Perchten – Mamuthones – Kukeri – Gemeinsame Wurzeln

A watercolor illustration depicting three traditional figures: Perchten from Alpine culture, Mamuthones from Sardinia, and Kukeri from Bulgaria, each represented with distinct masks, horns, and costumes, against a blue background.
Perchten oder ähnliche Gestalten – gibt es weltweit – Aquarell

Pre-Christian Alpine traditions during winter solstice

Wir Menschen haben seit jeher Rituale entwickelt, um unsere Ängste vor der Härte des Schicksals zu besänftigen. Dazu gehören auch Bräuche rund um die Vertreibung des Winters mit seiner Kälte und seinen Gefahren. Gerade in unsicheren Zeiten scheint diese Tradition besonders kraftvoll zu wirken.

In Bayern erleben die Perchten derzeit eine Renaissance – man könnte fast sagen, sie sind „trendy“. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat ihre Bedeutung auf Festen deutlich zugenommen; sie faszinieren Jung und Alt gleichermaßen.

Natürlich stellt sich die Frage: Woher stammen diese Traditionen? Schon bevor ich nach Bayern zog, kannte ich ähnliche Rituale aus Sardinien – die Mamuthones. Bei meinen Recherchen habe ich erkannt, dass es in Europa viele solcher „furchterregenden Gestalten“ gibt. Ich schaue dabei lieber auf die Gemeinsamkeiten als auf die Unterschiede.

Denn trotz aller regionalen Varianten zeigen sich verblüffende Ähnlichkeiten: Es geht stets um Figuren, die lärmend im Winter auftreten, meist mit Kuhglocken, Holzmasken, Hörnern und Tierfellen. Über ihre Herkunft gibt es zahlreiche Theorien, doch eine eindeutige Erklärung fehlt bis heute.

In meinem Aquarell habe ich versucht, drei dieser Gestalten darzustellen: Perchten – Mamuthones – Kukeri.

  • Perchten stammen aus dem alpenländischen Brauchtum. Sie erscheinen im Winter, um böse Geister und den Winter selbst zu vertreiben. Man unterscheidet „Schiachperchten“ (hässlich, furchteinflößend) und „Schönperchten“ (segensbringend, glückverheißend).
  • Mamuthones in Sardinien tragen schwere Holzmasken mit Hörnern, Fellkleidung und massive Kupferglocken am Rücken. Sie symbolisieren oft den Kampf zwischen Mensch und Natur. Ihr Gesicht ist vollständig verdeckt, mit Ziegen- oder Hirschhörnern verziert, und die Glocken erklingen laut bei jedem Schritt.
  • Kukeri sind tiergestaltige Maskentänzer aus Bulgarien. Sie treten im Winter oder Frühjahr auf, zwischen Neujahr und Fastenzeit. Höhepunkt ist das Surwa-Festival in Pernik, bei dem mehrere tausend Kukeri zusammenkommen. Ihre Ganzkörpermasken bestehen meist aus Ziegenhaut und Holzkonstruktionen, die den Träger größer erscheinen lassen. Gesichter sind oft Tieren wie Ziegen oder Schafen nachempfunden.

Die Kukeri erinnern mich wiederum beinahe an die Kachinas der Hopi-Indianer– Geister der Natur und der Ahnen, dargestellt durch maskierte Tänzer. Das Reservat der Hopis in Arizona durfte ich einmal besuchen. So schließt sich der Kreis: Überall auf der Welt haben Menschen ähnliche Ängste und entwickeln ähnliche Rituale, um ihnen zu begegnen.

Lassen wir uns also Brauchtümer feiern, ihre Besonderheiten in jedem Fest neu und mit Fantasie lebendig werden – und zugleich neugierig auf andere Kulturen schauen. Denn das Schöne ist: Regionale Traditionen und Heimatliebe können uns alle verbinden.

Hier noch eine Begegnung mit den Bayerbacher Perchten im Rottal in Niederbayern im Jahr 2018:

Der für die Tiere singt: Plumes

A watercolor painting depicting a man sitting under a tree, playing a pink guitar, while a fox affectionately kisses him on the cheek.
Plumes chante pour un renard – Illustration – Aquarelle

Plumes: Der Mann, der für Tiere singt

Er spielt mit seiner pinkfarbenen Gitarre für Elefanten, Okapis, Bären und Papageien – manchmal auch für Kühe und Pferde in Höfen, Zoos und Tierparks: Der französische Musiker Plumes singt für Wildtiere – und sie hören zu…

Die Tiere nähern sich ihm freiwillig, aus Neugier und Vertrauen. Den „Kuss des Fuchses“ hab ich versucht, hier in einem Aquarell festzuhalten.

Diese Begegnungen erinnern mich an spirituelle Traditionen, in denen Tiere nicht als Objekte, sondern als fühlende Wesen betrachtet wurden. Franz von Assisi sprach mit Vögeln und Wölfen. Auch Siddhartha. Der Buddha, lehrte Mitgefühl gegenüber allen Lebewesen – Mensch und Tier gleichermaßen. In vielen Kulturen galt der achtsame Umgang mit Tieren als Zeichen innerer Reife.

Plumes’ Musik knüpft vielleicht an diese Haltung an. Danke dafür, dass du das machst, Plumes!

