
Archiv des Autors: Nadia Baumgart
Windkraft in der Lugenz – eine Bedrohung für Natur und Kulturerbe

Vor Kurzem erschien in der Passauer Neuen Presse ein Artikel mit dem Titel: „Kurort Bad Birnbach kämpft weiter gegen Windräder“. Besonders brisant ist dabei die Tatsache, dass ausgerechnet unser Naturwald Lugenz als „Windvorranggebiet“ für den Bau von Windkraftanlagen ausgewiesen wurde. Ein Vorhaben, das nicht nur die Landschaft, sondern auch wertvolle Natur- und Kulturgüter gefährden würde. Glücklicherweise setzt sich unsere Gemeinde entschieden gegen dieses Projekt ein.
Laut einer Karte des Planungsverbands Landshut, die Gebiete mit ausreichender Windstärke für Stromproduktion ausweist, käme das Waldgebiet Lugenz bei Bad Birnbach für den Bau von Windrädern infrage.
Doch die Lugenz ist weit mehr als nur ein potenzieller Standort für Windkraft. Neben den möglichen touristischen Einbußen gibt es zahlreiche ökologische und kulturelle Gründe, die gegen die Errichtung von Windkraftanlagen sprechen:
- Artenschutz: Die Lugenz ist Lebensraum für zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten.
- Waldschutz: Alte Wälder speichern CO₂ und Wasser wesentlich besser als jüngere Wälder – ihre Zerstörung hätte langfristige negative Folgen.
- Trink- und Grundwasserschutz: Eingriffe in das Ökosystem könnten die Wasserqualität beeinträchtigen.
- Denkmal- und Kulturgutschutz: Die Lugenz ist historisch und archäologisch von großer Bedeutung.
Historische Bedeutung der Lugenz
Der Historiker und Archäologe Hon.-Prof. Georg Spitzlberger hat bereits 1980 in der Naturwissenschaftlichen Zeitschrift für Niederbayern (Band 28) auf die Einzigartigkeit der Landschaftsinseln Steinkart und Lugenz hingewiesen. In seiner Schrift „Gefährdete Natur- und Geschichtsdenkmäler in Ostbayern“ formulierte er klare Forderungen zum Schutz dieser Gebiete. Unten finden Sie den gesamten Text.
Ein Auszug aus seinen Schlussfolgerungen:
„Die von der vorliegenden Dokumentation durch naturwissenschaftliche, ökologische, historische und volkskundliche Argumente aufgewiesene Einmaligkeit der Landschaftsinseln Steinkart und Lugenz bei Griesbach und Birnbach im unteren Rottal macht es dringend notwendig, auf der gesetzlichen Grundlage von Naturschutzgesetz und Denkmalschutzgesetz folgende Mindestforderungen und Anregungen vorzubringen und für baldige Realisierung zu sorgen.
Amtliche Ausweisung der genannten Gebiete als Landschaftsschutzgebiete, Eintrag der einzeln aufgeführten Objekte in die Naturdenkmalliste bzw. Bodendenkmalliste, sofern das noch nicht geschehen ist. Die Besitzer und an der Ausbeutung interessierten Kreise der Wirtschaft müssen in geeigneter und wirksamer Form davon unterrichtet werden, dass weitere zerstörende Eingriffe nicht mehr zulässig sind. Der Vernichtung unersetzbarer Werte der Heimatnatur ist ab sofort Einhalt zu gebieten.“
Spitzlberger, der an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Hochschule Landshut lehrte, wurde 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Ein Appell für den Erhalt der Lugenz
Die Errichtung von Windkraftanlagen in der Lugenz würde nicht nur wertvolle Natur- und Kulturlandschaften zerstören, sondern auch dem Klimaschutz widersprechen. Alte Waldgebiete sind essenzielle CO₂- und Wasserspeicher – ihre Zerstörung hätte langfristig negative ökologische und kulturelle Folgen.
Es bleibt zu hoffen, dass dieses Vorhaben verhindert werden kann und die Lugenz als einzigartiges Natur- und Kulturerbe erhalten bleibt.

