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Brunft oder Buffet? Ein Besuch im Hirschgehege Scheuereck im Bayerischen Wald

Faszinierende Hirschbrunft in freier Natur? Von wegen! Neben der Sexualität gibt es bekanntermaßen noch eine andere starke Lebenskraft – den Nahrungstrieb.
Das wurde uns heute im Hirschgehege Scheuereck eindrucksvoll vorgeführt: Das imposante Röhren des Hirsches galt keinem grimmigen Rivalen, sondern dem Nationalpark-Mitarbeiter, der mit Futtereimern beladen sich dem Gatter näherte. Die cleveren Hirschkühe waren rasch zur Stelle – sie hatten ihn früher wahrgenommen als der „König des Waldes“, der wenig würdevoll seinem Harem hinterherpreschte, um schließlich auch ein paar Karotten zu ergattern.
Ein beeindruckendes Schauspiel war es dennoch!
Freies Rotwild gibt es im Nationalpark leider nicht. Das Rothirschgehege in Scheuereck ist ein naturnah gestaltetes Areal von neun Hektar, in dem Besucher die Tiere aus nächster Nähe beobachten können.




Und hier im Video:
English: Unfortunately, there are no free-ranging red deer in the national park. The red deer enclosure at Scheuereck is a near-natural area covering nine hectares, where visitors can observe the animals up close.
Morgenspaziergang mit Rehen

Heute Morgen bin ich etwas früher raus und es hat sich gelohnt. Goldenes Licht, friedliche Stimmung, ein Reh, das mit Kitz über das abgeerntete Getreidefeld geht, Feldhasen, ein Heißluftballon ganz oben im Himmel…Ich bin so dankbar für diese Augenblicke.


Und hier im Video:
Reh und Kitz: Ein Naturerlebnis im Lugenzwald

Fast zu schön, um wahr zu sein! Eben haben wir eine halbe Stunde lang in der „Lugenz“ (Lugenzwald) eine Ricke beobachtet, wie sie in aller Ruhe ihr Kitz säugte und liebevoll ableckte. Wir bewegten uns nur in Zeitlupentempo und so konnte ich sie fotografieren. Um uns herum leuchtendes Grün und über uns der Gesang der Vögel. So poetisch kann Realität sein.
Es ist einfach ein unvergessliches Erlebnis, ein Wildtier in solch einer Szene zu beobachten! Ich bin unendlich dankbar dafür. Solche Augenblicke verbinden uns mit der Natur und unseren „wilden“ Wurzeln.
Leider, leider, leider hatte ich kein Stativ dabei – sonst hätte ich noch näher heranzoomen und sogar filmen können. Doch auch so bin ich absolut glücklich, besonders in diesen Zeiten, in denen uns täglich schlimme Nachrichten erreichen. Umso wertvoller sind diese Momente des Friedens.



Unsere Natur im April

Und wieder ist die neue Ausgabe des Bad Birnbacher Kulturspatz erschienen. Und wieder durfte ich darin berichten, was wir auf unseren Streifzügen durch die Gegend so beobachten:
Unsere Natur im April – Alles wird bunt!
Naturerwachen im April
Nicht nur die Streuobstwiesen in Bad Birnbach erstrahlen in voller Blütenpracht. Überall an den Wanderwegen schmücken sich Kirsch-, Birnen- und Apfelbäume mit zarten weißen und rosa Blüten, während Löwenzahn, Hahnenfuß, Sumpfdotterblume und Schlüsselblume fröhliche gelbe Farbtupfer setzen.
Früher sagte der Volksmund: „April, April, macht was er will.“ Ob das heute – da der Frühling immer früher anfängt – noch Gültigkeit hat, werden wir noch erfahren. Egal, ob das Wetter beständig bleibt oder nicht, auf jeden Fall malt der Frühling jetzt alle Landschaften bunt. Dabei hilft die wunderschöne rote Lichtnelke.

Schmetterlingszauber und Frühlingsboten
Auch die Welt der Tagfalter erwacht zum Leben: Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge flattern durch die Lüfte und erfreuen uns mit ihrem Farbenspiel. Nun zu beobachten ist der Aurorafalter, dessen Männchen leuchtend orange gefärbte Flügelspitzen tragen. Seine Hauptlebensräume sind feuchte Wiesen und Waldränder – und Saumstrukturen mit Knoblauchrauke (seine Raupenfutterpflanze) an Gewässern. Deshalb sieht man ihn jedes Jahr von April bis Juni auf den Rottauenwegen (insbesondere in dem Abschnitt bei Gries) tanzen.
Ein ganz besonderer Frühlingsbote ist der Kuckuck! Wer hört als Erster seinen Ruf? Die Mehrheit der Kuckuck-Meldungen in Bayern gingen beim LBV in den letzten Jahren in der zweiten Aprilhälfte ein, aber hier und da meldet er sich schon früher.


Das Vogelkonzert
Der April bringt die Rückkehr vieler Vogelarten aus ihren Winterquartieren. Am Himmel ziehen Schwalben ihre Kreise, und es ist immer ein besonderer Moment, wenn man bei einem Spaziergang ausrufen kann: „Die Schwaiberl sind zurück!“ Das Konzert der Natur wird außerdem von den melodischen Stimmen von Amsel, Singdrossel und Rotkehlchen geprägt. In unserer Gegend sind ansonsten im April Kohlmeise, Star, Stieglitz, Kleiber und Buchfink häufig zu hören und zu beobachten.
Auch die Flussseeschwalben kehren zurück; seit einigen Jahren zeigt sich an der Rott immer ein Paar dieser seltenen Vögel. Sie sorgen mit ihren kunstvollen Flugmanövern für ein beeindruckendes Schauspiel. Mit etwas Glück können wir sogar beobachten, wie das Männchen dem Weibchen einen kleinen Fisch als Brautgeschenk übergibt.
Währenddessen kümmern sich die Weißstörche auf dem alten Brauereikamin um ihren Nachwuchs. Der Frühling im Rottal ist eine Zeit voller Entdeckungen und magischer Momente – ein Fest für alle Sinne.


