Bei wunderschönen Dezember Wetter mal wieder unterwegs im Rott- und Inntal. Die Highlights: der Fasan, der sich unbeweglich duckte, damit ich ihn besser fotografieren konnte und ein kurzer Abstecher bei Garnecker Galloways, wo Direktvermarkter Thomas Jetzlsperger mich willkommen hieß.
Die Rinder stehen auch im Winter auf der Weide und freuen sich darüber. Der Hof liegt traumhaft oberhalb von Taubenbach. Da das Tal schon im Schatten versank, habe ich beschlossen, in nächster Zeit noch einmal dort aufzutauchen.
Insgesamt war es mal wieder ein Vergnügen, durch den Landkreis zu touren. Wir leben nun schon im vierten Jahr hier und lieben die Gegend mehr denn je. Nicht nur wegen der Landschaften, sondern auch dank der vielen tollen Menschen, die wir hier kennenlernen.
Nun sind wir zurück und ich möchte noch die Eindrücke der letzten Tage im Bayerischen Wald schildern. Meine Seele ist ausgefüllt von der gelben Farbexplosion von Buchen und Eschen zwischen schwarzdunklen Fichten, an deren Astspitzen die Nadeln im Licht tanzen.
Ein Waldbesitzer in seinem Forst
Alte Holzhäuser
Auf der letzten Radtour habe ich mich mit einer Hausbesitzerin unterhalten. Sie arbeitete gerade im Garten vor ihrem Haus aus massivem Holz, das mit dekorativen Schindeln geschmückt ist. Es soll abgerissen werden, dieses alte Haus. Es entspräche nicht mehr dem Geschmack der inzwischen erwachsenen Kinder. „Aber vielleicht gefällt es in einigen Jahrzehnten den Enkeln?“, gebe ich zu Bedenken. Sie zuckt mit den Schultern. Das neue Haus steht schon gegenüber. Nur einziehen kann sie noch nicht. „Es ist so fremd“. Wenn die alte Heizung den Geist aufgibt, spätestens dann wird umgezogen. Schade, denke ich.
Später im Wald begegnen wir einem Waldarbeiter. Soeben hat er eine riesige Lärche gefällt, die mit dumpfen Ton auf den Waldboden aufschlägt, als wir an einer Bank rasten wollen. So kommen wir ins Gespräch. In der lichtdurchtränkten, duftenden und atmenden Ruhe des Waldes unterhalten wir uns über Forstwirtschaft, Klimawandel und Borkenkäfer. Ich darf ein Bild von ihm machen. Er steht in dem Wald, den sein Großvater vor über 60 Jahren gepflanzt hat. Man spürt, dass er seinen Wald liebt. Die Lärche braucht er, um sein Haus neu zu vertäfeln. Schön, denke ich. Denn so wird das Holz sinnvoll eingesetzt und bleibt in der Region. Als wir losfahren, schaue ich noch einmal zurück und frage mich, wie dieser Wald in 10 Jahren aussehen wird.
Immer wieder hört man das beruhigende Rauschen eines Baches
Ruhe, Farben und Licht
Nun geht es über
Hügel durch Täler und Wiesen und wieder hinauf in den dichten Wald mit seinen
riesigen Bäumen, Quellen, Moosen, Farnen und Farben. Am Morgen der Abfahrt grüßt
ein Rotschwanz, während sich der Nebel über das Tal hebt. Es waren einfach wundervolle
Tage!
Nebel zum AbschiedBlick auf den HerbstwaldEin kleiner Rotschwanz in der Herbstsonne
Zum Thema Herbstwald hier noch ein Gedicht von Berndt Baumgart, der es während unserer Radltour erdacht hat:
Waldgedanken
Oktobersonne am Waldessaum. Heiß ist es, man glaubt es kaum.
Hat das Klima sich erhitzt? Fragen manche ganz gewitzt.
Nein, es war schon immer so. Klimawandel? Ach, i wo!
Wer hat Recht, wir werden sehn – doch heute ist die Welt sehr schön!
Späte Pilze stehen stumm in dem feuchten Moos herum.
Äschen in dem Kraftwerksgraben, die sich an Herbstes Fliegen laben.
Lieber Gott, lass diese Sonne auf uns scheinen noch ein Weilchen, dann ist das Leben eine Wonne. Vom Ganzen sind wir nur ein Teilchen