Mein erster Raubwürger! Inzwischen ist dieser hübsche Vogel leider in Bayern vom Aussterben bedroht.
Raubwürger (Lanius excubitor) sind vor allem grau, weiß und schwarz gefärbte Vögel. Männchen und Weibchen sind einander sehr ähnlich. Der Name des Raubwürgers stammt aus früheren Zeiten, in denen man ihn aufgrund seiner Verhaltensweisen mit Greifvögeln verglichen hat.
Er ist ein „Ansitzjäger“, der von einer erhöhten Warte aus die Umgebung beobachtet und Beutetiere nach einem kurzen Gleitflug meist am Boden schlägt. Die Art erbeutet Großinsekten und andere Wirbellose sowie unterschiedliche kleine Wirbeltiere. Ein Ornithologe erklärte mir, er würde hier überwintern, als Brutvogel sei er schon lange bei uns ausgestorben.
Der neue Bad Birnbacher Kulturspatz ist da! – und damit auch eine neue Ausgabe der Rubrik „Naturbeobachtung“.
Malerei, Fotografie, Schreiben und Naturbeobachtung greifen für mich auf natürliche Weise ineinander. Seit rund vier Jahren (schon!) dokumentiere ich dort Monat für Monat, was sich in unserer Landschaft zeigt: Pflanzen, Vögel, Wildtiere und kleine Szenen, die Berndt und ich auf unseren täglichen Wegen beobachten.
Die Fotos stammen immer aus der Region und entstehen oft mit Stativ – gelegentlich auch als augenzwinkerndes Paar Selbstporträt, das dann manchmal im Kulturspatz landet.
Hier nun den März-Text:
Der März ist der Monat, in dem die Natur spürbar aufatmet. Nach den stillen Winterwochen kehrt Bewegung in die Landschaft zurück, und mit den ersten warmen Tagen erwacht das ländliche Bad zu neuem Leben. Besonders die Vogelwelt zeigt sich jetzt von ihrer lebhaftesten Seite: Überall erklingen Gesänge, Reviere werden abgesteckt, und die Frage „Wer nistet wo?“ scheint plötzlich von größter Bedeutung zu sein.
Kiebitze kehren aus ihren Winterquartieren ins Rottal zurück und beginnen, Paare zu bilden – ein seltener Anblick, denn dieser elegante Bodenbrüter ist stark gefährdet. Wir hoffen auf guten Bruterfolg auf den Wiesen des Rottals.
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Wer im Kurpark oder entlang der Rott unterwegs ist, begegnet jetzt Buchfinken, Rotkehlchen und Goldammern. Vielleicht lässt sich sogar die Singdrossel hören, deren melodisches Lied an eine kleine Opernarie erinnert. Die ersten Schmetterlinge – Zitronenfalter oder Tagpfauenauge – tanzen über die Wege, während Huflattich, Sumpfdotterblumen, Veilchen und Primeln die Landschaft farbig malen. Und manchmal kann man sogar Zeuge der „Hasenhochzeit“ werden, wenn mehrere Feldhasen-Männchen um die Gunst eines Weibchens buhlen.
Ein besonderes Augenmerk verdient im März jedoch ein Lebensraum, der mitten im Kurgebiet liegt: die Streuobstwiesen. Sie gehören zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas und bewahren traditionelle, robuste Obstsorten, die anderswo längst verschwunden sind. Jetzt, im frühen Frühjahr, erwachen die Bäume aus ihrer Winterruhe. Die Knospen schwellen an, erste Blattspitzen zeigen sich. Gleichzeitig werden die Wiesen darunter wieder lebendig. Dank der Kooperation mit der Natursaftkelterei Wolfra können wir diese Vielfalt sogar schmecken – im wahrsten Sinne des Wortes „Heimat trinken“.
