Gute alte Zeiten? Erzeugerpreise in der Landwirtschaft

Das Wochenblatt des landwirtschaftlichen Vereins in Bayern 1928 klagt über zu niedrige Erzeugerpreise

Die Angst vor „Auslandsware“ und den Flogen des Welthandels sind nicht erst von gestern.

Früher war alles besser, meinen wir oftmals. Auch in der Landwirtschaft. Zurzeit steigen aufgrund des Krieges die Weizenpreise, insbesondere weil die Importeure jetzt um alternative Getreide-Lieferungen konkurrieren.

Bis vor kurzem war eher das Gegenteil der Fall: Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Rohstoffe sind seit dem 2. Weltkrieg bis etwa zur Jahrtausendwende fast kontinuierlich gefallen. (Quelle: Weltagrarbericht).

Immer wieder hören wir Klagen über die Erzeugerpreise. Die Landwirte könnten damit die gestiegenen Kosten für Betriebsmittel, Maschinen und Pachten nicht decken. Und wir denken: Früher war das anders, früher war es besser. Da gab es noch keinen Welthandel, da wusste man Lebensmittel zu schätzen, etc.

Ist das wirklich so? Alte Zeitungen klären auf!

Hier ein Auszug aus dem „Wochenblatt des landwirtschaftlichen Vereins in Bayern“ vom 5. September 1928 (!):

„Am Krankenlager der deutschen Landwirtschaft (Artikel von 1928)

So geht es auch wieder in diesen letzten Tagen. Wir haben in den vergangenen Wochen eine leidlich gute Ernte nach Hause gebracht, deren Menge und Qualität uns mit Dank erfüllt. Besonders das Brotgetreide, die Grundlage unserer Volksernährung, zeigt nach dem bisherigen Dreschergebnis außerordentlich gute, der besten Auslandsware gleichwertige Qualitäten. Der Rückschlag kommt diesmal von der Preisseite her. Preise um 10 Mark herum, die der Bauer heute für einen Zentner guten Weizen erhält, decken nicht einmal die Erzeugerkosten. Eine schleunige Stützungsaktion ist außerordentlich vordringlich, sonst gehen wir einer Katastrophe am deutschen Getreidemarkt entgegen.“

Etwas weiter wird davor gewarnt, zu viele Lebensmittel zu importieren. Man solle sich von der Versorgung mit Auslandsware hüten und die Abwanderung deutschen Geldes vermindern. Es geht also um den Versuch, als Nation autonom zu werden und den Einfluss des Welthandels auf die eigenen Produkte einzuschränken.

Beim Lesen alter Berichte kommt einem vieles ganz „modern“ vor.

Der Eichelhäher // The jay // Le geai

Aquarelle von Nadia Baumgart
Aquarell // Watercolorpainting

Tierwelt an der Rott // Wildlife in Lower Bavaria

Die Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) – Was für ein tolles Gelb!

Mit dem Radl auf Pirsch an der Rott. Gestern haben wir so viel erlebt, dass mir der Kopf schwirrt: Selbst einen Kuckuck konnten wir mit der Kamera „fangen“! Ansonsten die Highlights: Gebirgsstelze, Flussseeschwalben. Bachstelze, Feldhasen, Kiebitze, Störche…Die Birnbacher Störche, aber auch ein Paar im Horst über dem Gastank in Pfarrkirchen. Da gibt es hoffentlich bald viel Nachwuchs…

Im Video unten sind zu sehen: Frösche, Schmetterlinge, die Störche von Bad Birnbach und Pfarrkirchen, Flussseeschwalben, Bachstelzen, Feldhasen, Rehe und viel schöne Natur!

FR : Un tour en vélo dans notre belle nature en Basse-Bavière.

EN : Wildlife in our region in Bavaria. In the video you can see butterflies, storks, hares and more.

Der Kuckuck ist nicht ganz scharf geworden….

Naturbeobachtungen im Mai

Kulturspatz Bad Birnbach 2022
Naturbeobachtungen im „Kulturspatz Bad Birnbach“

Ich freue mich, auch in diesem Monat über Naturbeobachtungen in unserer Gegend berichten zu dürfen, um auf unsere Tierwelt aufmerksam zu machen. Dazu nutze ich immer Fotos, die ich im vergangenen Jahr im selben Monat in unserer Umgebung gemacht habe. Der Gartenrotschwanz auf der Bank im Kurpark hat es mir besonders angetan.

Und hier noch der Text zu den Naturbeobachtungen:

Der Wonnemonat Mai – Ein Fest der Natur!


Alles blüht und unsere Singvögel schmettern jetzt ihre Lieder aus voller Kehle. Im Hintergrund hören wir den Kuckuck, und mit etwas Glück auch die flötende Stimme des Pirols an der Rott. Abends quaken die Frösche im Kurpark-Weiher, und für viele Schmetterlinge beginnt im Mai die Saison.


Acker-Witwenblume, wilder Salbei, Wiesenmargerite und viele andere heimische Blumen, Kräuter und Gräser setzen nun farbenfrohe Akzente in die Blühwiese neben dem Artrium. Solche Wiesen sind nicht nur schön, sondern bieten auch wichtige Lebensräume für Bienen und Hummeln.


Weiter geht es durch den Kurpark und an der Rott entlang. Der melodische Gesang des Rotkehlchens lässt alle Herzen höher schlagen. Wer aber genau hinschaut, kann jetzt noch viel mehr entdecken: Im Kurpark hängen nämlich Nistkästen, die gerne angenommen werden. Den Altvögeln beim Füttern der Brut zuzuschauen, kann richtig Freude machen. Wer ganz viel Glück hat, wird sogar selten gewordene Vogelarten entdecken, wie diesen Gartenrotschwanz, der es sich auf einer Parkbank gemütlich gemacht hat.


Ein Blick nach oben lohnt sich: Im Himmel über der Rott fliegen oftmals Reiher mit eingezogenem Hals. Fliegt der große Vogel da oben mit ganz ausgetrecktem Hals, könnte es auch einer unserer Weißstörche sein!


Bei allen Naturbeobachtungen sollten wir natürlich darauf achten, Tiere und Pflanzen zu respektieren. Vögeln kommt man übrigens mit einem Fernglas besonders gut näher, ohne sie zu stören.

Spaziergang im Ilztal

Einen wunderschönen Tag haben wir gestern im Naturschutzgebiet Oberes Ilztal verbracht. Schönes Licht gab es, die ersten Sumpfdotterblumen gesehen und so manchen Eichelhäher. Auch Schöllkraut und Beinwell blühen. Das Wasser der Ilz erscheint sehr dunkel, manchmal gar schwarz. Deswegen wird sie „Schwarze Perle“ genannt. Die Färbung stammt von den ausgewaschenen Huminstoffen der Moore und Fichtenwälder.

Die Ilz ist etwa 70 km lang, sie ist ein Nebenfluss der Donau im Bayerischen Wald. Ich mag die natürliche, beinahe wilde Atmosphäre in ihrer Umgebung. Man hört sie immer im Hintergrund rauschen.

EN: In the nature reserve of the river Ilz. This river in the Bavarian Forest has a dark colour in the shadow because of its content of material coming from moors.

FR: J´aime beaucoup l´atmosphère de la vallée du petit fleuve « Ilz » dans la Foret Bavaroise. On entend toujours le murmure de l´eau qui semble presque noire dans l´ombre à cause de son contenu de matières provenant des tourbières.

#ilztal

Nature walk video // Hier sieht man das Wasser rauschen: