Mein Mann und „Redaktionsmitarbeiter“ Berndt hat es heute Morgen im Nebel geschafft, die Beweisbilder zu machen: Der erste Storch ist seit einigen Tagen zurück in Bad Birnbach! Wir hoffen, dass der Zweite bald folgt.
Im August 2014 ließ Monica Gräfin von Arco auf Valley ein Storchennest auf dem alten Brauereikamin errichten. Schon 2015 landete der erste Weißstorch auf dem Nest und 2018 gab es aus diesem Horst erstmals eine erfolgreiche Brut mit drei flüggen Jungvögeln. Inzwischen sind mehrere Jungvögel in Bad Birnbach ausgeflogen. In den letzten zwei Jahren gab es leider keinen Bruterfolg.
Inzwischen gibt es im Landkreis mehrere Paare, die auf Nisthilfen gebrütet haben – in Pfarrkirchen, in Eggenfelden/ Gern, in Arnstorf und in Hebertsfelden.
Unsere Natur im Februar – Erste Frühjahrsanzeichen
Im Rottaler Hügelland beginnt jetzt eine besonders spannende Zeit. Obwohl es noch Februar ist, zeigen sich bereits erste Anzeichen des nahenden Frühlings. Vögel singen und markieren ihre Reviere, das Licht wird heller, und auch die Farben in der Landschaft wirken lebendiger. Feldhasen, Stare und Rehe sind wieder häufiger zu sehen – ein guter Zeitpunkt für Naturbeobachtungen.
In den Vorjahren hat ein Storchenpaar, das in milden Wintern sogar ganz oder teilweise im Kurort geblieben war, Mitte Februar den Horst auf dem alten Brauereikamin bezogen. Ob auch in diesem Jahr wieder Störche in Bad Birnbach brüten werden? Das wird sich bald zeigen.
Auch die Kiebitze ziehen Ende Februar durch das Rottal, meist gemeinsam mit Staren und anderen Vogelarten. In den letzten Jahren hatten ein bis zwei Paare auch erfolgreich in Bad Birnbach gebrütet. Da die Art stark gefährdet ist, hoffen wir wieder auf Bruterfolg.
Ein Kiebitz (Vanellus vanellus) auf einer Wiese bei Bad Birnbach
Da die Kiebitze immer größere Schwierigkeiten haben, auf unseren Wiesen und Äckern erfolgreich zu brüten, finden in diesem Winter wieder umfangreiche Pflegearbeiten statt. „Auf ausgewählten Landkreisflächen sowie auf bestehenden Ausgleichsflächen des Staatlichen Bauamts Passau werden laut Pressemitteilung des Landratsamts Gehölze entfernt, um das wertvolle Offenlandhabitat für gefährdete und vom Aussterben bedrohte Wiesenbrüterarten wie Kiebitz, Bekassine, Feldlerche und Wiesenpieper zu erhalten und weiter aufzuwerten.“ (Quelle: Passauer Neue Presse)
Auf den Feldern ruhen Rehe. Ihr Winterfell ist jetzt graubraun, der Fellwechsel beginnt im Frühjahr und kleidet sie wieder in rötliche Farben. An der Rott sind nun Grau- und -Silberreiher zu beobachten, mit etwas Glück lässt sich sogar der seltene Seidenreiher blicken; die Kohlmeisen zeigen jetzt schon ihr Balzverhalten mit dem typischen zweisilbigen Gesang. Die Tage werden endlich länger, und die Erlenblüte leitet schon die Pollensaison ein. Schneeglöckchen und Krokusse blühen bereits am Wegesrand.
Neben den Stockenten sind derzeit auch Reiherenten und Krickenten an der Rott zu sehen. Die Krickente fällt durch den kastanienbraunen Kopf und den grünen Augenstreif des Erpels auf. Ihre hohen Rufe sind regelmäßig zu hören, und bei der Futtersuche durchschnattern sie den Uferschlamm. Die Reiherente unterscheidet sich deutlich: Der Erpel trägt ein schwarz-weißes Gefieder, das Weibchen ist braun gefärbt. Diese Art taucht bis zu sechs Meter tief und bleibt bis zu 30 Sekunden unter Wasser, um Nahrung vom Gewässergrund zu holen.
