
Schon wieder Lockdown in unserem Landkreis…Um trotzdem gut gelaunt zu bleiben, sind wir heute am Inn bei Ering spazieren gegangen und hatten Glück: Im schönsten Herbstlicht tummelten sich Waldwasserläufer und Silberreiher.



Schon wieder Lockdown in unserem Landkreis…Um trotzdem gut gelaunt zu bleiben, sind wir heute am Inn bei Ering spazieren gegangen und hatten Glück: Im schönsten Herbstlicht tummelten sich Waldwasserläufer und Silberreiher.



Kranichzug in unserem Himmel
// Migration of cranes (Grus grus) in Bavaria
Migration des grues en Bavière
Erst seit wenigen Jahren queren Kraniche den Himmel in Bayern. Bei uns im Rottal habe ich sie erstmals 2020 über Bad Birnbach gesehen (Video im Link unten). Eine neue Zugroute hat sich scheinbar etabliert.
Gestern konnten wir wieder einmal die faszinierenden Formationen von ziehenden Kranichen beobachten. Diesmal in der Nähe des Rottauensees. Ca. 500 Vögel! Erst seit wenigen Jahren ziehen sie über das Rottal, um in ihre Überwinterungsgebiete zu gelangen. Das kann laut LBV in Frankreich in der Camargue sein. Sie schreien und trompeten, während sie fliegen, um in Tuchfühlung zu bleiben.
Sie werden auch „Glücksvögel“ genannt, weil sie in China als Glücksbringer und Vermittler zwischen Himmel und Erde gelten. #kraniche #rottalinn #kranichzug




Heimatmuseen sind wichtig, um die Welt zu verstehen, in der wir leben. Das habe ich jetzt wieder erlebt.
Letztens las ich nämlich in einem Buch, in dem ein Kind vorkommt, das im Jahr 1825 „von der „Fraiß“ heimgesucht wurde und daran starb, obwohl sein Vater den „Fraißbrief“ gelesen hatte.
Fraiß, Frais, Fraisbrief, was ist denn das? – habe ich mich gefragt.

Gestern haben wir das Heimatmuseum in Simbach am Inn besucht und siehe da, da war schon die Antwort! Da lag nämlich eine „Fraisenkette“ neben einem „Frais-Brief“. Nun weiß ich also, dass „Frais“ oder „Fraiß“ eine Bezeichnung für bestimmte Krankheiten war, die Krämpfe und Fieber auslösen konnten. Diese konnten für Kinder, aber auch für alte Menschen tödlich enden.
Als Schutz und zur Abwehr trugen Kinder im 19. Jahrhundert sogenannte „Fraisenketten“ und die Eltern verlasen über ihnen den Frais-Brief, ein Dokument, das sowohl die Krankheit, als auch Dämonen und alles Negative abwehren sollten.
Interessant finde ich, dass Kinder in vielen Ländern teilweise bis heute schützende Ketten und Amulette tragen. In Italien gilt bis heute ein Kettchen aus roten Korallen als beschützend. Im Senegal ist es üblich, Kleinkindern ein kleines Amulett, indem meist auch ein „Schutzbrief“ steckt, anzuhängen.
Ich freue mich, über Umwege wieder etwas Interessantes erfahren zu haben. Das Heimatmuseum in Simbach kann ich auch nur wärmstens empfehlen, es ist sehr professionell und umfangreich gestaltet. Es gibt viel Info über die Zeit der Industrialisierung, aber eben auch über Volksglauben. Tier-Votive aus Eisen zum Schutz von Vieh und Pferden haben mich besonders berührt: Ich finde, sie erinnern an Kunstwerke Giacomettis, der sich ja auch von der Kunst der Etrusker hat inspirieren lassen.




Das Buch, das ich oben erwähne ist aus der Schriftenreihe des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege – Nr. 6 „Der Vierseithof des Mittermayr zu Riedertsham“, Autor: Mathias Ueblacker

Es war so schön heute! Wir haben eine kleine Wanderung in der Umgebung gemacht, das Licht war herrlich!
Nous avons fait une petite randonnée dans nos environs en Basse-Bavière, la lumière a été merveilleuse!
Short walk in our surroundings in Lower Bavaria in a beautiful autumnal light.





Unterwegs im Rottal. Gestern haben wir wieder einmal eine kleine Tour gemacht. Dabei ist mir aufgefallen, dass immer mehr Gasthöfe geschlossen sind. Neben einem geschlossenen Wirtshaus steht ein großes Lagerhaus mit „Feinkost für Tiere“. Dort werden Bio-Produkte für „kleine Schleckermäuler“ und „Große Genießer“ aus Rind, Pute, Lamm und Wild umgeschlagen. Vielleicht eine Zukunftsbranche für unsere Landwirtschaft, die das Wirtshaussterben wett macht 🙂 …


