Das Wilde Eck im Juni

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Das Wilde Eck: Ein Stück Urwald an der Rott

Heute war ich mit Vogel- und Insekten-Experten Walter Sage bei regnerischem Wetter in Bad Birnbach unterwegs. Zuerst im „Wilden Eck“, dann am Fischweiher. Dabei wurde wieder klar, wie artenreich und schützenswert unsere heimische Natur ist.

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Artenreiche Biotope im Rottal bei Bad Birnbach

Ich freue mich, jetzt noch mehr Einzelheiten zu unserer Natur an Kurpark und Rott weitergeben zu können. Die Artenvielfalt in unserer Landschaft ist einfach erstaunlich und es ist erfreulich, sie besser kennenzulernen.

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Experte Walter Sage bei der Bestimmung von Insekten

Das „Wilde Eck“:  Das „Wilde Eck“ ist ein Biotop gemäß §30 BNatSchG. Das Weidengehölz südlich des Kurparks Birnbach ist seit 1987 amtlich biotopkartiert. Letztes Jahr hatte bereits ein Pflanzenexperte Baum- und Pflanzenarten definiert. Hier noch einmal die Liste:

Baum- und Straucharten: Weide, Erle, Pappel, Birke, Ulme, Holunder, Weißdorn, Schneeball, Hartriegel, Feldahorn, Pfaffenhütchen

Pflanzen: Brennnessel, Brombeere, Himbeere, wilder Hopfen, Königskerze, Braunwurz, Farn, Schilf und Rohrglanzgras

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Die Große Pechlibelle

Nun kann ich dank Walter Sage auch die Vogelliste ergänzen und die Insekten bestimmen:

Vögel: Jungpirole waren zu hören! Das heißt, dass die Pirole bei der Brut erfolgreich waren! Neben Buntspecht, Grünspecht, Mönchsgrasmücke, Goldammer, Kleiber, Stieglitz, Girlitz bestimmte der Experte auch eine Dorngrasmücke und den GelbspötterElstern, Stare, Grauschnäpper, Zilpzalp, Fitis und Buchfink waren auch dabei. Der Turmfalke rüttelte am Himmel über dem Gebiet, Ringeltauben flogen über die offene Fläche und der Kuckuck wurde im Frühling mehrfach gehört. Das sind schon 19 Vogelarten in dem kleinen Paradies. Viele davon brüten in den Bäumen.

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Lederwanzen unter einem Blatt

Insekten: Kürzlich wurde der seltene und geschützte Weberbock (Lamia textor) im Wilden Eck gesehen. Aus dem Grund sollten auch tote Stämme vor Ort gelassen werden und Bäume, wenn sie aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen, nur gekürzt werden.  Heute zeigten sich gleich mehrere Libellenarten gezeigt. Darunter die Blaue Federlibelle, die Gebänderte Prachtlibelle, die Große Pechlibelle. Außerdem wurden bestimmt: Der Ockergelbe Blattspanner, der Braunstirn-Weißspanner, Lederwanzen, Streifenwanzen, Prachtkäfer, Brombeertriebwickler, Schlupfwespen und Stolperkäfer.

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Der Langhornfalter (Nemophora degeerella)

Der Fischweiher: Ein Biotop am abgeschnittenen Bogen der Rott südlich vom Birnbacher Kurpark mit Gewässer-Begleitgehölzen. Hier wächst eine reiche Vegetation an Bäumen, Sträuchern und Stauden, die seit einigen Jahren auch vom Biber mitgeprägt wurde. Dieser hat hier Platz geschaffen für neue Bäume, junge Eichen und Erlen, aber auch Stauden, Karden und Königskerzen.

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Gewöhnlicher Schaufelläufer(Cychrus caraboides

Während eines ganz kurzen Durchgangs wurden heute bestimmt:

Vögel: Blau- und Kohlmeise, Zaunkönig, Zilpzalp, Buchfink, Pirol, Eisvogel, Girlitz, Amsel und Rotkehlchen.

Insekten: der schöne und metallisch glänzende Langhornfalter saß auf den Brennnesseln. Ein Stolperkäfer zeigte sich sowie Nesselzünsler und ein Gewöhnlicher Schaufelläufer fand sich im Totholz.

