Große Brachvögel Ende November am Chiemsee

Ein Großer Brachvogel (Numenius arquata) läuft über eine grüne Wiese.
20 Große Brachvögel am 27. November 2025 in Seebruck am Chiemsee unterwegs

Große Brachvögel Ende November in Bayern? JA! Heute bei Seebruck. Und kürzlich sah ich welche zwischen Kößlarn und Bayerbach! Für mich sind das immer wundervolle, wilde Momente!

In einem Bericht aus der Süddeutschen Zeitung von März 2021 („Eine neue Vogelart überwintert im Landkreis“), schreibt ein Ornithologe „Vor mehr als 20 Jahren fielen die ersten Brachvögel auf, die am Chiemsee überwintern.“

Bisher schienen die Großen Brachvögel (Numenius arquata) im Spätsommer an Küstenregionen in Frankreich und Spanien zu fliegen. Der Große Brachvogel (Numenius arquata), auch nur Brachvogel genannt, ist eine Vogelart aus der Familie der Schnepfenvögel (Scolopacidae).

Ein Großer Brachvogel und eine schwarze Krähe stehen auf einer Wiese mit grünem Gras.
Großer Brachvogel und Krähe Ende November zusammen auf einer Wiese bei Seebruck (Bayern)

EN: Eurasian Curlews at the end of November in Bavaria? YES! Today at Lake Chiemsee. And recently I spotted some between nearby my hometown in Lower Bavaria! For me, these are always wonderful, wild moments. 

In a report from the *Süddeutsche Zeitung* in March 2021 (‘A new bird species spends the winter in the district’), an ornithologist wrote: ‘More than 20 years ago, the first curlews were noticed wintering at Lake Chiemsee.

Until then, Eurasian Curlews (Numenius arquata) seemed to migrate in late summer to coastal regions in France and Spain.

Drei Große Brachvögel in einem grünen Feld, die den Blick nach vorne richten.
Courlis cendrés fin novembre en Bavière

Spätherbst am Chiemsee

Blick auf den Chiemsee mit zwei Enten, die im Wasser schwimmen, und einem kleinen Holzstapel am Ufer, umgeben von Steinen und Kies.
Spätherbst am Chiemsee

Diesiger Himmel, aufsteigende Nebelschwaden, blaue Berge in weiter Ferne. Über dem See ziehen Entenschwärme, die Farben erinnern an Fjorde in Island. Eine fast dramatische Ruhe liegt über allem, mystisches Licht bricht durch – und eine graue Wolke legt sich wie ein Deckel über die Gipfel. All das war heute am Chiemsee zu sehen.

Eine Person schaut durch ein Fernglas auf einer Aussichtsplattform am Chiemsee, umgeben von einem ruhigen See und bewölktem Himmel.
Reiherenten, Kolbenenten und Lachmöwen waren zu sehen

FR: Ciel brumeux, volutes de brouillard qui s’élèvent, montagnes bleues au loin. Au‑dessus du lac passent des vols de canards, les couleurs rappellent les fjords d’Islande. Une tranquillité presque dramatique enveloppe le paysage, une lumière mystérieuse perce – et un nuage gris se pose comme un couvercle sur les sommets. Tout cela s’est offert aujourd’hui au Chiemsee.

Schneebedeckte Berge unter einem grauen Wolkenhimmel, mit Nebelschwaden über den Gipfeln.
Chiemgau-Alpen
Mann mit einem Spazierstock schaut durch ein blaues Fernglas auf einem Steg am Chiemsee, im Hintergrund ist der See und bewölkter Himmel zu sehen.
Auch die Fraueninsel ist von Chieming aus zu sehen
Blick auf den Chiemsee mit Kiesstrand und blauen Bergen im Hintergrund unter einem bewölkten Himmel.
Mysteriös: Der Chiemsee im Spätherbst

Spaziergang im Europareservat Unterer Inn

Eine sanfte, neblige Morgenlandschaft im Europareservat Unterer Inn, mit Spaziergängern auf einem gepflasterten Weg und frostbedeckten Gräsern im Vordergrund. Im Hintergrund sind weitere Fußgänger und eine Überdachung zu sehen.

Spaziergang im Europareservat Unterer Inn – viele Vögel waren gestern zu sehen, doch besonders beeindruckten die tausenden Graugänse. Auch Enten und Kormorane waren zu beobachten. Schön waren die vom Frost weiß eingepuderten Gräser.

