Walk along the river Inn in Lower Bavaria. The highlight: a wonderful caterpillar on a mullein (verbascum).
Raupe auf einer Königskerze
Spaziergang am Inn bei Ering in einem Blütenmeer! Überwältigend schön war die Begegnung mit einer Raupe, die mit ihren Farben so wunderbar mit der gelben Königskerze harmonierte.
Auch Distelfalter und Schachbrettfalter waren unterwegs. Die Wildblumen kommen mir tausend Mal schöner vor als jeder gekaufte Blumenstrauß oder gezüchtete Gartenblumen. Der Blaue Natternkopf (Echium vulgare) blüht mit den Königskerzen um die Wette. Diesmal hatten wir ein Pflanzenbestimmungsbuch dabei, mit dem wir vor Ort auch einige Schönheiten identifizieren konnten, die wir bisher nicht kannten.
Es ist nur noch ein Jungvogel da. Der Kälteeinbruch im Mai mit Regen ist wohl eine tödliche Kombination für Storchenbabys. Dafür kümmern sich die Eltern nun umso liebevoller um das Einzelkind.
Flügelschlagen üben
Das Begrüßungsritual der Weißstörche, das immer stattfindet, wenn die Brutablösung kommt, ist immer ein Schauspiel.
A seminar to learn more about plant identification organized by our youth group “Green Earth”
Pflanzenvielfalt live – eine botanische
Exkursion
Die heimische Flora anfassen, um sie zu begreifen
Die Teilnehmer des Pflanzenseminars mit dem Experten Christoph Stein (ganz links)
Am Samstag fand eine Veranstaltung der BN-Jugendgruppe „Green Earth“ mit dem Pflanzen-Experten Christoph Stein unter dem Motto „Pflanzenvielfalt live“ in Eggenfelden statt.
Pflanzen sammeln, um sie zu bestimmen
Junge Menschen mit „grüner
Seele“
Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich die Teilnehmer, darunter viele Aktive der BN-Green Earth“-Gruppe, aber auch „Junggebliebene“ am Schlossweiher in Gern ein. Dort begrüßte die Leiterin der Jugendgruppe, Emma Riedler, alle Gäste. Danach betonte BN-Kreisvorsitzender Dr. Jürgen Riedler, dass nicht nur die Arten weniger würden, sondern auch diejenigen, die die Arten überhaupt erkennen könnten. Aber nur was man kenne, könne man schützen.
Anschließend äußerte sich Martin Roiner, Umweltreferent der Stadt
Eggenfelden, zu der Exkursion. Im Hinblick auf die Freitagsdemos „Friday for
Future“, wies er darauf hin, dass reden gut sei, aber in Sachen Umweltschutz
auch etwas getan werden sollte. Er freute sich, dass die Jugendgruppe so aktiv
sei. „Denn gerade junge Menschen mit
einer „grünen Seele“, sorgen dafür, dass man um die Zukunft nicht bangen muss“,
so der Umweltreferent.
Experte Christoph Stein stellte sich als gebürtiger Eggenfeldener vor. Er habe schon in den 70er und 80er Jahren als Leiter der damaligen BN-Jugendgruppe botanische Exkursionen im Lichtlberger Wald, den er „wie seine Westentasche kenne“, organisiert. Er freue sich sehr über die Gründung der neuen Jugendgruppe und schloss mit Blick auf die jungen Teilnehmer: „Die Hauptakteure seid nun ihr“.
Im Lichtlberger Wald
„Grünes Zeug“ wird
gesammelt
Nun ging es in den angrenzenden Wald. Dort wurden die Jugendlichen
aufgefordert, sich in Gruppen aufzuteilen und „grünes Zeug“ zu sammeln. Dabei
sollte sich jede Gruppe jeweils auf eine bestimmte grob gefasste
Pflanzengattung fokussieren. So sammelte eine Gruppe nur blühende Pflanzen,
eine andere nichtblühende, die zwei weiteren jeweils Gräser und Äste. Stein
ermutigte während der Exkursion immer wieder dazu, Blätter und Stiele der
Pflanzen anzufassen und sich zu fragen: sind die Blätter nun glatt oder wollig,
die Grashalme knotig, rund oder kantig?