Über das Wilde Eck habe ich schon mehrmals berichtet: Hier der letzte Bericht vom Mai:

https://nadiapittura.com/2020/05/26/das-wilde-eck-im-mai/

Käfer
StolperkäferValgus hemipterus
Gewöhnlicher SchaufelläuferCychrus caraboides
PrachtkäferAgrilus spec.
Schmetterlinge
Ockergelber BlattspannerCamptogramma bilineata
Braunstirn-WeißspanneCabera exanthemata
Kleinschmetterlinge
LanghornfalterNemophora degeerella
NesselzünslerSitochroa ruralis
BrombeertriebwicklerEpiblema uddmanniana
Artenliste Wildes Eck in Bad Birnbach

Das Wilde Eck im Mai

Das "Wilde Eck" ist ein kleiner Auwald in Bad Birnbach - Ein geschütztes Biotop.
Das Wilde Eck – Ein kleiner Dschungel

Das Wilde Eck in Bad Birnbach – Das ehemalige Kreislweiher-Wäldchen

Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie rasch sich Artenvielfalt einstellt, wenn man die Natur einfach in Ruhe lässt. Zurzeit brüten sehr viele Vögel im „Wilden Eck“ am Kurpark.

Der Grauschnäpper versteckt sich gut

Die Fotos sind von heute: Grauschnäpper, Buchfink, Buntspecht und Mönchsgrasmücke haben wir mit der Kamera erwischt. Es war aber noch viel mehr zu sehen und zu hören, bloß wollten die Stars nicht abgelichtet werden. Hier diejenigen, die wir außer den genannten noch bestimmen konnten: Pirol. Kuckuck, Zilpzalp, Fitis, Kleiber, Amsel. Goldammern im angrenzenden Gebüsch. Und darüber flog immer wieder der Turmfalke. Zuletzt kam uns noch ein Weberbock (Käfer) über den Weg gelaufen.

Die Mönchsgrasmücke singt sehr harmonisch

Der auffallende Rückgang in der Häufigkeit dieser Art ist sicher auf die Flussregulierungen und das Verschwinden der Uferbepflanzung zurückzuführen. Der Käfer ist besonders geschützt nach BNatSchG und steht auf der Roten Liste in Bayern unter 2 „stark gefährdet“.

Das Wilde Eck ist ein Biotop gemäß §30 BNatSchG. Das Wäldchen ist seit 1987 amtlich biotopkartiert.

Weberbock in Bad Birnbach in der Nähe des Biotop-Auwaldes "Wildes Eck"
Der Weberbock ist selten und geschützt
Der Weberkäfer in Bad Birnbach

Hier ein älterer Bericht, der auch die Pflanzen des wilden Ecks zeigt:

https://nadiapittura.com/2019/07/01/das-wilde-eck/

Das wilde Eck – Ein kleines Paradies

Mein Lieblingseck

Das „wilde Eck“ im Mai – Das sogenannte Kreiselweiher-Wäldchen in Bad Birnbach.

A „wild corner“ with a lot of birds in our surroundings in Lower Bavaria

Ein wunderschöner, kleiner, schützenswerter „Urwald“ am Wegesrand!

Hier noch Info dazu: https://nadiapittura.com/2019/07/01/das-wilde-eck/

Baum- und Straucharten: Weide, Erle, Pappel, Birke, Ulme, Holunder, Weißdorn, Schneeball, Hartriegel, Feldahorn, Pfaffenhütchen

Pflanzen: Brennnessel, Brombeere, Himbeere, wilder Hopfen, Königskerze, Farn, Schilf und Rohrglanzgras

Tiere: eine große Vielfalt an Vögeln, darunter auch Pirol, Specht, Mönchsgrasmücke, Goldammer, Kleiber, Stieglitz, Girlitz, Grauschnäpper und weitere. Libellen und Schmetterlinge. Glühwürmchen im Sommer.

Das wilde Eck

Heute habe ich mir nochmal das „wilde Eck“ am Kurpark Bad Birnbach angeschaut. Es ist ein schützenwertes und inzwischen geschütztes Auwäldchen in der Nähe der Rott.

