Safari an der Rott

Ein Eisvogel sitzt auf einem Zaunpfahl, mit leuchtendem orangefarbenem Bauch und grünem Kopf, vor einer unscharfen natürlichen Hintergrundszene.
Eisvogel an der Rott – Martin-pêcheur (Alcedo atthis)

Welch ein Glück! Plötzlich landete in der Wintersonne ein schillernder Eisvogel direkt vor mir auf dem Zaunpfahl am Birnbach und ließ sich ruhig ablichten. Ich stand im Schatten und so nahm er mich nicht wahr.

Milvus migrans
Auch ein Schwarzmilan segelte durch die Lüfte über dem Wasser
Winter landscape with a frozen river reflecting sunlight, surrounded by bare trees and snow-covered ground.
Zugefrorene Rott

Und hier ein Video mit den Abenteuern von heute: Eisvogel. Silberreiher, Schwanzmeisen etc

Vogelbeobachtung an der Rott in Bad Birnbach

Erster Schnee

Eine weißköpfige Schwanzmeise sitzt auf einem Ast gegen einen blauen Himmel.

Wie ein kleiner Schneeball mit langem Schwanz hängt diese weißköpfige Schwanzmeise am Ast. Zurzeit tummeln sich viele dieser quirligen Akrobaten in den Bäumen und Büschen entlang der Rott. Die weißköpfigen Vögel stammen aus nordischen Wintertrupps und mischen sich hier häufig mit unseren heimischen, dunkelköpfigen Schwanzmeisen.

Eine winterliche Landschaft mit einem gefrorenen Fluss und schneebedeckten Feldern. Bäume umranden das Bild, während im Hintergrund einige Häuser sichtbar sind.
Schnee an der Rott
Eine verschneite Waldlandschaft mit kahlen Bäumen, die einen schmalen Pfad bilden.
Winterwald – Lugenz im Rottal

Die Waldfee im Winterwald – Lust auf Romantik

Eine Frau schaut auf einen auffliegenden Bussard. Sie wird von einem Fuchs begleitet. Aquarelle - Aquarellmalerei
Aquarelle – Watercolourpainting

Die neue Romantik

Ich habe den Eindruck, dass es in der Kunst derzeit eine Rückkehr zu romantischen Themen gibt. In meiner Jugend, in den 70er- und 80er‑Jahren, dominierten Computerinstallationen und sogenannte Happenings. Wenn gemalt wurde, musste es abstrakt und gesellschaftskritisch wirken – alles andere galt schnell als „Kitsch“.

Heute begegnet man wieder mehr romantischen Motiven rund um die Natur, und man muss sich nicht mehr dafür schämen, figurativ zu malen. Die Natur wird offenbar als Gegenpol zur digitalen Überreizung verstanden, und Emotionen dürfen wieder sichtbar werden. Malerei darf wieder „schön“ sein. Und ganz ehrlich: Das freut mich sehr.

EN: A Forest Fairy in the Winter Woods – A Taste for Romance

I sense a renewed turn toward romantic themes in contemporary art. When I grew up in the 70s and 80s, computer installations and so‑called happenings dominated. Painting had to be abstract and socially critical — anything else was dismissed as “kitsch.”

Today, romantic nature motifs are reappearing, and figurative painting no longer needs an apology. Nature has become a counterbalance to digital overstimulation, and emotion is welcome again. Painting is allowed to be “beautiful” once more — and I have to admit, that makes me very happy.

Neues Jahr – Neue Naturerlebnisse

Winterliche Waldlandschaft mit schneebedeckten Tannenbäumen und Lichtstrahlen, die durch die Baumstämme hindurchscheinen.
Licht im Winterwald

Neues Jahr – neue Naturerlebnisse! Hier der Beitrag „Naturbeobachtung“ Januar 2026 im Bad Birnbacher Kulturspatz mit Fotos, die wir in und um Bad Birnbach in diesem schönen Wintermonat gemacht haben.

Unsere Natur im Januar

Der Januar zeigt sich nun wechselhaft: mal mit Frost, Raureif und Schneefall, mal mit milden Temperaturen. der Klimawandel macht Vorhersagen schwieriger; Vogelzug und Vegetationsrhythmen verschieben sich zunehmend. Sicher ist jedoch eins: Wanderungen durch Wald und Flur lohnen sich immer, denn auch im Winter gibt es viel zu entdecken.

Pflanzenwelt

Schon im Januar können erste Frühblüher erscheinen. Schneeglöckchen und Haselnusssträucher blühen bei mildem Wetter früher als früher üblich. Hagebutten und Schlehen setzen reizvolle Farbakzente und dienen zugleich als Nahrung für Vögel. Besonders farbenfroh sind die Vogelbeeren, die mit ihrem leuchtenden Orange einen schönen Kontrast zum Schwarz-Weiß des Winters bilden.

Nahaufnahme von roten Vogelbeeren, die an einem gefrorenen Ast hängen, mit Schnee darauf.
Farbakzente im Winter

Vogelbeobachtungen

Viele Arten sind auch im Winter aktiv. Amseln, Meisen, Grünfinken, Stieglitze, Buchfinken und Rotkehlchen suchen nach Beeren und Samen, auch im Kurpark und in den Rottauen, Jetzt da das Gebüsch nackt ist, sind sogar Wintergoldhähnchen und Zaunkönig zu entdecken. An der Rott überwintern zudem Gänsesäger, Schwäne, Reiher und verschiedene Entenarten. Neben den häufigen Stockenten lassen sich Krickenten und Reiherenten beobachten. Mit etwas Glück zeigt sich auch der Eisvogel, der über das Wasser jagt und der seltene Waldwasserläufer. Im Wald sind Bunt- und Schwarzspechte zu hören, deren Trommeln den Winterwald prägt.

