Unsere Natur im Juni – Tanzende Lebensfreude in Grün!

Ein junges Eichhörnchen sitzt auf einem Ast und blickt aufmerksam in die Umgebung.
Kulturspatz Juni

Schon ist es Juni! Und somit ist mein Juni-Naturbeitrag im Kulturspatz zu lesen. Hier noch einige Fotos vom Frühsommer in unserer schönen Gegend.

Ein Feld voller leuchtend roter Mohnblumen, umgeben von goldenem Getreide und sanften Grashalmen.
Klatschmohn ist immer ein Hingucker

Im Juni zeigt sich die Natur in ihrer üppigen Schönheit, so reich und überwältigend, dass man kaum weiß, wohin die Reise zuerst gehen sollte, um dieses Erlebnis mit allen Sinnen zu genießen. Zur Rott, in die Lugenz oder auf die sanften Hügel des Rottals?

Zwei Vögel stehen auf einem veralgten Baumstamm, der teilweise im Wasser liegt, umgeben von ruhigem Wasser.
Gebirgsstelzen an der Rott. Vorne ein Nestling

Der Naturtanz

Bad Birnbach ist längst bekannt für seine Vielzahl an Tanzkursen und Veranstaltungen. Doch auch die Natur lädt ein, ihren eigenen, von den Jahreszeiten geprägten Rhythmus zu entdecken. Lauschen wir aufmerksam, können wir diesen lebendigen Tanz im Grünen regelrecht spüren: Junge Rauchschwalben taumeln durch die Lüfte, der Grauschnäpper stürzt sich akrobatisch auf Insekten, während Margeriten und Witwenblumen im sanften Takt des Windes schwingen. Majestätische Höckerschwäne gleiten über die Rott, und die Königskerzen am Wegesrand nicken würdevoll mit ihren leuchtend gelben Häuptern.

Wie im Tango geht es auch im Storchennest um Leidenschaft und Präzision: Die Jungstörche üben unermüdlich das Fliegen über ihrem Nest – denn Übung macht den Meister. Schmetterlinge und Libellen begleiten den Tanz der Natur mit ihren schimmernden Flügelschlägen.

Die Musik zum Naturtanz flötet der Pirol, der zurzeit an der Rott brütet; der Kuckuck schlägt mit seinem Ruf den Takt dazu. Flügge gewordene Jungvögel hüpfen nun durch das Gebüsch. Die Jungen von Zaunkönig und Kohlmeise sind bereits ausgeflogen, sodass die zweite Brut beginnen kann, aber auch Schwäne und Enten führen ihre Jungen an gute Futterplätze.

Nahaufnahme einer gelben Königskerze mit leuchtend gelben Blüten und roten Staubgefäßen vor einem unscharfen grünen Hintergrund.
Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum)
Ein junges Schwanenküken erkundet neugierig die Ufersteine am Wasser, umgeben von grünen Pflanzen und einem ruhigen Gewässer.
Ein junger Höckerschwan

Symphonie der Farben

Farbliche Akzente setzen derzeit zahlreiche Pflanzen: das zarte Rosa der Heckenrose, das strahlende Gelb der Johanniskrautblüten, das kräftige Violett von Flockenblume und Beinwell sowie das reine Weiß von Margerite, Steinbrech und Schafgarbe. Gemeinsam verweben sie sich auf den blühenden Wiesen zu einem lebhaften, bunten Teppich.

Ein besonderes Walderlebnis bieten auch Falter, die sich im Sommer in lichten Wäldern zeigen. Dieser wunderschöne und seltene Japanische Eichenseidenspinner wurde im letzten Jahr im Juli Lugenzwald entdeckt. Er gehört zu den größten Schmetterlingen Europas; seine Raupen ernähren sich von Eichenblättern.

Ein großer, leuchtend orangefarbener Schmetterling mit durchsichtigen Flügeln sitzt auf grünem Gras.
Japanischer Eichenseidenspinner (Antheraea yamamai) Der Japanische Eichenseidenspinner zur Seidenzucht nach Europa importiert.

Reh und Kitz: Ein Naturerlebnis im Lugenzwald

Reh mit Kitz im Lugenzwald

Fast zu schön, um wahr zu sein! Eben haben wir eine halbe Stunde lang in der „Lugenz“ (Lugenzwald) eine Ricke beobachtet, wie sie in aller Ruhe ihr Kitz säugte und liebevoll ableckte. Wir bewegten uns nur in Zeitlupentempo und so konnte ich sie fotografieren. Um uns herum leuchtendes Grün und über uns der Gesang der Vögel. So poetisch kann Realität sein.