Hier der vollständige Bericht des Dr. Georg Spitzlberger:
Und hier zur Stellungnahme Wind der Gemeinde Bad Birnbach: https://www.badbirnbach.de/wind
In diesem Zusammenhang finde ich die „Electricity Maps“ besonders interessant. Sie zeigen in Echtzeit, wie viel CO₂ ein Land emittiert. Trotz der zahlreichen Windräder und Solarfelder schneidet Deutschland dabei nicht so gut ab wie beispielsweise Frankreich. Betrachtet man längere Zeiträume in der Vergangenheit, wird dieser Unterschied noch deutlicher.
Wenn wir tatsächlich „grüner“ werden wollen – insbesondere jetzt, da KI einen enormen Energiehunger entwickelt –, müssten wir unsere Landschaften flächendeckend mit Windrädern versehen. Dabei sollte man jedoch bedenken, dass zur Aufstellung Straßen durch den Wald gebaut werden müssen, jeder einzelne Sockel aus 6000 Tonnen Stahlbeton besteht und die Rotorblätter nicht recycelbar sind. : https://app.electricitymaps.com/map/72h/hourly

Pfarrkirchen: Jungstörche sind da! 2025

Wie schön! Das Pfarrkirchner Storchenpaar hat Nachwuchs! Mindestens zwei Küken recken neugierig ihre Köpfchen in die Höhe und können sogar schon klappern! Die Nisthilfe auf dem Gasspeicher 2020 ist auf Initiative von Bürgermeister Wolfgang Beißmann vom Bauhof Pfarrkirchen gebaut worden, als damals viele Weißstörche in der Nähe landeten. Hier mehr dazu: Nisthilfen für Weißstörche im Rottal

In Bad Birnbach gab es in diesem Jahr leider keinen Nachwuchs. Die anhaltende Trockenheit hat dazu geführt, dass viele Weißstörche – nicht nur in Bayern, sondern auch in anderen Regionen wie dem Elsass – ihre Brut abgebrochen oder ihre Küken aus dem Nest geworfen haben. So grausam es erscheinen mag, es ist ein natürliches Phänomen.
Die Störche in Pfarrkirchen beginnen immer einige Wochen später mit der Besetzung ihres Nestes und der Brut als ihre Artgenossen in Birnbach. Nun hat es endlich geregnet, und hoffentlich finden die Altvögel nun ausreichend Nahrung. Wir drücken den kleinen Pfarrkirchner Störchen die Daumen und wünschen ihnen viel Glück!


Romantische Wanderung zu den Kaser Steinstuben

Gestern haben wir eine romantische Wanderung zu den Kaser Steinstuben bei Triftern gemacht. Alles blüht und gedeiht, da werde ich so dankbar innerlich. Begleitet wurden wir durch Hasen und junge Bachstelzen, die am Feldrand zwitscherten. Es ging durch Getreidefelder zum Wald und dort zu den „Steinstuben“. Dort liegen riesige Steinblöcke wild durcheinander, in grünes Moos gekleidet und umschlossen von Fichten, Eschen und Holunder. Ein wunderbarer, stiller Ort.

Die Steine werden „Konglomeratblöcke“ genannt. Vor 40 Millionen Jahren entstand in Südbayern eine Senke (das Molassebecken), die 30 Millionen Jahre lang Schutt aus den Alpen und anderen Gebieten sammelte. Flüsse lagerten Sand und Kies ab, hauptsächlich Quarz, Kalk und Dolomit. Durch ein Bindemittel wurde daraus festes Quarzkonglomerat. Regenwasser spülte feines Material weg, übrig blieben große Felsblöcke.
Hier mehr vom LfU Bayern: LfU.bayern.de/Geologie/Bayerns_schoenste_geotope

Und hier noch im Video:
