Das Gasthaus Schreibauer – Aquarell – Watercolorpainting
Direkt gegenüber dem Bad Birnbacher Bahnhof steht das Gasthaus Schreibauer. Jedes Mal, wenn ich den Zug nehme, bewundere ich dieses hübsche Wirtshaus, das mit seinem Nebenhaus und den Stallungen sehr harmonisch in die Landschaft eingebunden ist. Das Wirtshaus ist ein schönes, zweigeschossiges Gebäude mit gelben Putzgliederungen, liebevollen Details und einem roten Satteldach, vermutlich um 1900 gebaut.
Das Restaurant ist nun schon seit einigen Jahren geschlossen. Berndt und ich haben dort einmal in der gemütlichen Gaststube „Ripperl“ gegessen. Auf dem blauen Eingangsschild steht noch: „Gasthaus Schreibauer – Kegelbahn“, denn auch eine Kegelbahn gab es, wie es sich für ein „original boarisches Wirtshaus“ gehört.
Ich hoffe, das Gebäude bleibt erhalten und bewohnt, sodass es weiterhin fröhlich alte und neue Geschichten erzählen kann. Ein kleines, architektonisch wertvolles „Sacherl“, ein kleiner Dreiseithof, ein altes Wirtshaus mit Nebengebäuden – egal wie man es nennt, es ist einfach schön…
Ein richtig schönes Hoffest war das heute bei Weber fünf! Ich finde es immer toll, Hersteller aus der Region und Direktvermarkter kennenzulernen. Beim ersten Hoffest 2019 waren wir auch schon dabei; inzwischen ist das hier in Falkenberg schon ein kleiner Markt geworden mit 17 Händlern und Live-Musik.
Die Rottaler Mostkönigin war auch dabei
Weber Fünf ist ein „Begegnungs- und Erlebnisbauernhof im Rottal. Die lustigsten Hofbewohner sind definitiv die Alpakas, die vom Stallfenster aus das rege Treiben sehr neugierig beobachtet haben. Ich mag ohnehin die herzliche Atmosphäre, die immer auf diesem Hof herrscht; das vielseitige Angebot der Händler fand ich diesmal aber auch außergewöhnlich spannend.
Die neue Rottaler Mostkönigin (Martina) war dabei und ließ sich gerne ablichten.
Izabela Eder mit ihren Produkten von der Haferl-und BeutelstubeSehr lecker: der Rottaler Marillenlikör von Hofgeist aus Dietersburg
Für das leibliche Wohl war natürlich auch gesorgt. Für mich eine leckere Bosna und dann einen herrlichen Rottaler Marillenlikör der Edelbrennerei Hofgeist von Edelbrandsommelier Konrad Stinglhammer aus Dietersburg.
Elli Schreiner mit ihren Alpakawolle-Produkten in ihrem Weber-Fünf-Laden in Falkenberg, Rottal-Inn
Das Septemberlicht über den Rottaler Hügeln verwandelt die Landschaft in malerische Szenen. Es spiegelt sich in den Tautropfen auf Spinnweben und lässt das bunte Laub leuchten. Selbst bei wechselhaftem Wetter sind Spaziergänge und Wanderungen in der Region besonders reizvoll.
Die Natur malt nun impressionistische Bilder mit dem Goldocker reifer Äpfel in den Streuobstwiesen, dem dunklen Violett der Schlehen und dem glänzenden Elfenbeinschwarz der Holunderfrüchte. In den Wäldern sprießen die ersten Pilze und erinnern daran, dass der Frühherbst beginnt.
Auch Tagfalter lassen sich im September beobachten. Insbesondere Admiral und Tagpfauenauge sind noch unterwegs; sie laben sich gern an Fallobst, am liebsten, wenn es schon zu gären anfängt und nach Alkohol riecht.
An der Rott lassen sich Gebirgsstelze, Flussuferläufer und Eisvögel beobachten; vielleicht lässt sich gar ein Seidenreiher erblicken. Der Vogelzug ist jetzt in vollem Gange: Stare sammeln sich auf den Masten und Rauchschwalben fliegen in den Süden.
In den Rottaler Wäldern locken lange Spaziergänge durch farbenfrohe Wälder. Mit etwas Glück kann man Feldhasen und Rehe sehen, die im September aktiver werden. Auch ein Spaziergang durch den Kurpark hat jetzt einen besonderen Reiz: Rotkehlchen und Drosseln hüpfen durch das Gebüsch und laben sich an bunten Beeren, während Grünfinken in den Wiesen an den Samen naschen.
Der Frühherbst bringt leuchtendes Licht und blühende Wildpflanzen wie Schafgarbe, wilde Möhre, Ackerwinde, Wegwarte und der cremig-weiße Mädesüß. Es ist einfach spannend, die Rottaler Flora und Fauna zu beobachten.
Naturrubrik im Bad Birnbacher Kulturspatz
Septemberstimmung in den Rottauen bei Bad Birnbach
Diebstahl in Birnbach im Jahr 1847 – Bericht aus dem „Bayerischen Volksblatt“
Letztens fand ich in dem digitalisierten Archiv des Bayerischen Volksblatt einen Bericht von März 1850, in dem es um einen Diebstahl ging, der sich in unserer Gegend im Jahr 1847 zutrug, als Ludwig I. der König von Bayern war. In diesem Artikel wird die Verhandlung in Straubing im Detail beschrieben.
