
#aquarelle #painting #watercolour #rehwild

Roe deer with lapwing // Chevreuils avec vanneau huppé
Gestern sah ich Rehe, die friedlich neben Kiebitzen grasten. Ein Bild, das anmutet wie ein Traum, beinahe magisch. Ein Bild des Trostes in traurigen Zeiten.
Was bedeutet das eigentlich, Wildheit, habe ich mich gefragt. „Wildheit, die Wilden, die Primitiven“, geht mir durch den Sinn. Wildheit ist etwas, das dem Menschen Angst zu machen scheint, eine wilde Welt ohne Sicherheit, den Raubtieren ausgeliefert, ohne Ordnung, ohne Ordnungsmächte. Als Schutz bloß irgendwelche Amulette gegen furchtbare Gefahren…
Wahrscheinlich stecken in uns Menschen die Ängste vor den Gefahren, denen wir auch tatsächlich in unserer Vorgeschichte ausgesetzt waren, noch tief: Feuerbrunst, angreifende Bärinnen, tödliche Krankheiten. Und so kam es wohl, dass wir ordnend eingreifen wollten. Eigentlich ganz verständlich. Es wurde also gerodet, wilde Tiere wurden gezähmt und eingesperrt. Irgendwie sperrten wir dabei auch unsere eigene Wildheit ein. Heute noch zerstören wir Hecken und die letzten Feldsäume, tragen Masken gegen Krankheiten und pflanzen Narzissen und Stiefmütterchen. Noch nie habe ich erlebt, dass so viele Bäume gefällt und Hecken herausgefräst wurden wie gerade jetzt, wo alle den Wald retten wollen.
Ich glaube, alles hat zwei Seiten. Auch die Wildheit. Sie hat eine gefährliche Seite, die wir anscheinend nie zähmen, nur unterdrücken konnten und die sich schrecklicherweise in jedem Krieg dieses Erdballs zeigt. Aber sie hat auch eine poetische Seite. Wenn wir dem Drang nachgeben, alles um uns herum nüchtern zu ordnen und zu desinfizieren, können wir auch keine Wildtiere mehr sehen. Die zeigen uns aber in märchenhaften Bildern, wie beruhigend und traumhaft schön Wildheit sein kann.



Heute war ein großer Abenteuertag!
Schon öfters hatten wir Kolkraben bei unseren Wanderungen gehört. Nun konnten wir sie sehen, beobachten, fotografieren. Und zwar im Forst bei Braunau. Sie paarten sich sogar vor unseren Augen und die Kamera war zu schamhaft, um das festzuhalten (in Wirklichkeit waren zu viele Äste vor dem Schauspiel).
FR: Pour la première fois de ma vie j´ai réussi à photographier des corbeaux. Je les avais entendu dans le passé mais cette fois-ci j´ai pu les observer tandis qu´ils batissaient un nid. Quelle aventure!

Der Rabe ähnelt der Krähe, ist jedoch viel größer (ca. wie ein Mäusebussard) und hat einen stärkeren Schnabel. Er hat eine tiefere und raue Stimme. Raben „reden“ miteinander. Weil sie so beeindruckend sind, gelten sie in einigen Kulturen als Götterboten.
Für uns war diese Beobachtung das Highlight des Tages! Allerdings bekamen wir – zurück im Rottal – noch Mäusebussarde, Kiebitze und Rehe vor die Linse.



Heute wehte der Sturm auch durch das Rottal. Dabei huschte immer wieder ein surreales Licht über die Landschaften. Als dann auch noch Rehe über die Äcker liefen, musste ich die Kamera zücken.
FR : Nous avons eu une tempête aujourd’hui qui a illuminé le paysage de façon presque surréelle. Et soudain, des chevreuils ont traversé les champs… Quelle beauté !
EN : Roe deer in Lower Bavaria



Lower Bavaria nature in the winter sun
Unterwegs im Rottaler “Wellenland“ – An Rehen kann ich mich gar nicht satt sehen. Einzelne verlieren schon langsam ihr graues Winterfell, man sieht es an den Fellbüscheln, die hier und da herausschauen. Ansonsten endlich viel Sonne und Vögel, viele Meisen, aber auch Reiher an der Rott. Im Video unten.
Notre campagne en Basse-Bavière sous le soleil de février