Pflanzen muss man
anfassen, um sie zu bestimmen
„Es ist wichtig, Pflanzen anzufassen, um sie zu begreifen; Fotos reichen
da nicht aus.“ Außerdem solle man sich merken, wo welche Pflanzen wachsen:
mögen sie es eher schattig und feucht oder blühen sie in der prallen Sonne?
Immer wieder machte der Experte auf bestimmte Pflanzen aufmerksam: Hier wachse die Bachnelkenwurz, die bayernweit schon auf der Roten Liste sei; dort blühe eine Akeleiblättrige Wiesenraute. Diese wurde sogleich mit einer am Rand eines Gartens gesammelten Akelei verglichen; die erstere sei heimisch, die zweite eine gezüchtete Zierpflanze. Stein deutete jetzt auf eine feuchte Stelle im Waldboden: hier entfalte sich um den seltenen wolligen Hahnenfuß eine ganze Pflanzengemeinschaft mit Ehriger Teufelskralle, Goldnessel und knotigem Beinwell. „Das ist etwas ganz Besonderes“, so Stein.
Auf den Blättern der Traubenkirsche zeigte Stein den interessierten
Betrachtern Wespeneier und wies darauf hin, wie wichtig bestimmte Pflanzen für
Insekten seien. „Die Grundlage des Insektenschutzes ist der Erhalt einer
artenreichen Flora“, so der Botaniker.
Obwohl Stein den Wald schon seit Jahrzehnten kenne, entdecke er doch immer etwas Neues, in diesem Fall den Wolfs-Eisenhut, der am Wegesrand steht. Denn die Natur verändere und entwickle sich stetig. Der Eisenhut wurde aufgrund seines Seltenheitswertes, aber auch wegen seiner Giftigkeit nicht gesammelt. Dies sei das einzige Vorkommen dieser Art im Raum Eggenfelden.
Die Pflanzen wurden auf eine Decke gelegt, um sie besser bestimmen zu können
Eine Ringelnatter im
Weiher
Am großen Weiher, an dem Halt gemacht wurde, staunten alle Teilnehmer:
Gerade schwamm eine Ringelnatter durch das Wasser.
Zuletzt wurden alle Pflanzen auf einer Decke vor der Schutzhütte ausgebreitet, bestimmt und aufgelistet. In Bestimmungsbüchern suchten nun die jungen Naturforscher nach weiteren Bestimmungsmerkmalen, sodass jede Gruppe nun ihre Funde den Anderen vorstellen konnte. . Insgesamt wurden ca. 50 Arten bestimmt und in eine Fundliste eingetragen.
Teufelskralle und
Kälberkropf
„Die Zeit verging wie im Fluge“, schlossen die begeisterten Teilnehmer.
„Viele Pflanzen kannten wir nicht. Aber jetzt werden wir etwas anderes sagen
können als „Gänseblümchen“, wenn wir nach der heimischen Natur gefragt werden.
Zum Beispiel so lustige Namen wie „Teufelskralle“ oder „Kälberkropf“.“
Frühlings-Waldführung
mit der Försterin in Bad Birnbach
Sehenden Auges durch den Wald gehen – Viele Wildpflanzen auch essbar
Heute fand die zweite Waldführung mit einer Försterin entlang des Wald- und Klimapfades in der Lugenz statt. Organisiert werden die vier Jahreszeiten-Führungen von dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfarrkirchen sowie der Kurverwaltung Bad Birnbach.
Die 28 Interessenten wurden von Försterin Veronika Kopfinger begrüßt und durften sich vorstellen. Unter ihnen waren Waldbesitzer, Jäger, Naturliebhaber aus der Region sowie Urlauber aus ganz Deutschland.
