Allons au marché pour soutenir nos petits commerçants locaux.
Our weekly market.
Schon in der Antike gab es zentrale Plätze, Stadt- oder Marktplätze, sogenannte „Foren“.
Plätze, auf denen sich die Menschen begegneten und Austausch möglich war. Heute sterben die Innenstädte ein bisschen überall. Durch die aktuelle Krise wird das Ladensterben natürlich forciert. Man kauft lieber in großen Einkaufszentren und online ein. Das ist bequem. Aber was passiert mit unserer Gesellschaft, wenn unsere Plätze wie leergefegt sind? Wenn ein spontanes Miteinander nicht mehr möglich ist? Wenn sich die Begegnungen auf ein schweigendes Stehen in der Schlange an der Kasse beschränken?
Vielleicht wäre das eine Teillösung: Wieder auf die Wochenmärkte gehen! Hier in Bad Birnbach findet er immer samstags statt und bietet – zusammen mit den angrenzenden Shops – ein vielfältiges und sympathisches Shopping-Erlebnis mit Frischluftgarantie gegen das Ladensterben 🙂
Das moderne Gebäude passt sich perfekt in das historische Ensemble ein
Avantgardistische Hofmark
1673 wurde der historische Ortskern von Bad Birnbach zur geschlossenen Hofmark erhoben. In ungefähr dieser Zeit, nach einem verheerenden Brand, entstanden auch die schönen Gebäude, die heute noch das Zentrum zieren.
Nun ist nach dem Abriss des „Kastenmaier-Areals“ ein neues, modernes Gebäude hinzugekommen: Das Bürogebäude der Firma Bachhuber Hoteleinrichtungen von Rudolf Bachhuber. Dass sich moderne Architektur sehr gut in ein bestehendes, altes Ensemble eingliedern kann, zeigt dieser schlichte und avantgardistische Bau, der von einem innovativen und mehrfach prämierten Architekten, Markus Tauber aus Brixen, entworfen wurde. Die Silhouette des Gebäudes fügt sich trotz andersartiger Materialien (Holzlamellen vor Glasflächen) perfekt in die Reihe ein.
Die letzten Baumaßnahmen werden gerade noch abgeschlossen, aber lange kann es nicht mehr dauern, bis das junge Gebäude frech und selbstbewusst zwischen den altehrwürdigen Nachbarn Farben und Licht zwischen seinen Holzlamellen spielen lässt.
Natürlich musste ich das jetzt malen. Wahrscheinlich das erste Aquarell der „neuen“ Hofmark. Denn nur malend kann ich die Realität um mich herum begreifen.
New architecture in a Bavarian historical centre – Projected by the architect Markus Tauber – Winner at German Design Award 2020
Ich liebe Natur. Die Natur, die ich um mich habe, die ich sehe, fühle, höre, rieche. Die Natur, von der ich auch viel über Filme und Bücher erfahre. Wir leben nicht mehr in Urwäldern, das ist klar, sondern in einer vom Menschen geprägten Kulturlandschaft.
Wir müssen auf unsere Natur achten. Aus Respekt vor der Schöpfung, aber auch aus Selbsterhaltungstrieb: Sauberes Trinkwasser ist für uns lebensnotwendig und auch der Erhalt von Artenvielfalt, denn ohne diesen könnte letztlich auch der Mensch nicht überleben.
Lange habe ich mich intensiv mit Thesen und Theorien von Naturschutz-Organisationen beschäftigt. Viele Impulse, die solche Organisationen geben, sind sehr wertvoll. Zum Beispiel das Drängen auf Naturschutzgebiete und Ausgleichsflächen, in denen Flora und Fauna nicht nur dem wirtschaftlichen Diktat unterworfen werfen. Oder auch Überlegungen, wie die Agrarindustrie auf EU-Ebene und weltweit nachhaltiger gestaltet werden kann.
