Unsere Natur im April

Naturbeobachtung – Birnbacher Kulturspatz April 2025

Und wieder ist die neue Ausgabe des Bad Birnbacher Kulturspatz erschienen. Und wieder durfte ich darin berichten, was wir auf unseren Streifzügen durch die Gegend so beobachten:

Unsere Natur im April – Alles wird bunt!

Naturerwachen im April

Nicht nur die Streuobstwiesen in Bad Birnbach erstrahlen in voller Blütenpracht. Überall an den Wanderwegen schmücken sich Kirsch-, Birnen- und Apfelbäume mit zarten weißen und rosa Blüten, während Löwenzahn, Hahnenfuß, Sumpfdotterblume und Schlüsselblume fröhliche gelbe Farbtupfer setzen.

Früher sagte der Volksmund: „April, April, macht was er will.“ Ob das heute – da der Frühling immer früher anfängt – noch Gültigkeit hat, werden wir noch erfahren. Egal, ob das Wetter beständig bleibt oder nicht, auf jeden Fall malt der Frühling jetzt alle Landschaften bunt. Dabei hilft die wunderschöne rote Lichtnelke.

 Rote Lichtnelke (Silene dioica)

Schmetterlingszauber und Frühlingsboten

Auch die Welt der Tagfalter erwacht zum Leben: Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge flattern durch die Lüfte und erfreuen uns mit ihrem Farbenspiel. Nun zu beobachten ist der Aurorafalter, dessen Männchen leuchtend orange gefärbte Flügelspitzen tragen. Seine Hauptlebensräume sind feuchte Wiesen und Waldränder – und Saumstrukturen mit Knoblauchrauke (seine Raupenfutterpflanze) an Gewässern. Deshalb sieht man ihn jedes Jahr von April bis Juni auf den Rottauenwegen (insbesondere in dem Abschnitt bei Gries) tanzen.

Ein ganz besonderer Frühlingsbote ist der Kuckuck! Wer hört als Erster seinen Ruf? Die Mehrheit der Kuckuck-Meldungen in Bayern gingen beim LBV in den letzten Jahren in der zweiten Aprilhälfte ein, aber hier und da meldet er sich schon früher.

Wir zwei an der Rott
Ein Fasan nimmt ein Lichtbad

Das Vogelkonzert

Der April bringt die Rückkehr vieler Vogelarten aus ihren Winterquartieren. Am Himmel ziehen Schwalben ihre Kreise, und es ist immer ein besonderer Moment, wenn man bei einem Spaziergang ausrufen kann: „Die Schwaiberl sind zurück!“ Das Konzert der Natur wird außerdem von den melodischen Stimmen von Amsel, Singdrossel und Rotkehlchen geprägt. In unserer Gegend sind ansonsten im April Kohlmeise, Star, Stieglitz, Kleiber und Buchfink häufig zu hören und zu beobachten.

Auch die Flussseeschwalben kehren zurück; seit einigen Jahren zeigt sich an der Rott immer ein Paar dieser seltenen Vögel. Sie sorgen mit ihren kunstvollen Flugmanövern für ein beeindruckendes Schauspiel. Mit etwas Glück können wir sogar beobachten, wie das Männchen dem Weibchen einen kleinen Fisch als Brautgeschenk übergibt.

Währenddessen kümmern sich die Weißstörche auf dem alten Brauereikamin um ihren Nachwuchs. Der Frühling im Rottal ist eine Zeit voller Entdeckungen und magischer Momente – ein Fest für alle Sinne.

Hoffentlich sind in diesem Jahr wieder die Flussseeschwalben zu sehen!
Eine Ringelnatter wartet auf Beute
Wann wir wohl den Storchen-Nachwuchs 2025 zu sehen bekommen?

Geliebte Wildtiere – Mauswiesel und Bisamratte

Quicklebendig und voller Energie: Der Mauswiesel

Geliebte Wildtiere – Mauswiesel und Bisamratte. Wie dankbar bin ich, dass wir gestern gleich zwei dieser faszinierenden Naturwunder aus nächster Nähe bestaunen durften. Möge ihnen viel Glück und Kraft in unserer oft zerstörerischen Menschenwelt beschieden sein…