Zunächst erklärte die Führerin, noch sei der Wald im Landkreis hauptsächlich von Fichten geprägt. Das ändere sich inzwischen, da Fichten negativ auf den Klimawandel reagierten. Noch stellen sie mehr als die Hälfte der Baumarten dar. Dazu kommen 20% Kiefern und 4% Tanne. Weniger als ¼ der Arten seien Laubbäume.
Waldführung im Lugenzwald in Bad Birnbach
Alles sprießt…
„Alles sprießt und wächst, die Felder sind bestellt und auch der Wald verändert sich im Frühjahr“, so die Försterin. Diese Veränderung sei auch dem Borkenkäfer geschuldet. Dieser habe sich so stark vermehrt, dass Fichten-Kahlschläge notwendig geworden seien und der ansonsten dunkle Wald nun lichter erscheine.
Schon unterhalb des Lugenz-Waldes an der Streuobstwiese begann Kopfinger mit informativen Erläuterungen zur Pflanzenwelt. Wiesen sollten später gemäht werden. Dies sei nicht nur für Tiere von Vorteil, sondern auch für den Menschen, denn Wiesen bergen viele essbare Wildpflanzen. Schon pflückte die Försterin Löwenzahn, Spitzwegerich und Gänseblümchen. Der schwarze Holunder am Weg fängt an zu blühen. „Auch die Blüten sind essbar, aus ihnen kann man die berühmten Küchlein machen“.
Gleich am Anfang des Klimapfades im Stiftungswald der
Diözese Passau, deutete die Försterin auf sieben verschiedene Baumarten, die
alle auf einen Blick zu sehen seien: Bergahorn, Fichte, Roteiche, Stieleiche,
Esche, Rotbuche und Hainbuche.
Dann half sie den interessierten Teilnehmern, Baumarten anhand der typischen Struktur der Rinde und Form der Blätter zu erkennen. Auch Keimlinge von Buche, Tanne und Bergahorn wurden besprochen.
Auch auf die Herausforderung Klimawandel ging die Försterin
ein: Die Tanne sei aufgrund ihres tieferen Wurzelsystems zusammen mit
Douglasie, Kiefer und Lärche als Zukunftsbaum geeignet. Es sei aber unbedingt notwendig,
auf Mischwald zu setzen, auch weil keiner weiß, wie der Wald in 100 Jahren
aussehen wird.
Ein „Waldsalat“ schmeckt immer…
Zuletzt durften alle Teilnehmer einen köstlichen Salat aus
den gepflückten Wildpflanzen und Trieben kosten. Auch Inhaltsstoffe und
medizinische Eigenschaften wurden kurz erläutert. Hier einige der Zutaten:
junge Tannentriebe, Kirsch-und Ulmenblätter, Rotklee, Giersch, Brennnessel,
Knoblauchrauke, Löwenzahn und Spitzwegerich.
Der sogenannte „Spiegelgang“ drehte plötzlich den Wald auf den Kopf und zeigte den beeindruckten Teilnehmern ganz neue Perspektiven: Während des Laufens hielten sie Spiegel an die Nase und schauten somit direkt in die Baumkronen. Plötzlich nahmen sie die Umgebung ganz anders wahr. „Es ist, als ginge man durch einen Regenwald“, so eine Mitwanderin.
Bei der Holzkapelle zeigte sich dann eine Haubenmeise. Dieses Erlebnis griff Veronika Kopfinger auf, um auch auf die Vogelwelt einzugehen und die Teilnehmer registrierte Vogelstimmen erraten zu lassen.
Zuletzt dankte die Referentin den Teilnehmern für ihr
Interesse und die angeregten Diskussionen, die während der Themenwanderung
stattgefunden hatten. „Wir haben viel mitgenommen und Neues erfahren“,
bekundeten auch die zufriedenen Teilnehmer.