Endlich kann man wieder durch die Landschaften radeln
In den letzten Tagen haben wir viele tierische Begegnungen in unserer Gegend im Rottal gehabt. Es ist eine Wonne, die Sonne nach dem langen Winter auf der Haut zu spüren. Den ersten Aurorafalter habe ich schon gesehen, er ließ sich nicht fotografieren. Noch sieht man die Rehe in Gruppen („Sprünge“), die sich jedoch bald auflösen könnten, da die Rehe meist im Mai setzen. Überall hört man Vögel balzen. Die Graugänse brüten schon. Die Schlüsselblumen geben schöne Farbakzente in den Wiesen. Kirsche und Weißdorn blühen schon. Hier einige Eindrücke:
Meine „Naturbeobachtungen“ im Bad Birnbacher Kulturspatz:
Wenn Aurorafalter umherschwirren, der Kirchturm von weitem in einem Blütenmeer versinkt, die Goldammer gen Himmel blickt und der Hausrotschwanz sein Lied singt, während der Turmfalke über einem in der Luft steht, dann weiß man, dass Frühling ist. Alles leuchtet im Licht. Rotkehlchen und Mönchsgrasmücke jubeln einander zu, und im Hintergrund erinnert das melancholische Lied des Schwarzspechts daran, dass selbst der Frühling die Trauer nicht bannen kann.
Das saftige, satte Grün in unzähligen Nuancen – von Maigrün über Zinnobergrün bis hin zu Veroneser Grün – hebt sich ab vom dunklen Schwarz der Fichten und Tannen. Die Sumpfdotterblume lächelt ein wenig hochmütig, als wolle sie sagen: Ich kleide mich ausschließlich in Gold. Die Falter taumeln von Löwenzahnblüte zu Knoblauchrauke.
Der April ist einer jener Monate, in denen man kaum weiß, wohin man zuerst schauen soll. Alles erwacht, alles bewegt sich, alles wird bunt. Die Streuobstwiesen rund um Bad Birnbach stehen jetzt in voller Blüte; Kirsch-, Birnen- und Apfelbäume schmücken die Wege mit zarten weißen und rosa Wolken. Dazwischen leuchten die ersten Frühlingsboten am Boden, und selbst Pflanzen mit unscheinbaren Namen wie der „Kriechende Günsel“ zeigen sich plötzlich majestätisch, mit seidig glänzenden violett-blauen Blüten. Auch die Rote Lichtnelke setzt ihre kräftigen Farbtupfer und markiert den Übergang vom frühen zum vollen Frühling.
Der Volksmund sagt: „April, April, macht was er will.“ Ob das heute – in Zeiten immer früherer Vegetationsphasen – noch gilt, wird sich zeigen. Sicher ist: Der Frühling malt jetzt unaufhaltsam die Landschaft bunt.
Mit den ersten warmen Tagen erwacht auch die Welt der Tagfalter. Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge sind unterwegs, und besonders der Aurorafalter, dessen Männchen leuchtend orange Flügelspitzen trägt, zieht die Blicke auf sich. Auf den Rottauenwegen, vor allem bei Gries, lässt er sich von April bis Juni wunderbar beobachten.
Auch die Vogelwelt kehrt zurück. Viele Zugvögel treffen jetzt ein, und bald kann man wieder ausrufen: „Die Schwaiberl sind da.“ An der Rott zeigt sich seit einigen Jahren ein Paar Flussseeschwalben, das mit seinen Flugmanövern beeindruckt. In das vielstimmige Konzert von Amsel, Hausrotschwanz, Zilpzalp und Rotkehlchen mischt sich das tiefe Quaken der Frösche. Ein besonderer Moment ist es, wenn der Kuckuck zum ersten Mal ruft; meist geschieht das in der zweiten Aprilhälfte, manchmal aber auch früher.
Schon Ende Februar landete wieder ein Weißstorch auf dem alten Brauereikamin. Bis Redaktionsschluss hatte sich noch kein Partner dazugesellt. Wir hoffen dennoch, dass im Storchenhorst bald wieder Hochzeit gefeiert wird. Update. Am 28. März 26 war es dann soweit!
Fotos:
Grünspecht sucht Ameisen
Flussseeschwalben an der Rott – Ein Paar Flussseeschwalben brütet jedes Jahr an der Rott. Sie sind sehr gefährdet, weil sie ihre Eier auf den Boden legen und extrem störungsempfindlich sind. Oftmals werden sie mit Lachmöwen verwechselt, sind aber schlanker, ihr Flug ist schneller, wendiger. In unserem Landkreis brüten sie auf einem Flussseeschwalben-Floß des LBV auf dem Rottauensee.
Landkärtchen – oder Landkärtchenfalter, auch Netzfalter oder Gitterfalter genannt
Mein erster Raubwürger! Inzwischen ist dieser hübsche Vogel leider in Bayern vom Aussterben bedroht.
Raubwürger (Lanius excubitor) sind vor allem grau, weiß und schwarz gefärbte Vögel. Männchen und Weibchen sind einander sehr ähnlich. Der Name des Raubwürgers stammt aus früheren Zeiten, in denen man ihn aufgrund seiner Verhaltensweisen mit Greifvögeln verglichen hat.
Er ist ein „Ansitzjäger“, der von einer erhöhten Warte aus die Umgebung beobachtet und Beutetiere nach einem kurzen Gleitflug meist am Boden schlägt. Die Art erbeutet Großinsekten und andere Wirbellose sowie unterschiedliche kleine Wirbeltiere. Ein Ornithologe erklärte mir, er würde hier überwintern, als Brutvogel sei er schon lange bei uns ausgestorben.
13 Kilometer sind wir heute an der Küste bei Chania entlang gegangen und haben dabei viele Vögel und Pflanzen gesehen. Ich zeige sie hier! Ich könnte sagen, dass mich das Schwarzkehlchen begeistert hat: es ist bei uns sehr selten. Oder, dass der elegante Seidenreiher mit seinen gelben Füßen mein Herz hat höherschlagen lassen. Oder dass die Dünenvegetation zauberhaft blüht. Aber ich lasse das lieber und zeige einfach, wie wunderschön das alles ist!
EN: We walked 13 kilometers along the coast near Chania today and saw so many birds and plants. I’m showing them here! I could say that the Stonechat thrilled me — it’s very rare where I live. Or that the elegant Little Egret with its yellow feet made my heart skip a beat. Or that the dune vegetation is blooming in the most enchanting way. But I’ll spare you all that and simply show you how beautiful everything is.
Wie ein kleiner Schneeball mit langem Schwanz hängt diese weißköpfige Schwanzmeise am Ast. Zurzeit tummeln sich viele dieser quirligen Akrobaten in den Bäumen und Büschen entlang der Rott. Die weißköpfigen Vögel stammen aus nordischen Wintertrupps und mischen sich hier häufig mit unseren heimischen, dunkelköpfigen Schwanzmeisen.