Nun habe ich versucht, draußen rasche Skizzen der Herbstlandschaft zu machen. Nicht ganz einfach bei der Fülle an Farben und Details. Also habe ich mich entschieden, die Umgebung eher expressionistisch darzustellen und auf die Farben zu setzen, die gerade durch den Wald glühen.
„Etwas kitschig“, dachte ich, während ich dieses Bild malte. Und doch habe ich diese Szene vor kurzem erlebt und so in Erinnerung. Und da sich die Rehe nicht von der Kamera einfangen lassen wollten, musste ich sie eben mit dem Pinsel jagen.
Une aquarelle un peu „kitsch“ qui exprime pourtant une scène
que j´ai vécu il y a quelques jours en forêt.
Illustration of a scene that I saw recently in our forest.
Ein Plädoyer gegen Schilderwälder in der Landschaft
Beim heutigen Spaziergang dachte ich an die Bilder des
französischen Malers Magritte. Der malte zum Beispiel eine Pfeife und schrieb
darunter „Dies ist keine Pfeife“.
Warum? Ich befinde mich immer öfter, auch ohne es zu wollen,
auf „Lehrpfaden“ oder Info-Wegen. Eigentlich findet man solche Infotafeln eher
in Naturschutzgebieten, und da machen sie auch Sinn, weil die wenigsten von uns
seltene Arten kennen. Manchmal sind mir allerdings auch in jenen Gebieten zu
viele Schilder. Hinzu kommen noch die ganzen Warnschilder wegen
„Astbruchgefahr“ oder anderen Gefahren.
Inzwischen gibt es auch auf unseren Feldwegen Infotafeln.
Nach dem Motto: „Dies ist eine Hecke, darin leben Marienkäfer.“ Oder:
„Dies ist ein Maisfeld, es speichert CO2.“
Nicht nur an Magritte erinnert mich der Schilderwald.
Sondern auch an das Buch „Hundert Jahre Einsamkeit“ von Gabriel
García Márquez. Darin kämpfen die Bewohner gegen das Vergessen, indem sie alle
Dinge und Lebewesen mit deren Namen markieren. Der Kuh hängen sie ein Schild um
den Hals: „Dies ist eine Kuh, die man jeden Morgen melken muss.“
Abgesehen von allen philosophischen Betrachtungen, die man bei der Ansicht solcher Schilder machen kann, betrübt mich die Tatsache, dass in Schilderwäldern keine Landschaftsfotos gelingen.
Die Eindrücke vom letzten Samstag im Bayerischen Wald lassen mich nicht mehr los. Die Kontraste zwischen dem grellen, fast gelbem Grün und dem dunklen Wasser finde ich besonders faszinierend. Nun habe ich versucht, diese Eindrücke malerisch wieder zu geben.