald auf der tschechischen Seite) im Grenzgebiet gewandert.

Das Licht war romantisch, die Landschaften wie immer wunderschön. Ein Fichtenkreuzschnabel (Loxia curvirostra) empfing uns mit seinem Gesang.

Ein Fichtenkreuzschnabel (Loxia curvirostra) singt für uns

In der Gegend von Fürstenhut werden gerade an den Waldrändern einige Bäume gefällt. Früher hätte man sich in einem Nationalpark darüber gewundert. Heute weiß man, dass lichte Wälder und wilde, offene Wiesen mit wenigen Bäumen und Büschen mehr Artenvielfalt erlauben. Am Wegesrand wird darauf hingewiesen, dass die Maßnahmen geschehen, um dem Birkhuhn, dem Wachtelkönig und vielen wilden Sumpf- und Moor-Pflanzen einen besseren Lebensraum zu gewähren.

Die Landschaften werden offen gehalten, damit beispielsweise Birkhuhn und Moorpflanzen Lebensraum haben

Wir waren auch in Bucina an der alten Grenzanlage, dem Symbol des kalten Krieges. Das Dorf Bucina (deutsch Buchwald) wurde 1956 als Teil des militärischen Sperrgebietes abgerissen. Bis vor kurzen ging man an dem Mahnmal vorbei und dachte: „Gott sei Dank ist das vorüber“. Inzwischen erinnert die Situation eher an die neuen Kriege, die überall auf der Welt das gleiche, hässliche Gesicht haben.

Grenzanlage vom Kalten Krieg – Mahnmal in Bucina an der deutsch-tschechischen Grenze

Wie immer tröstet die Schönheit dieser wundervollen Naturlandschaften…

Unterwegs im Nationalpark Sumava an der deutsch-tschechischen Grenze

Die Hustenmutter

Hustenmutterkapelle in Postmünster

Jetzt wird es nebelig und kühl. Und ich fange an zu husten. Deswegen sind wir heute in Postmünster an der Rott spazieren gegangen. Denn dort steht die Hustenmutterkapelle.

Das ist eine ganz verrückte Geschichte:  Die Kapelle wurde 1748 errichtet. Ihr Name stammt von den Pilgern, die mit Hals- und Hustenleiden zur Kapelle kamen und auf Heilung hofften. Das Wallfahrtskirchlein wurde zu Ehren Mariens errichtet, zu der insbesondere Mütter mit ihren an Erkältung erkrankten Kindern pilgerten. Es empfiehlt sich, im November da mal vorbeizuschauen, ergänzend zum Gang zur Apotheke (Humor).