Silhouette eines baumlosen Baumes am Wasser mit einem Sonnenuntergang und fliegenden Vögeln im Hintergrund.
Abendstimmung am Inn
Eine große Anzahl von Vögeln, insbesondere Graugänsen, schwimmt in einem Gewässer. Einige Enten sind ebenfalls zu sehen, während Vögel fliegen. Die Umgebung ist von frostigen Gräsern umgeben.
Graugänse, Enten, Möwen und Kormorane waren zu sehen

Und hier im Film:

Wintertraum

A watercolor painting depicting a snowy landscape under a purple sky with a large moon. Four foxes are depicted, two in the foreground and two in the background, with evergreen trees scattered throughout the scene.
Aquarelle – Schneelandschaft mit Wildtieren – Watercolorpainting – Winternacht

Gelebte Geschichte(n): Vom Passierschein zum Quartier Vauban in Freiburg

Ein altes Passierschein-Dokument der französischen Streitkräfte mit einem Foto und persönlichen Informationen, ausgestellt für eine Schülerin des Centro Equestre im Quartier Vauban in Freiburg.
Passierschein für die Vauban-Kaserne der Französischen Streitkräfte – 1979

Dies ist ein Passierschein für eine Kaserne der französischen Streitkräfte (FFA) – mit ihm kam ich in den 70ern zu meinen geliebten Pferden. 

Damals dachte ich, die Vauban-Kaserne in Freiburg im Breisgau habe es immer schon gegeben und würde ewig bestehen. Erst später begreift man, dass man mitten in der Geschichte lebt. 

Ich ging ins französische Gymnasium Lycée Turenne und hatte donnerstags Reitunterricht in der Kaserne; Schüler und Soldaten konnten dort reiten lernen. Der Unterricht war streng, die Pferde bloße „Sportobjekte“ – und doch war ich dankbar, einmal pro Woche große, warme Tierleiber streicheln zu dürfen, mein Trost in der kalten Internatswelt. 

Das Gelände war ursprünglich die 1937 von der Wehrmacht erbaute „Schlageter-Kaserne“. Freiburg nannte sich damals „Friedensgarnison“ und fühlte sich „sicher im Schutze der Wehrmacht“ (Lexikon der Wehrmacht). Nach Kriegsende diente die Kaserne als Sammelstelle für ehemalige polnische und sowjetische Zwangsarbeiter, bevor 1945 die französischen Militärbehörden übernahmen und sie nach Festungsbaumeister Vauban benannten. 

1992 zog das französische Kontingent in der Folge der deutschen Wiedervereinigung aus Freiburg ab.

Schon 1993 entstand die Vision eines ökologischen Stadtteils mit autoreduziertem Verkehrskonzept. Heute gilt das „Quartier Vauban“ als Modellviertel für nachhaltiges Wohnen.

Erst im Nachhinein merkt man, dass man nicht nur Geschichte erlebt, sondern selbst Teil von ihr geworden ist – mit all den persönlichen „Geschichten“, die man im Lauf des Lebens sammelt und die sich in die große Geschichte einfügen…

Und hier noch eine Erinnerung an die Grundschule der französischen Streitkräfte in Freiburg

FR: Ceci est un laissez‑passer pour une caserne des Forces françaises en Allemagne (FFA) – grâce à lui, j’accédais dans les années 70 à mes chevaux bien‑aimés. À l’époque, je pensais que la caserne Vauban avait toujours existé et durerait éternellement. Ce n’est que plus tard qu’on comprend qu’on vit au cœur de l’histoire.

J’étais élève au lycée français Turenne et suivais le jeudi des cours d’équitation dans la caserne, ouverts aux élèves comme aux soldats. L’enseignement était strict, les chevaux considérés comme de simples « objets sportifs » – et pourtant j’étais reconnaissante de pouvoir, une fois par semaine, caresser ces grands corps chauds, mon réconfort dans le monde froid de l’internat.

Le site était à l’origine la « caserne Schlageter », construite en 1937 par la Wehrmacht. Après la guerre, il servit de centre de regroupement pour d’anciens travailleurs forcés, avant d’être repris en 1945 par les autorités militaires françaises et rebaptisé en l’honneur de Vauban.

En 1992, le contingent français quitta Freiburg. Dès 1993, une vision d’un quartier écologique avec un trafic réduit prit forme. Aujourd’hui, le « Quartier Vauban » est reconnu comme modèle de vie durable.

Ce n’est qu’après coup qu’on réalise qu’on n’a pas seulement vécu l’histoire, mais qu’on en est devenu soi‑même une partie – avec toutes ces petites histoires personnelles qui s’inscrivent dans la grande Histoire.