Eigentlich fand der Diebstahl im Landkreis Kelheim statt, aber da der Angeschuldigte aus Birnbach kam, las ich den Beitrag mit besonderem Interesse. Das Diebesgut soll in jener Nacht teilweise auch nach Birnbach gebracht worden sein. Ich frage mich, wie. Denn zwischen dem Tatort und Birnbach liegen mehr als 100 Kilometer…
Worum es da also ging? Kurz zusammengefasst: Ein sogenannter Georg Progner aus Birnbach traf sich nachts mit zwei Mittätern, brach in einen Hof ein und stahl 30 Kilo Fleisch. Die Progners sollen sich nämlich mit Augustin Grillbeck zur „Verübung eines Diebstahls“ verabredet haben: Sie wollten bei Gaisberger zu Frauenwahl (einem Ort im Landkreis Kelheim) Fleisch stehlen.
Was mich an dieser Geschichte bewegt? Zunächst einmal dieSprache, in der der Zeitungsredakteur berichtet. Präzise, lange, schöne Sätze. Das liest sich beinahe wie ein guter Roman, nicht wie die heutigen Presseberichte. Was wir aktuell als Bagatelldelikt abtun würden, hat den literarischen Ehrgeiz des Journalisten Sauer (als „verantwortlicher Redakteur“ angegeben) anscheinend angespornt.
Aber auch zu erfahren, dass die Diebe das gestohlene Räucherfleisch zum Teil selbst gegessen und auch verschenkt haben sollen, hat mich daran erinnert, wie wertvoll Fleisch damals war. Die mitgenommenen Gegenstände werden nämlich kaum erwähnt; die 30 Kilo Schweinefleisch aber, scheinen so wertvoll gewesen zu sein, dass sie mehrere Gerichtsverhandlungen rechtfertigten. Wahrscheinlich hatten Progner & Co schon sehr lange kein Fleisch mehr gegessen, sonst hätten sie den Ärger mit der Justiz nicht riskiert. Heute wird Fleisch als „klimaschädlich“ angesehen; so ändern sich die Zeiten.
Hier die Geschichte:
Angeschuldigt wurde Georg Progner von Birnbach, der zusammen mit Johann Nepomuk Progner von Grub und einem sogenannten Augustin Grillbeck in der Nacht vom 19. auf den 20. Januar 1847 einen Diebstahl begangen haben soll.
„In dieser Nacht sollen sie in dem mit Gaisbergers Wohnhause verbundenen Stalle einen Fensterstock gewaltsam herausgerissen haben.“ Sie sollen „neben einigen anderen Gegenständen eine Quantität Schweinefleisch zu beiläufig 60 Pfund entwendet haben.“ Nach der Tat soll sich Progner mit seiner Geliebten, „der Waberl nämlich“, „fort nach Haselbach“ gemacht haben. Einen Teil des Fleisches sollen sie dort miteinander gegessen, einen weiteren Teil verschenkt haben.
Der Großteil des Fleisches soll von der Geliebten Grillbecks, Barbara Krempl, an die Familie Strasser aus Langquaid verkauft worden sein. Die Maurersfrau Anna Maria Strasser war dann auch diejenige, die vor Gericht die Täter identifizierte.
„Die Barbara Krempl gibt zu, einen Teil des fraglichen Fleisches nach Langquaid getragen und dort dasselbe zum Teil an Thomas Strasser verkauft und zum Teil verzehrt zu haben – behauptet aber, nicht gewusst zu haben, woher dieses Fleisch rühre, welche Behauptung aber bei ihrem innigen Verhältnis mit Grillbeck, bei ihrer Bekanntschaft mit der Unvermögenheit und Geschäftslosigkeit desselben und bei dem Umstande, dass Grillbeck mit Progner in dunkler Nacht das fragliche Fleisch nach Birnbach gebracht und sich von da noch vor Tagesanbruch mit ihr entfernt hat, keinen Glauben erhalten wird.“
„Georg Progner, welcher in der Voruntersuchung ein umfängliches Geständnis abgelegt hat, widerspricht heute ausdrücklich jede Teilnahme an diesem Diebstahl seinerseits und behauptet zur Ablegung seines Geständnisses durch Drohungen und Schläge gezwungen worden zu sein.“
Diese Aussage war nicht glaubwürdig, denn: „Bei einer gerichtlichen Hausdurchsuchung im Prognerschen Hause zu Birnbach wurden auch einige der gestohlenen Gegenstände gefunden“, insbesondere ein Haferl mit Schmalz und ein „Striegel zum Putzen der Kühe“.
„Die Beschuldigung gegen Grillbeck und Georg Progner bezüglich dieser Tat geht auf das Verbrechen des ausgezeichneten Diebstahls; gegen Barbara Krempl auf Begünstigung des Diebstahlverbrechens.“
Der Täter war ein armer Mann
Progner, der bereits 55 Jahre alt war, wurde übrigens in einem anderen Bericht der Abenberger Wochenblatts als „Söldner“ bezeichnet. Da wurde über eine andere Verhandlung berichtet, in der es um den Diebstahl eines Mantels ging. Da es um recht friedliche Zeiten vor dem Revolutionsjahr 1848 ging, ist unter „Söldner“ nicht der angeworbene Soldat zu verstehen, sondern ein sehr armer Bauer: „Der Söldner oder Seldner bezeichnete in Bayern und Südwestdeutschland den Bewirtschafter einer Sölde, eines bäuerlichen Guts, das oft nicht ausreichte, um davon leben zu können. Der Besitzer musste sich deshalb meist auch noch als Handwerker oder Taglöhner verdingen. (Quelle: GenWiki)“
Die Verurteilung
Aufgrund dieses und weiterer Delikte wurde Georg Progner zu 12 Jahren Zuchthaus und Augustin Grillbeck (der bedeutend jünger war) zur Kettenstrafe verurteilt.