Auch das Rotkehlchen ist aktiv. Es singt selbst im Winter und ist mit seinem „Zik-zik-zik“ oft in Hecken und Gebüschen zu hören. Rotkehlchen sind Teilzieher, manche bleiben ganzjährig, andere ziehen in wärmere Regionen. Männchen und Weibchen sind äußerlich nicht zu unterscheiden, besetzen aber im Winter getrennte Reviere. Das Weibchen wählt den Nistplatz, das Männchen verteidigt sein Gebiet auch kämpferisch.
Viel Freude bei Euren Naturerkundungen!
Reiherente (Aythya fuligula) an der RottWir zwei unterwegs
Wir haben diesen Tanz erstmals 2022 in Pleinting bewundert – auch dieses schöne Brauchtum erlebt in unserer neoromantischen Zeit eine neue Blüte. Die Nachrichten sind voller Verwirrendem und Traurigem aus aller Welt, und oft fühlen wir uns ohnmächtig. Wie schon in der Biedermeierzeit – wenden wir uns wieder dem Privaten und den alten Traditionen zu, die uns Halt geben und Freude bringen.
Historisch gesichert wird der Schäfflertanz seit 1702 in München aufgeführt; ab etwa 1830 verbreitete er sich durch wandernde Schäfflergesellen in andere Orte Altbayerns. Der Legende nach entstand er bereits 1517, als die Fassmacher nach einer Pestepidemie mit ihrem Tanz Zuversicht und Lebensfreude zurückbringen wollten. Und vielleicht brauchen wir genau das heute wieder. 🕺Also… lasst uns tanzen!
Hier noch eine Notiz aus dem Zeitungsarchiv Digipress, die bezeugt, dass der Tanz in München alle 7 Jahre stattfand und sogar vor dem König aufgeführt wurde!
„Eine eigene Beschreibung der Entstehung und des bisherigen Fortbestandes des Schäfflertanzes ist von dem königl. Baurath Änton Baumgartner in einem Büchelchen von 20 Seiten, in Druck erschienen. In Bezug auf den diesjährigen Schäfflertanz , sagt der Verfasser unter Andern: „So wagen es denn die Schäffer heuer als am siebenten Jahre wieder, den ersten ihrer Tänze nach erfolgter allerhöchster Erlaubnis unter Ludwigs huldreicher Regierung vor ihm aufzuführen […]“
Im Jahr 1830 war in Bayern König Ludwig I. der regierende Monarch.
EN: The Schäfflertanz, a Bavarian folk tradition dating back to 1517, is flourishing again in uncertain times, having been performed regularly in Munich since 1702—famously even before King Ludwig I in 1830—and reminds us how tradition and joy can bring light into troubled days.
Hier im Video mit meinen KI-animierten Aquarellen
Als Grundlage für dieses KI-animierte Video (mit Ton) habe ich wieder eigene, handgemalte Aquarelle genommen.
Alle habe ich direkt erlebt und vor Ort oder direkt nach dem Event gemalt/ gezeichnet. Diese Feste sind alle in unserem Landkreis zu sehen.
Die Tango-Violinistin ist Birgitta Zamastil, die ich während ihres Auftritts 2017 im Artrium gezeichnet habe; die Bayerischen Musiker sind inspiriert von den Die Reichertshamer Musikanten ; der Flamenco-Gitarrenspieler spielte im Artrium; einen Leonhardiritt habe ich in Aigen am Inn skizziert; den Schäfflertanz sah ich in Pleinting (Landkreis Passau), er findet auch in Asenham und Arnstorf statt; den Eselszug vom Eselhof Berndlgut gab es in Aigen am Inn zu sehen; das Maifest ist in Bad Birnbach.
Schön, dass Musik, Tanz und Feste in unserer Gegend so stark verankert sind!