Unterwegs in der Natur

Lachmöwen und Kampfläufer (Philomachus pugnax) am Unteren Inn - Europareservat - Foto von Nadia Baumgart
Lachmöwen und Kampfläufer (Philomachus pugnax) am Unteren Inn

EN: In the European nature reserve Lower Inn in Bavaria/ Austria

FR: Dans la réserve naturelle européenne à la frontière Bavière/ Autriche

Gestern waren wir im Europareservat Unterer Inn bei Ering unterwegs. Es war wieder ganz schön kalt! Am Inn haben wir die Lachmöwenkolonie beobachtet. In ihrer Nähe waren Kampfläufer zu sehen. Danach ging es in den Auwald, wo wir die ersten Rauchschwalben sehen konnten. Und einen Kleiber, der sehr beschäftigt war, den Eingang einer Nisthilfe mit Lehm zu verkleinern.

Info vom NABU über den Kleiber: „An einem normalen Meisennistkasten verbauen Kleiber etwa 200 Gramm Lehm. Mit dem Schnabel können sie pro Flug etwa anderthalb Gramm Lehm transportieren. Damit sind mindestens 130 Transportflüge notwendig. An Ort und Stelle wird der Lehm mit dem Schnabel angedrückt und wie mit einem Stößel zu einer sehr festen, widerstandsfähigen Masse verdichtet.  An der Oberfläche ergeben unzählige Stößelhiebe dem Lehm das Aussehen einer Kraterlandschaft. An der Höhle wird über die gesamte Brutzeit gekleibert, sobald feuchter Lehm verfügbar ist. Besonders nach Regennächten werkeln die Kleiber was das Zeug hält, denn frei nach dem Slogan einer Baumarktkette gibt es auch für Kleiber „immer was zu tun“.

Nadia und Berndt Baumgart - Unterwegs in der Natur im Landkreis Rottal-Inn
Im Auwald unterwegs – Noch ist es kühl…
Kleiber – Sitta europaea – verkleinert das Einflugsloch mit Lehm

Und noch etwas: die Birnbacher Störche haben angefangen zu brüten – Hier einige Eindrücke vom Storchennest // Our storks are breeding

Das Foto zeigt, wie das Storchenpaar die Polsterschicht aus Moos und Gras im Nest erneuert.

Die Birnbacher Störche brüten und bessern immer wieder ihr Nest aus
Eindrücke aus dem Birnbacher Storchennest – Impressions of our stork nest

Und hier noch die Eindrücke vom Spaziergang am Unteren Inn:

Spaziergang im Europareservat Unterer Inn

Traumlandschaft – Aquarell

So ähnlich habe ich vor kurzem Rehe mit Kiebitzen auf Brachflächen gesehen

#aquarelle #painting #watercolour #rehwild

Naturbeobachtung im April

Im #Kulturspatz Bad Birnbach

Ich freue mich, am Bad Birnbacher „Kulturspatz“ für den Monat April mitgewirkt zu haben. Auf der Seite 46 ist in der neuen Rubrik „Naturbeobachtung“ mein Text mit Fotos über die Tierwelt der Gegend zu finden.

#kulturpatz #rottalinn #tierwelt

Kulturspatz Bad Birnbach
Flussseeschwalben an der Rott
Das Storchenpaar 2022 in Bad Birnbach

Wildheit

Magie de la nature

Roe deer with lapwing // Chevreuils avec vanneau huppé

Wildheit

Gestern sah ich Rehe, die friedlich neben Kiebitzen grasten. Ein Bild, das anmutet wie ein Traum, beinahe magisch. Ein Bild des Trostes in traurigen Zeiten.

Was bedeutet das eigentlich, Wildheit, habe ich mich gefragt. „Wildheit, die Wilden, die Primitiven“, geht mir durch den Sinn. Wildheit ist etwas, das dem Menschen Angst zu machen scheint, eine wilde Welt ohne Sicherheit, den Raubtieren ausgeliefert, ohne Ordnung, ohne Ordnungsmächte. Als Schutz bloß irgendwelche Amulette gegen furchtbare Gefahren…

Wahrscheinlich stecken in uns Menschen die Ängste vor den Gefahren, denen wir auch tatsächlich in unserer Vorgeschichte ausgesetzt waren, noch tief: Feuerbrunst, angreifende Bärinnen, tödliche Krankheiten. Und so kam es wohl, dass wir ordnend eingreifen wollten. Eigentlich ganz verständlich. Es wurde also gerodet, wilde Tiere wurden gezähmt und eingesperrt. Irgendwie sperrten wir dabei auch unsere eigene Wildheit ein. Heute noch zerstören wir Hecken und die letzten Feldsäume, tragen Masken gegen Krankheiten und pflanzen Narzissen und Stiefmütterchen. Noch nie habe ich erlebt, dass so viele Bäume gefällt und Hecken herausgefräst wurden wie gerade jetzt, wo alle den Wald retten wollen.

Ich glaube, alles hat zwei Seiten. Auch die Wildheit. Sie hat eine gefährliche Seite, die wir anscheinend nie zähmen, nur unterdrücken konnten und die sich schrecklicherweise in jedem Krieg dieses Erdballs zeigt. Aber sie hat auch eine poetische Seite. Wenn wir dem Drang nachgeben, alles um uns herum nüchtern zu ordnen und zu desinfizieren, können wir auch keine Wildtiere mehr sehen. Die zeigen uns aber in märchenhaften Bildern, wie beruhigend und traumhaft schön Wildheit sein kann.

Reh mit Kiebitz
Ein Rehbock wittert aufmerksam