Rehe und Hasen

Rehe bilden im Winter größere Gruppen, sogenannte „Sprünge“. Feldhasen sind jetzt auf abgeernteten Feldern zu sehen. Hat es geschneit? Dann ist spannend, nach Spuren im Gelände zu suchen, die Anwesenheit weiterer Tiere wie Füchse oder Greifvögel verraten. Wer aufmerksam unterwegs ist, kann auch so die Vielfalt der heimischen Fauna erkennen.

Naturbeobachtungen im Winter

Jetzt verändert sich die Landschaft sichtbar. Raureif überzieht Pflanzenstängel und Äste und Spritzwasser gefriert zu filigranen Eisskulpturen. Solche Erscheinungen sind zwar vergänglich, aber umso schöner zu betrachten. Ein Spaziergang zur Holzkapelle in der Lugenz bietet sowohl Ruhe als auch Gelegenheit zur Naturbeobachtung, die Rottauenwege locken mit ihrer vielseitigen Vogelwelt und die offene Hügellandschaft machen das Gebiet besonders interessant für Naturfreunde.

Drei Rehe stehen auf einer schneebedeckten Wiese vor einer dichten Nadelbaumkulisse.
Rehe im Winterwald

Sehnsucht nach Heimat – Im Sudetendeutschen Museum

Ein Landschaftsgemälde mit schneebedeckten Bäumen und sanften Hügeln, eingekapselt in einem goldfarbenen Rahmen.
Böhmerwald – Rosenberg an der Moldau – Ölgemälde – H. Sommerfeld

Heute sind wir im sudetendeutschen Museum der Frage nach Heimat nachgegangen.

Was ist Heimat? Wem gehört sie? Hat jeder eine?

Eins ist sicher: Nach der Vertreibung wurde sie für die Sudetendeutschen zur „unerreichbaren Sehnsuchtslandschaft.

An der Wand hingen Zettel mit der Aufforderung an die Besucher, den Satz zu beenden: Heimat bedeutet für mich…“ Auf einem der Zettel steht: „Der Ort, den ich seit meiner Geburt suche“. Ja, den habe ich geschrieben. Diese Suche habe ich wohl mit den Vertriebenen gemeinsam…

Ein Zettel im Sudetendeutschen Museum mit der Aufschrift: 'Für mich bedeutet Heimat... Der Ort, den ich seit meiner Geburt suche.'
Was bedeutet Heimat für mich?

Der Museumsbesuch war sehr spannend und bewegend. Man ertappt sich dabei, wie man denkt, dass Frieden letztlich ein Luxus ist – einer, der auch heute wieder und weiterhin bedroht bleibt.

Ich zeige hier einige Exponate und Texte der Ausstellung und empfehle jedem, der sich für das Thema interessiert, einen Besuch dieses Museums, das 2020 eröffnete.

Mein Interesse ist nach und nach gewachsen, weil wir regelmäßig im wunderschönen deutsch-tschechischem Grenzgebiet wandern –dabei wird man ganz automatisch neugierig auf die Geschichte dieser Gegend.

Holzskulptur eines tanzenden Bauernpaars in einem Ausstellungsraum im Sudetendeutschen Museum.
Kuhländler Bauernpaar

Was mir besonders gefallen hat:

Ein tanzendes Bauernpaar aus Holz (Modell für den Kuhländler Brunnen, der aus Metall in Neutitschein – Nový Jičín steht)

Die tollen Landschaftsgemälde der sudetendeutschen Maler

Dass eine Region den wunderschönen Namen „Kuhländchen“ trug (im Grenzbereich zwischen Mähren und dem früheren Österreichisch-Schlesien)

Der „Kuhländler Dreher“, eine fröhlich-beschwingte Volksmusik. Das „Böhmerland-Motorrad“ aus dem Motorenwerk Albin Liebisch, das bisher längste Serien-Motorrad der Welt mit einer Länge von 3,20 Metern.

Informationstafel mit dem Titel 'Konfliktfeld Sprache', die die Spannungen zwischen Deutschen und Tschechen bezüglich der Sprachgebrauchsregelungen in Ämtern und Schulen thematisiert.
Die Sprachenfrage
Ein Ausstellungstext aus dem Sudetendeutschen Museum mit einer Illustration, die eine Karikatur eines Gesprächs zwischen zwei Männern zeigt, umgeben von gelben Wänden.
Keine Einigung in Sicht

Was ich nicht gewusst hatte:

Dass die Deutschen in Prag eine Zeit lang „die größte Bevölkerungsgruppe waren“ und „bis 1861 den Bürgermeister stellten“.

Dass Familien, um die Zweisprachigkeit zu fördern, zeitweise ihre Kinder austauschten. Das Kind ging in den Sommerferien „auf Wechsel“ – sagte man.

Dass Sprache und Bildung solch schwerwiegende Konflikte auslösen können.

Dass einige Baracken im NS-Lagern jahrelang als Notunterkunft für Vertriebene fungierten.

Ein historisches Motorrad aus dem Motorenwerk Albin Liebisch, ausgestellt im Sudetendeutschen Museum, umgeben von weiteren Exponaten.
Das Böhmerland-Motorrad

Das Sudetendeutsche Museum ist das zentrale Museum der deutschsprachigen Bevölkerung in den böhmischen Ländern. Seine Dauerausstellung spannt einen Bogen über 1100 Jahre Geschichte, Kunst- und Kulturgeschichte, dargestellt in authentischen Objekten aus seinen Sammlungen, auf einer Ausstellungsfläche von 1200 Quadratmetern.