EN:

Plumes: The Man Who Sings to Animals

With his pink guitar, the French musician Plumes plays for elephants, okapis, bears, parrots—and sometimes for cows and horses in farms, zoos, and wildlife parks. He sings to wild animals—and they listen.

The animals approach him freely, drawn by curiosity and trust. I tried to capture the “fox’s kiss” in a watercolor.

These encounters remind me of spiritual traditions where animals were seen not as objects, but as sentient beings. Francis of Assisi spoke to birds and wolves. Siddhartha, the Buddha, taught compassion for all living creatures—human and animal alike. In many cultures, treating animals with care was seen as a sign of inner maturity.

Perhaps Plumes’ music carries that same spirit. Thank you for what you do, Plumes!

Altes Bayerisches Landhaus – Lieblingshäuser

A watercolor painting of a charming wooden house in Bavarian country style, surrounded by greenery, with schoolchildren walking past and a dog. The house features light gray wood cladding, decorative balcony railings, and a wide overhanging gabled roof.
Aquarell – Watercolorpainting – Tuschezeichnung – Illustration

Meine Lieblingshäuser in Bad Birnbach

Viele Häuser in Bad Birnbach mag ich – Manche liebe ich aber besonders. Dazu gehört dieses hübsche Holzhaus im Bayerischen Landhausstil in der Nähe der Schule. Deswegen laufen die Schulkinder im Aquarell am Haus vorbei – genauso ist es auch im Alltag.

Es wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gebaut – in dieser Phase entstand eine bewusste Rückbesinnung auf „volkstümliche“ Bauformen als Reaktion auf die Moderne. Sehr schön finde ich die Holzverkleidung in hellem grau und die dekorativen Holzgeländer an den Balkonen. Auch das weit überstehende Satteldach gefällt mir gut.

Insgesamt vermittelt dieses Haus im „Heimatstil“ ein Gefühl der Geborgenheit und Heiterkeit. Hoffentlich darf es noch ganz lang den Weg der Schulkinder säumen. Hat mal wieder Spaß gemacht, es zu malen und dabei die vielen Details zu entdecken.Das Haus ist Zeitzeuge einer Architektur, die Heimat, Handwerk und Funktion vereint.

EN: My Favorite Houses in Bad Birnbach –

My favorite house in Bad Birnbach in Bavaria is a charming wooden home in the Bavarian country style, located near the school. It was likely built in the first half of the 20th century. I especially appreciates the light gray wood cladding, the decorative balcony railings, and the wide overhanging gabled roof. The house radiates a sense of comfort and cheerfulness – and painting it, while discovering its many details, brought me joy.

FR: Mes maisons préférées à Bad Birnbach –

Ma maison préférée de l’auteure à Bad Birnbach´en Bavière est une jolie maison en bois de style campagnard bavarois, située près de l’école. Elle aurait été construite dans la première moitié du XXe siècle. J aime particulièrement le bardage en bois gris clair, les balustrades décoratives des balcons et le toit à pignon largement débordant. Cette maison dégage un sentiment de comfort et de gaieté – et la peindre, en découvrant tous ses détails,m’ a procuré beaucoup de plaisir.

Der Eichelhäher im Zauberwald

A colorful watercolor painting depicting a forest scene with trees, rocks, and a flying bird. The vibrant colors suggest a lively natural environment.
Zauberwald mit Eichelhäher – Enchanted forest with jay –  Geai des chênes – Aquarelle

Die drei Nonnen

Drei Nonnen in traditioneller Kleidung, die Arm in Arm stehen und lächeln, vor einem hellblauen Hintergrund. Die Abbildung vermittelt ein Gefühl von Gemeinschaft und Stärke.
Tuschezeichnung der drei Nonnen aus Goldenstein

Die drei Nonnen aus dem ehemaligen Kloster Goldenstein in Österreich, die gegen ihren Willen in ein Pflegeheim gebracht wurden, werfen viele Fragen auf: Über die Rolle der Frauen in der Kirche, über Gehorsam und Selbstbestimmung, über die Entscheidungshoheit im eigenen Leben – und darüber, wie wir altern wollen. Lassen wir uns mit Krankheit als Vorwand „wegsperren“? Inzwischen leben sie wieder selbstbestimmt in ihrem alten Kloster – mit der Unterstützung ehemaliger Schülerinnen. Ich wünsche ihnen, dass sie dort bis zum Lebensende bleiben dürfen.

Ich glaube, dass diese Nonnen eigentlich ein Symbol für den Kampf um Autonomie im Alter sind, den wir wahrscheinlich alle irgendwann mal führen werden müssen. Es geht ja darum, ob und wie wir im Alter „daheim“ bleiben können – egal ob es sich um ein Kloster oder nur eine Wohnung handelt – und würdevoll altern können, ohne uns „abgeschoben“ zu fühlen…Und es geht wohl auch darum, ob wir Hilfe annehmen können und wie diese Hilfe aussieht.

EN: The three nuns from the former Goldenstein Abbey in Austria, who were placed in a care home against their will, raise important questions: About the role of women in the Church, about obedience and autonomy, about who decides over one’s life – and how we wish to grow old. Will we let illness be used as a pretext to lock us away?

Now, they live independently again in their old convent, supported by former students. I wish them strength and the freedom to remain there until the end of their lives.