Ob zu Fuß oder mit dem Rad: Der März lädt dazu ein, die Natur neu zu entdecken. Die Lichtspiele über der Hügellandschaft, die Rückkehr der Zugvögel und das Erwachen der Streuobstwiesen machen diese Zeit zu einem besonderen Erlebnis. Wer aufmerksam unterwegs ist, wird reich belohnt.
Kann sich noch jemand erinnern, wie es in der Coronazeit war? Alles schien stillzustehen, als hätte jemand die Welt auf Pause gedrückt. In dieser Phase habe ich dieses Bild gemalt – genau so sah es damals aus: Rosis süße Insel, der kleine Wagen voller Süßigkeiten auf dem Bad Birnbacher Marktplatz.
Einige Marktleute kamen jeden Samstag zum Wochenmarkt, obwohl sie kaum Kunden hatten. Sie brachten ein bisschen Farbe und Leben in diese eingefrorene Welt.
Heute wirkt alles beschleunigt, als wolle die Zeit das Verpasste nachholen – im Guten wie im Bösen. Rückblickend bin ich diesen Marktleuten noch immer dankbar. Für viele von uns waren sie in den Wochen, in denen man das Haus nur mit „triftigem Grund“ verlassen durfte, die einzigen menschlichen Begegnungen. Danke, Rosis süße Insel!
EN: Do you remember the Covid years? Everything felt frozen, as if the world had been put on pause. That’s when I painted this scene: Rosi’s Sweet Island on the Bad Birnbach marketplace — exactly as it looked back then.
A few market vendors still came every Saturday, even with almost no customers. They brought a touch of colour and life to that suspended moment in time.
Today everything feels faster, as if the world is trying to make up for what was lost. Looking back, I’m still grateful to those vendors. For many of us, they were the only human contact we had. Thank you, Rosi’s Sweet Island!
Mein Mann und „Redaktionsmitarbeiter“ Berndt hat es heute Morgen im Nebel geschafft, die Beweisbilder zu machen: Der erste Storch ist seit einigen Tagen zurück in Bad Birnbach! Wir hoffen, dass der Zweite bald folgt.
Im August 2014 ließ Monica Gräfin von Arco auf Valley ein Storchennest auf dem alten Brauereikamin errichten. Schon 2015 landete der erste Weißstorch auf dem Nest und 2018 gab es aus diesem Horst erstmals eine erfolgreiche Brut mit drei flüggen Jungvögeln. Inzwischen sind mehrere Jungvögel in Bad Birnbach ausgeflogen. In den letzten zwei Jahren gab es leider keinen Bruterfolg.
Inzwischen gibt es im Landkreis mehrere Paare, die auf Nisthilfen gebrütet haben – in Pfarrkirchen, in Eggenfelden/ Gern, in Arnstorf und in Hebertsfelden.
Wieder ein Aquarell für meine Serie „Lieblingsgebäude in Bad Birnbach“
Imposant, aber gänzlich ohne Prunk, so zeigt sich eines der prägenden historischen Bauwerke in Bad Birnbach: Die alte Schlossbrauerei mit dem hohen Ziegelkamin, auf dem seit Jahren Störche brüten.
Die Schlossbrauerei Birnbach, die 1673 gegründet wurde, stellte ihren Betrieb als Zweigbetrieb der Grafen Arco-Valley in den 90er Jahren ein. Ich hoffe sehr, dass das wunderschöne historische Ensemble saniert wird.
In der Liste der Baudenkmäler wird das Hauptgebäude beschrieben: „Teil des ehemaligen Schlosses, dreigeschossiger Putzbau mit Halbwalm und Erker an der Westseite, wohl 18. Jahrhundert“.
EN: Another watercolor from my series “Favourite Buildings in Bad Birnbach” portrays the old castle brewery: impressive yet entirely unpretentious, with its tall brick chimney where storks have been nesting for years. Founded in 1673 and later run as a branch of the Arco‑Valley brewery, it ceased operations in the 1990s. I sincerely hope this beautiful historic ensemble will be restored. The main building is listed as a heritage monument and likely dates back to the 18th century.