Heute waren wir wieder in unserem Rottaler Zauberwald. Ein geschütztes Biotop, sonst wäre er längst zerstört. Im Video erzähle ich kurz, was ich unter Natur und Naturerlebnis verstehe.
Mitten auf der Waldwiese wachsen Orchideen und andere Raritäten wie Torfmoose und Farne. Die Schönheit der Pflanzen zu bewundern, das macht richtig froh. Ohne Schutzmaßnahmen wäre unsere Landschaft inzwischen eine langweilige Monokultur. Und wer will schon in einer sterilen Wüste leben?
Natur braucht Raum, sie muss nicht optimiert werden, sondern erhalten…Ein echter Bach, der am Waldrand rauscht Wilde Orchideen sind sehr selten gewordenUnterwegs in der Natur
Das größte und schönste Wunder: die Natur. Eigentlich leben wir im Garten Eden und bemerken es nicht, weil wir damit beschäftigt sind, die Natur zu „ordnen“ und uns gegenseitig zu bekriegen.
Der Frühling ist daKiebitze brüten noch bei uns. Trotz allem. Ich bin ihnen dankbar.Ein Goldtropfen am Wegesrand: Die Goldammer
Der Kiebitz ist deutschlandweit, aber auch in Bayern stark gefährdet: Als Bodenbrüter hat er ein sehr gefährliches Leben: Landmaschinen, versiegelte Flächen, aber auch freilaufende Hunde sind seine Feinde. Im letzten Jahr wurden nur 24 geschlüpfte Kiebitzküken in unserem großen Landkreis gesichtet. Wenn das so weiter geht, wird er in unserer Region aussterben.
Um das zu verhindern, bietet nun der Landschaftspflegeverband Rottal-Inn interessierten Landwirten Förderprogramme und kostenlose Beratungsgespräche.
Es wäre sehr schön, wenn möglichst viele Landwirte die Maßnahmen umsetzen würden. Mehr dazu in diesem Link:
Von Einheimischen hört man oft „es gibt doch so viele Kiebitze!“ Was sie nicht bedenken ist, dass die Altvögel zwar immer wieder zum Brüten herkommen, sie ihre Jungen aber nicht flügge bekommen.
Und die Schwärme, die wir hier sehen, bestehen auch aus vielen Vögeln, die weiterziehen. Außerdem werden Kiebitze recht alt (über 10 Jahre). Man sieht dann lange die Altvögel, die zum Brüten kommen und bemerkt nicht, dass immer weniger Küken schlüpfen. Ich glaube aber, dass das Bewusstsein der Gefahren langsam wächst und dank der Maßnahmen des LPV und dem Verständnis der Hundehalter dürfen wir Hoffnung haben.
Schwarm von Kiebitzen und Staren im Rottal
Ein Schwarm Kiebitze hinter einem Starenschwarm. Es ist faszinierend zu beobachten, wie tänzerisch beide Schwärme immer wieder verschmelzen.
Lapwings in Lower Bavaria – Vanneaux huppés en Basse-Bavière
Gerade in diesen beunruhigenden Zeiten tut Natur besonders gut. Heute waren wir im schönen Kollbachtal bei Arnstorf, wo wir viele Kiebitze gesehen haben. Sie kommen zurzeit in Schwärmen in ihre Brutgebiete zurück. Es ist so schön, durch die Gegend zu streifen und überall kleine und große Naturwunder zu entdecken.