Ich habe mich sehr gefreut zu sehen, dass der „Urwald“ sich sehr schön entwickelt. Wir brauchen viele wilde Ecken, um Vögel und Pflanzen einen Schutzraum zu gewähren. Ich hatte schon einmal darüber berichtet: https://nadiapittura.com/2019/07/01/das-wilde-eck/

Das wilde Eck in Bad Birnbach
Das wilde Eck gedeiht.
Ein kleiner Urwald. Genau so etwas brauchen Schmetterlinge, Pirol und Specht

Das wilde Eck

Der Kreislweiher oder das „Wilde Eck“. Ein kleines Wunder der Natur.
Anfänglich bin ich achtlos an dem kleinen Wäldchen vorbei gegangen. Direkt am Kurpark in Bad Birnbach. Unten an der Rott. Bis ich anfing, auf den betörenden Vogelgesang zu achten, der im Frühling und Sommer aus dem Eckchen schallt. Da habe ich aufgehorcht.
Im „Wilden Eck“ in Bad Birnbach – Foto: Eva Hörhammer

Dann plötzlich, letztes Jahr, die flötende Stimme des Pirols! Dann im Juli abends ein Meer von Glühwürmchen!

Was ist denn das? Einfach ein kleines Wunder am Wegesrand. Durch ein Wunder blieb bisher das „Wilde Eck“ wie von magischer Hand von der Ordnung der Gärtner und Planer verschont. Es liegt viel Totholz herum. Das zieht die Spechte an. Ein kleiner Urwald.

Als im Winter leider dort Veränderungen vorgenommen wurden, fing ich an, mich zu informieren und erfuhr, dass vor Jahrzehnten Sand- und Kieshaufen dort deponiert worden waren. Darauf wachsen inzwischen viele Pflanzen. „Kreislweiher“ nennen es die Einheimischen. In den 70ern und 80ern zelteten und grillten dort die Jugendlichen aus dem Kurort. Alle haben schöne Erinnerungen an diese „wilde Zeit“ in der Natur. „Ja, da waren damals schon Glühwürmchen!“, sagt man mir.

Das „Wilde Eck“ im Rottaler Gsichter Magazin
Das Wilde Eck in Bad Birnbach
Rankender wilder Hopfen im „Wilden Eck“

Ich hoffe, dass das Eck auch in Zukunft so wild bleiben darf, wie es ist. Nicht nur Tiere brauchen Wildheit, sondern auch wir Menschen. Die Natur besteht eben nicht aus Stiefmütterchen, und freie Gedanken brauchen auch einmal etwas Chaos.

Weil ich es so liebe, dieses „Wilde Eck“, habe ich Eva Hörhammer verraten, es sei mein Lieblingsplatz. Ich danke ihr von Herzen, dass es auch einen Platz im Rottaler Gsichter-Magazin gefunden hat. Hier könnt Ihr den Beitrag sehen.

Die Portraitfotos hat auch Eva geschossen, danke!

Mithilfe eines Biologen konnte ich auch beinahe alle Pflanzen bestimmen und zähle sie hier unten auf.

Eins ist klar: Das „Wilde Eck“ ist schützenswert! Gehen wir behutsam damit um!

Baum- und Straucharten: Weide, Erle, Pappel, Birke, Ulme, Holunder, Weißdorn, Schneeball, Hartriegel, Feldahorn, Pfaffenhütchen

Pflanzen: Brennnessel, Brombeere, Himbeere, wilder Hopfen, Königskerze, Farn, Schilf und Rohrglanzgras

Tiere: eine große Vielfalt an Vögeln, darunter auch Pirol, Specht, Mönchsgrasmücke, Goldammer, Kleiber, Stieglitz, Girlitz und weitere. Glühwürmchen im Sommer.

Und hier noch Info über das Rottaler Gsichter Magazin: https://rottalergsichter.de/das-magazin/das-rottaler-gsichter-magazin/

Und die „Sorge ums Wilde Eck“ in der Presse: https://plus.pnp.de/lokales/pfarrkirchen/3294003_Sorgen-ums-wilde-Eck.html