Vieles aber mag ich gar nicht! Wie zum Beispiel die „Wald vor Wild“-Forderung. Damit neuer Wald nachwachsen kann, sollen so viel Rehe und Feldhasen wie möglich geschossen werden und aus unseren Landschaften verschwinden. „Doch nur für ein Jahrzehnt oder so“, beteuern selbst ernannte Naturschützer, wenn ich entsetzt nachfrage.“ Sonst kommen die jungen Tannen nicht hoch“. Anscheinend. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass in demselben Wald die benachbarten Parzellen sehr unterschiedlich gedeihen. Die Zahl der Rehe und Hasen, die sich auf diesen Flächen bewegen, ist aber gleichbleibend. Wenn ich das zu bedenken gebe, hält man mich für sentimental. Ich würde in Wildtieren „Bambis“ sehen. Ich hätte keine Ahnung.
Ein selbsternannter „Experte“ erklärte mir auch, warum man Weißstörchen keine Nisthilfen anbieten dürfe, das sei „unnatürlich“.
Was den Umgang mit Pflanzen betrifft, bin ich auch sehr erstaunt. Alles, was als „ausländisch“ angesehen wird, muss weg. „Neophyten“ nennt man dann diese Pflanzen. „Neozoen“ die „ausländischen Tiere“. Schon das Vokabular finde ich problematisch. „Schön, aber teuflisch“ seien sie, „nicht-heimisch“ und invasiv. Irgendwie erinnert mich das an Rassismus.
Ja, ich weiß, hier und da muss man eingreifen in die Natur und das tun wir alle. Unsere Hunde laufen darin herum, Landwirte graben Acker um, Reihenhausbesitzer pflanzen Thujen und spritzen öfters Pflanzengift. Aber dass selbsternannte „Naturpropheten“ aufrufen, die einen Tiere zu schützen, die anderen zu verdrängen, finde ich oftmals unlogisch. Bei Pflanzen stört es mich auch, dass man für „einheimische Pflanzen“ bereit ist, viele andere auszureißen und niederzutrampeln. Es ist beinahe verpönt, sich an der Schönheit einer Blüte zu erfreuen. Man darf sich nur an den „richtigen“ Blumen erfreuen.
Naturschutz ist keine Religion! Es geht darum, so vielen Mitgeschöpfen wie möglich eine Heimat in unserer Umwelt zu erlauben. Es geht darum, Veränderungen zuzulassen. Und sich an der Natur zu FREUEN, egal wie sentimental das sein mag. Wenn ich gegen ganzjährige Vogelfütterung, für Drückjagden und für das Niedertrampeln von Pflanzen sein muss, um mich für den Naturschutz einzusetzen, dann läuft etwas schief. Ich bin für den Schutz der Natur, ja, aber nicht für Fundamentalismus. Und ich bewundere die Natur dafür, dass sie seit Millionen von Jahren etwas Gewaltiges schafft, nämlich Veränderung und Anpassung.
Auf der Suche nach Positivem in dieser schwierigen Zeit. Heute habe ich mich gefragt, was ich tun kann, um innerlich nicht so grau wie das Wetter zu werden. Da kam mir eine Idee: Einfach mal meinen Ort mit anderen Augen sehen. Üblicherweise gehen wir ja immer dieselben Wege. Oftmals schaut man sogar in einem bestimmten Straßenzug immer nach oben oder nach rechts. Also habe ich versucht, mal mit anderen Augen durch Bad Birnbach zu gehen.
So ein schönes „Auge“!
Und siehe da, gleich wird das Leben wieder spannend. Zum Beispiel habe ich auf der alten Glaserei Johann Petz zum ersten Mal das runde Fenster im Jugendstil wahrgenommen. Dann bin ich noch beim Honigladen vorbei gegangen und habe entdeckt, dass es dort einen Honig gibt, in dem der Nektar der Kurpark-Blühwiesen gespeichert ist.
Den habe ich mitgenommen und trinke jetzt einen Tee mit Sommerblumen-Honig. Und stelle mir vor, wie im Sommer Margeriten und Wiesensalbei um die Wette blühen.