Als ich anfing, die Sicht vom Balkon aus zu malen, war die Welt noch in Ordnung: Blaues Meer, blauer Himmel, viele lustige Leutchen am alten Hafen und in den Lokalen.
Dann wurde plötzlich alles dunkel und die Menschen verschwanden. Jetzt wütet ein schwerer Sturm! Blauer Himmel, blaues Meer, keine Menschen…Aber ich hab es recht lang auf dem Balkon ausgehalten und das Bild ist nun fertig; es erzählt vom Anfangsstadium, als die Welt noch in Ordnung war.
EN: When I began painting the view from the balcony, the world was still perfectly fine: blue sea, blue sky, lots of cheerful little people at the old harbor and in the cafés.
Then suddenly everything went dark and the people disappeared. Now a heavy storm is raging! Blue sky, blue sea, no people… But I held out on the balcony for quite a while, and the painting is now finished; it tells of that first moment, when the world was still in order.
Wieder ein Aquarell für meine Serie „Lieblingsgebäude in Bad Birnbach“
Imposant, aber gänzlich ohne Prunk, so zeigt sich eines der prägenden historischen Bauwerke in Bad Birnbach: Die alte Schlossbrauerei mit dem hohen Ziegelkamin, auf dem seit Jahren Störche brüten.
Die Schlossbrauerei Birnbach, die 1673 gegründet wurde, stellte ihren Betrieb als Zweigbetrieb der Grafen Arco-Valley in den 90er Jahren ein. Ich hoffe sehr, dass das wunderschöne historische Ensemble saniert wird.
In der Liste der Baudenkmäler wird das Hauptgebäude beschrieben: „Teil des ehemaligen Schlosses, dreigeschossiger Putzbau mit Halbwalm und Erker an der Westseite, wohl 18. Jahrhundert“.
EN: Another watercolor from my series “Favourite Buildings in Bad Birnbach” portrays the old castle brewery: impressive yet entirely unpretentious, with its tall brick chimney where storks have been nesting for years. Founded in 1673 and later run as a branch of the Arco‑Valley brewery, it ceased operations in the 1990s. I sincerely hope this beautiful historic ensemble will be restored. The main building is listed as a heritage monument and likely dates back to the 18th century.
Zwischen Algorithmen und Farben in der Kunsthalle München
Bis zum 1.3.2026 ist noch die Ausstellung „Digital by Nature“ in der Kunsthalle München zu sehen. Ich fand sie sehr beeindruckend. Sie verbindet Überlegungen zum Digitalen und Menschengemachten mit Formen aus der Natur (Kristalle, Algen mit geometrischen Strukturen“). So mischt sich am Ende das Virtuelle mit dem Natürlichen und man fragt sich, ob beide Bereiche prinzipiell auseinanderzuhalten sind, da auch in der Natur scheinbar „artifizielle“ Formen in den Strukturen sichtbar werden.
Die Installationen sind interaktiv: Die Linien und Formen verschieben sich, wenn man mit der Hand an ihnen entlangfährt. Und es gibt noch viele andere Denk- und Sinnesimpulse. Auf jeden Fall sehenswert!
Hier der offizielle Text der Kunsthalle:
„Mit Digital by Nature präsentiert die Kunsthalle München die bislang größte Einzelausstellung von Miguel Chevalier in Europa. Seit den 1980er-Jahren nutzt der Künstler den Computer als kreatives Medium und setzt dafür neue Technologien ein – bis hin zu Künstlicher Intelligenz (KI). Sein Werk steht zugleich im kontinuierlichen Dialog mit der Kunst- und Kulturgeschichte. Auch wenn es im Digitalen wurzelt, bleibt die sinnliche Erfahrung im realen Raum ein unverzichtbarer Bestandteil von Miguel Chevaliers Arbeit.“
Natürliche Formen haben auch geometrische Strukturen, die an mathematische Formen erinnern
EN: The exhibition “Digital by Nature” at Kunsthalle Munich runs until March 1, 2026, and blends digital, human-made concepts with natural forms such as crystals and algae. Its interactive installations respond to touch, prompting visitors to reflect on whether the natural and the virtual can truly be separated, since even nature reveals seemingly artificial structures. Overall, it’s a highly impressive show that highlights how Miguel Chevalier has used digital technologies—including AI—since the 1980s while maintaining the importance of sensory experience in physical space.