Das Mauswiesel ist nicht nur ein wunderschönes Geschöpf, sondern erfüllt auch eine bedeutende ökologische Aufgabe, indem es Nagetierpopulationen reguliert. Leider ist es in fast ganz Deutschland als gefährdet eingestuft und wird in Thüringen sogar auf der Roten Liste geführt. Dennoch gehört es beispielsweise in Bayern weiterhin zu den jagdbaren Arten. Der NABU kritisiert dies mit deutlichen Worten: „Es gibt keinen ersichtlichen Grund, warum das flinke Raubtier im Jagdgesetz stehen muss.“

Auch die Bisamratte bleibt von Feinden nicht verschont. Zum ersten Mal hatte ich die Gelegenheit, eine aus nächster Nähe zu beobachten. Ich war beeindruckt von ihrem dichten, glänzenden Fell, das mich unweigerlich an das eines Nerzes erinnerte. Besonders beeindruckend sind auch die feinen „Hände“, finde ich.

Wunderschöne Bisamratte
Hellwach und blitzschnell – Mauswiesel/ Belette (Mustela nivalis)
Bisamratte (Ondatra zibethicus)
2 Minuten Wildnis in Niederbayern

Winterzauber in der Natur

Rehe – unser schönstes heimisches Wild – Roe deer – Chevreuils en Bavière

Beim heutigen Spaziergang, dem ersten Spaziergang des Jahres 2025 erlebten wir unser weißes Wunder …

Frieden und Ruhe
Der Inn im Europareservat war ganz zugefroren. Das Licht war gigantisch.
Rotkehlchen im vereisten Busch – ein schönes Wintermotiv
Und die Birnbacher Störche sind noch da…

Der Goldschakal

Goldschakal – Chacal doré – Canis aureus – Gold jackal

Im ungarischen Tierpark haben wir zum ersten Mal einen Goldschakal sehen können. Wie hübsch die sind!!! Schon den Namen finde ich schön. Aber noch schöner ist das fuchsähnliche Tier selbst mit seinem dichten Fell und den eleganten Bewegungen.

Besonders häufig ist er wohl im Nahen Osten und in Indien. Seit einigen Jahrzehnten breitet er seinen Lebensraum aus und wird inzwischen selbst in Deutschland (ab 1998) gesichtet. Auch in Italien, der Schweiz und den Niederlanden wird er immer mal gesehen. Der Goldschakal ist mir SEHR sympathisch, deswegen habe ich versucht, ihn zu malen.

Adler und Goldschakale – Hortobágy Wildpark

Seeadler – White-tailed eagle

Im Hortobágy Wild Animal Park sind viele Tiere zu sehen, die in der ungarischen Steppe heimisch sind. Wölfe und Gänsegeier, die inzwischen in der Puszta ausgestorben sind, sind auch zu beobachten.

Natürlich haben diese Wildtiere – wie so oft in Tiergehegen – viel zu wenig Platz. Insbesonders die Volieren sollten vergrößert werden. Und doch war ich dankbar, einige aus der Nähe betrachten zu können, insbesondere den hübschen Goldschakal und die Adler.

Goldschakal  (Canis aureus) 
Gänsegeier (Gyps fulvus) In der Puszta sind sie ausgestorben
Auch der Wolf (hier im Hortobagy-Wildpark) ist in der ungarischen Steppe ausgestorben

Hier der Text einer Infotafel über das Verschwinden der Geier in der Steppe:

In dieser Region waren hauptsächlich der Gänsegeier (Gyps fulvus) und der
Mönchsgeier (Aegypius monachus) verbreitet.

Mit der Zeit wurden die wilden Herden durch Haustiere ersetzt. Für die Geier machte dies jedoch keinen Unterschied. Ihre Ausrottung wurde verursacht durch Wilderei und ein regelrechtes Jagdfieber zu Beginn des 20. Jahrhunderts und durch für Wölfe ausgelegte Giftköder.

Als sie noch am Rand der Karpaten genistet haben, waren sie regelmäßige Besucher der Hortobágy-Steppe. Ihr letztes invasionsartiges Vorkommen war gegen Ende des 2. Weltkriegs, als unzählige Leichen und Kadaver nicht beerdigt werden konnten. Die Vögel, die mit ihrer Ernährungsweise eine so wichtige Rolle im Ökosystem übernahmen, wurden von Trophäenjägern und Hobbyjägern gnadenlos bejagt. Der letzte Geier in Hortobágy wurde 1947 in der Nähe von Máta erschossen.


In Europa ist die Situation für Geier recht widersprüchlich. Während die Populationen in
Frankreich und Spanien Dank gezielter Schutzprogramme wieder wachsen, kämpfen in der
Balkanregion die letzten Geier ums Überleben.