Es ist einfach ein unvergessliches Erlebnis, ein Wildtier in solch einer Szene zu beobachten! Ich bin unendlich dankbar dafür. Solche Augenblicke verbinden uns mit der Natur und unseren „wilden“ Wurzeln.

Leider, leider, leider hatte ich kein Stativ dabei – sonst hätte ich noch näher heranzoomen und sogar filmen können. Doch auch so bin ich absolut glücklich, besonders in diesen Zeiten, in denen uns täglich schlimme Nachrichten erreichen. Umso wertvoller sind diese Momente des Friedens.

Ganz still und friedlich
Welch ein wunderbarer Augenblick!
Solche Naturerlebnisse sind wirklich ein Geschenk

Schöne Landschaften – Glückliche Tiere

Eine Gruppe von weißen Kühen steht in einem grünen Feld mit hohem Gras umgeben von Bäumen.
Galloways als Landschaftspfleger

Gestern sind wir zum ersten Mal den Reut- Noppling Wanderweg E gegangen. Eine romantische Wanderung – mit etwas zu viel Asphalt – im schönen Taubenbachtal. Gesehen: ein Reh – glückliche Hühner und ganz viele Hähne – glückliche Esel, Pferde und Galloways – schöne Höfe und Landschaften.

Blick auf eine grüne Landschaft mit Feldern und einem kleinen Bauernhof, umgeben von Bäumen und einem bewölkten Himmel.
Einödhöfe
Drei Hühner und ein Hahn auf einem Bauernhof, mit frischem Gras und Töpfen im Hintergrund.
Wie schön! Freie Hühner….
Ein schwarzes Pferd grast neben einem weißen Pferd auf einer grünen Wiese mit blühenden Pflanzen.
Schwarz-weiß…
Eine Person mit dunkelrotem Haar und einem rosa Hemd sitzt auf einer Bank in einem von Bäumen umgebenen Bereich und lächelt.
Wandern macht glücklich
Eine historische Ziegelwand mit zwei grünen Fensterläden und einem Schild mit der Aufschrift "Obermühle".
Tolle Höfe

Der Fluss

Abstrakte Aquarellmalerei einer Auenlandschaft mit Reihern und lebhaften Farben, die eine explosive Natur darstellen.
Aquarelle – Watercolorpainting

Explosive Natur in einer Auenlandschaft mit Reihern

Seltene Brutvögel: Nachtreiher an der Rott

Ein Nachtreiher steht auf einem Ast über Wasser, umgeben von grünem Laub.
Nachtreiher an der Rott – Bihoreau gris

Heute wieder einen Nachtreiher an der Rott gesehen, Juchhuuu! Zum wiederholten Mal habe ich in den letzten Jahren einen an der Rott beobachtet – faszinierende Tiere! 

Der Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) zählt in Bayern zu den extrem seltenen Brutvögeln. 

Obwohl ich bereits Jungtiere an der Rott dokumentiert habe, hält sich hartnäckig das Gerücht, dass diese Reiher hier nicht brüten und nur am Inn vorkommen. Warum also zieht es sie zu uns? Man sagte mir, es liege daran, dass der Inn trüb sei, und sie somit darin nicht fischen könnten – doch die Rott erscheint mir auch nicht gerade glasklar. 

Wie dem auch sei, jedes Wildtier, das es schafft, in unserer Welt zu überleben, ist eine Freude. Ich bin dankbar für jede Begegnung und habe gelernt: Naturwissenschaft bedeutet, genau hinzuschauen.

Ein Nachtreiher sitzt auf einem Ast über einem ruhigen Gewässer, umgeben von grünen Blättern.
Ein extrem seltener Brutvogel

EN: The night heron (Nycticorax nycticorax) is one of Bavaria’s extremely rare breeding birds.

Although I have already documented juveniles at the Rott, the persistent rumor remains that these herons do not breed here and are only found at the Inn. So why are they coming to us? I was told it’s because the river Inn is murky, making it difficult for them to fish—but the smaller river Rott doesn’t exactly seem crystal clear to me either.

Whatever the reason, every wild animal that manages to survive in our world is a joy. I am grateful for every encounter and have learned: Science means looking closely.

Ein Nachtreiher steht auf einem Baumstamm am Ufer des Flusses Rott, umgeben von grünem Gestrüpp und Wasser.
Der Nachtreiher trägt in der Brutsaison eine lange Schmuckfeder