Schon immer wollte ich mal auf den Zentralfriedhof in Wien. Um die Atmosphäre zu erleben, aber auch um das Grab des genialen Künstlers Alfred Hrdlicka und seiner Frau Barbara zu besuchen. Ich hatte die Ehre und das Glück, beide persönlich kennenzulernen.
Beim Spaziergang durch den Friedhof habe ich die Ehrengräber gesehen und die Areale der syrisch/-koptischen, der armenisch-apostolischen, der jüdischen, der islamischen und der serbisch-orthodoxen Gräber besucht. Dabei kamen mir viele Gedanken. Hier liegen nun Menschen aus fast allen Nationen und Glaubensrichtungen friedlich und gleich nebeneinander. Geht das nur, wenn Menschen verstorben sind? Traurige Gedanken in dieser Zeit des Wettrüstens…
Auch Ängste um die Zukunft hatte ich dabei. Wie geht es weiter mit dieser Welt? Da erschienen plötzlich Rehe zwischen den Gräbern. Lautlos. Vertrauensvoll. Wunderschön. Eine ältere Dame pflegte ein Grab, während die Rehe ruhig an ihr vorbeizogen. „Kommen Sie nur näher!“, rief sie mir lachend zu. „Die haben keine Angst!“.
Grab auf dem Zentralfriedhof WienYu Jianzhang (1953-2020) Ehrengrab Beethoven Zentralfriedhof WienZentralfriedhof WienEin Reh auf den Gräbern! Ein Wunder…
Waldwasserläufer (Tringa ochropus) Chevalier cul-blanc // Green sandpiper
Consolation de la nature. Quand le changement climatique me fait peur, je sors et sens que l´observation de la nature me consoleet me donne espoir
Das Schöne an der Vogelbeobachtung ist, dass man immer wieder selber beobachtet wird: Hier schaut ein Turmfalke in die Kamera und beobachtet uns Menschen dabei.
Der Sommer 2023 war der heißeste seit Aufzeichnungsbeginn, vielleicht wird 2023 das wärmste Jahr in der Geschichte der Erde. Das macht Angst und man fragt sich, wie es weitergeht. Gerade dann ist es beruhigend, schöne Naturerlebnisse zu haben. Gestern beim Spaziergang habe ich mich sehr über unseren schönen Waldwasserläufer gefreut, der emsig an den Ufern entlangläuft. Und von einem Turmfalken beobachtet zu werden, das empfinde ich als Geschenk. Was er bloß über uns Menschen denkt?
Turmfalke (Falco tinnunculus)Pferde wirken immer beruhigend auf mich. Ich liebe sie.Romantische Spiegelungen
Wo ich lebte, da warst du nicht. Ich wusste gar nicht, dass es dich gibt. Und jetzt bist du plötzlich in meiner Welt.
Geheimnisvoll, einsam und vertrauensvoll: Ein Watvogel bist du, ein Schnepfenvogel mit deinen langen Beinen. Ganz selten bist du und doch vor meinen Augen, stehst da im steinfarbenen Gefieder und träumst vor dich hin.
Geehrt fühle ich mich von deiner Nähe. Bange denke ich, wie lange wirst du unter uns bleiben, du seltenes Geschöpf?
Vor der Linse meiner Kamera schließt sich dein Auge, du steckst den Schnabel unter den Flügel und schläfst. Du atmest in meiner Welt.
Du erinnerst mich daran, dass wir alle wie du sind: einsam auf einem Bein stehend, voller Vertrauen und doch wissend, dass wir sterblich sind.
Ein traumhafter Tag im Nationalpark im Bayerisch-Tschechischen Grenzgebiet. Es gab viele Highlights. Ich liebe diese offenen Landschaften am und im Wald. Licht, tausend Pflanzen, Blüten, Flechten. Ein alter Friedhof im Sumava-Nationalpark war eine Offenbarung. Ein besonderes Erlebnis war auch das Heupferd, das sich unsterblich in Freundin Birgit verliebt hat.
Wilde Weiden im Nationalpark: Ein großes Plus für die Artenvielfalt
Ich gebe es ja zu: Ich liebe Kühe! Im Nationalpark Sumava fungieren große Herden auf extensiven Weiden als Landschaftspfleger, die die Artenvielfalt fördern. Mir macht der Anblick dieser großen Tiere in der Natur einfach glücklich. Die Bullen laufen in der Herde mit, die Kälber ruhen oder spielen miteinander.
Schöne Landschaften
Obwohl es sich beim Böhmerwald geologisch gesehen um ein einziges Gebirge handelt, wird er seit Beginn des 20. Jahrhunderts nach den politischen Grenzen unterteilt (Quelle: Wikipedia). Hier will ich aus einem Schild am Wegesrand zitieren, weil es den Unterschied in der Natur zwischen Bayerischem Wald und dem Nationalpark Sumava in Tschechien gut erklärt:
„Bewirtschaftung auf der tschechischen und der bayerischen Seite des Böhmerwaldes. Während auf bayerischer Seite die Bewirtschaftung ohne Unterbrechung weiterlief, wurde auf tschechischer Seite die Bevölkerung aus dem Grenzgebiet vertrieben. Die Dörfer und Siedlungen verschwanden und mit ihnen das menschliche Wirtschaften. Die Arten des Offenlands, die von der harten Arbeit der ehemaligen Bewohner profitiert hatten, begannen langsam zu schwinden. Auf bayerischer Seite hat sich die Landwirtschaft dagegen durch Düngung und Mechanisierung intensiviert. Dies hatte eine Abnahme der Artenvielfalt zur Folge.“
Unterschiede im BöhmerwaldAn der Grenze geht es über einen Bach„Nasse Grenze“Historisches Fotoalbum über verschwundene Dörfer
Im Rahmen des Projektes „Historisches Album“ wird die verschwundene Landschaft des Böhmerwaldes vorgestellt. So kann man sich vorstellen, wie die Menschen in der Gegend lebten, bevor sie 1946 vertrieben wurden. Es gibt 30 dieser Bücher im Nationalpark.
Ein alter Friedhof lädt zur Meditation einEine Heuschrecke hat uns eine Zeit lang treu begleitet.