Naturschutz ist keine Religion

Against fundamentalism in nature protection

Gegen Fundamentalismus im Naturschutz

Ich liebe Natur. Die Natur, die ich um mich habe, die ich sehe, fühle, höre, rieche. Die Natur, von der ich auch viel über Filme und Bücher erfahre. Wir leben nicht mehr in Urwäldern, das ist klar, sondern in einer vom Menschen geprägten Kulturlandschaft.

Wir müssen auf unsere Natur achten. Aus Respekt vor der Schöpfung, aber auch aus Selbsterhaltungstrieb: Sauberes Trinkwasser ist für uns lebensnotwendig und auch der Erhalt von Artenvielfalt, denn ohne diesen könnte letztlich auch der Mensch nicht überleben.

Lange habe ich mich intensiv mit Thesen und Theorien von Naturschutz-Organisationen beschäftigt. Viele Impulse, die solche Organisationen geben, sind sehr wertvoll. Zum Beispiel das Drängen auf Naturschutzgebiete und Ausgleichsflächen, in denen Flora und Fauna nicht nur dem wirtschaftlichen Diktat unterworfen werfen. Oder auch Überlegungen, wie die Agrarindustrie auf EU-Ebene und weltweit nachhaltiger gestaltet werden kann.

Vieles aber mag ich gar nicht! Wie zum Beispiel die „Wald vor Wild“-Forderung. Damit neuer Wald nachwachsen kann, sollen so viel Rehe und Feldhasen wie möglich geschossen werden und aus unseren Landschaften verschwinden. „Doch nur für ein Jahrzehnt oder so“, beteuern selbst ernannte Naturschützer, wenn ich entsetzt nachfrage.“ Sonst kommen die jungen Tannen nicht hoch“. Anscheinend. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass in demselben Wald die benachbarten Parzellen sehr unterschiedlich gedeihen. Die Zahl der Rehe und Hasen, die sich auf diesen Flächen bewegen, ist aber gleichbleibend. Wenn ich das zu bedenken gebe, hält man mich für sentimental. Ich würde in Wildtieren „Bambis“ sehen. Ich hätte keine Ahnung.

Ein selbsternannter „Experte“ erklärte mir auch, warum man Weißstörchen keine Nisthilfen anbieten dürfe, das sei „unnatürlich“.

Was den Umgang mit Pflanzen betrifft, bin ich auch sehr erstaunt. Alles, was als „ausländisch“ angesehen wird, muss weg. „Neophyten“ nennt man dann diese Pflanzen. „Neozoen“ die „ausländischen Tiere“. Schon das Vokabular finde ich problematisch. „Schön, aber teuflisch“ seien sie, „nicht-heimisch“ und invasiv. Irgendwie erinnert mich das an Rassismus.

Ja, ich weiß, hier und da muss man eingreifen in die Natur und das tun wir alle. Unsere Hunde laufen darin herum, Landwirte graben Acker um, Reihenhausbesitzer pflanzen Thujen und spritzen öfters Pflanzengift. Aber dass selbsternannte „Naturpropheten“ aufrufen, die einen Tiere zu schützen, die anderen zu verdrängen, finde ich oftmals unlogisch. Bei Pflanzen stört es mich auch, dass man für „einheimische Pflanzen“ bereit ist, viele andere auszureißen und niederzutrampeln. Es ist beinahe verpönt, sich an der Schönheit einer Blüte zu erfreuen. Man darf sich nur an den „richtigen“ Blumen erfreuen.

Naturschutz ist keine Religion! Es geht darum, so vielen Mitgeschöpfen wie möglich eine Heimat in unserer Umwelt zu erlauben. Es geht darum, Veränderungen zuzulassen. Und sich an der Natur zu FREUEN, egal wie sentimental das sein mag. Wenn ich gegen ganzjährige Vogelfütterung, für Drückjagden und für das Niedertrampeln von Pflanzen sein muss, um mich für den Naturschutz einzusetzen, dann läuft etwas schief. Ich bin für den Schutz der Natur, ja, aber nicht für Fundamentalismus. Und ich bewundere die Natur dafür, dass sie seit Millionen von Jahren etwas Gewaltiges schafft, nämlich Veränderung und Anpassung.

#rottalinn #naturschutz

Heimat finden

Nach vielen Etappen haben Berndt und ich 2016 im schönen Rottal in Niederbayern eine Heimat gefunden, in der wir uns willkommen fühlen.

Foto für HeimatUnternehmen zwischen Isar und Inn von Josepha&Markus – Fotografieren

Auf der Suche….

Bad Birnbach
Bad Birnbach – Einmal anders…

Auf der Suche nach Positivem in dieser schwierigen Zeit. Heute habe ich mich gefragt, was ich tun kann, um innerlich nicht so grau wie das Wetter zu werden. Da kam mir eine Idee: Einfach mal meinen Ort mit anderen Augen sehen. Üblicherweise gehen wir ja immer dieselben Wege. Oftmals schaut man sogar in einem bestimmten Straßenzug immer nach oben oder nach rechts. Also habe ich versucht, mal mit anderen Augen durch Bad Birnbach zu gehen.

Jugendstil in Bad Birnbach
So ein schönes „Auge“!

Und siehe da, gleich wird das Leben wieder spannend. Zum Beispiel habe ich auf der alten Glaserei Johann Petz zum ersten Mal das runde Fenster im Jugendstil wahrgenommen. Dann bin ich noch beim Honigladen vorbei gegangen und habe entdeckt, dass es dort einen Honig gibt, in dem der Nektar der Kurpark-Blühwiesen gespeichert ist.

Den habe ich mitgenommen und trinke jetzt einen Tee mit Sommerblumen-Honig. Und stelle mir vor, wie im Sommer Margeriten und Wiesensalbei um die Wette blühen.

#rottalinn #trotzcorona #hoitmazam

Wann darf ich wieder raus?

Hoffnung – Espoir

Good News: Die Kraniche, die Glücksvögel, sind da und ziehen über Bad Birnbach! Tausende sind zurzeit auf dem Flug in die Winterquartiere. Üblicherweise überqueren die ruffreudigen Vögel dabei vor allem NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz. Seit einigen Jahren auch Bayern, wie man hier sieht.

Naturerlebnisse sind gerade jetzt in der Lockdown-Zeit besonders wertvoll, finde ich. War schön, die beeindruckenden V-Formationen zu beobachten und zu wissen, auch sie halten zusammen 🙂

Les grues sont passées au-dessus de ma tête aujourd’hui. Quel spectacle impressionnant qui m´a redonné espoir: on dit que les grues portent bonheur. On en y besoin en ces temps-ci…

#kraniche #rottalinn #hoitmazam #kranichzug #lockdown

Kranichzug im Rottal in 2021: https://nadiapittura.com/2021/10/18/kraniche-uber-dem-rottal/

Der Lockdown-Cappuccino

The second lockdown in our area

Nun ist es soweit: Wir wissen, dass ab Dienstag der zweite Lockdown in unserem Landkreis stattfindet. Heute habe ich noch einen Cappuccino im Rathauscafe getrunken. Den letzten vor dem zweiten Lockdown! Den ersten Cappuccino nach dem ersten Lockdown habe ich dort auch getrunken.

Ich wünsche allen Wirten der Region Durchhaltevermögen und Geduld: Den ersten Cappuccino nach dem zweiten Lockdown wird es hoffentlich ganz bald geben! Ich freue mich jetzt schon darauf. Danke, dass Ihr immer für uns da seid!

#rottalinn #Hoitmazam #lockdown