Rehe heute im Rottal – Gibt es etwas Schöneres? Für mich kaum!
Schade, dass sie inzwischen im Rahmen der „Wald vor Wild“-Ideologie vermehrt gejagt und als Waldzerstörer angesehen werden. Ich hoffe, sie werden auch noch in Zukunft durch unsere Landschaften streifen dürfen.
Wo ich lebte, da warst du nicht. Ich wusste gar nicht, dass es dich gibt. Und jetzt bist du plötzlich in meiner Welt.
Geheimnisvoll, einsam und vertrauensvoll: Ein Watvogel bist du, ein Schnepfenvogel mit deinen langen Beinen. Ganz selten bist du und doch vor meinen Augen, stehst da im steinfarbenen Gefieder und träumst vor dich hin.
Geehrt fühle ich mich von deiner Nähe. Bange denke ich, wie lange wirst du unter uns bleiben, du seltenes Geschöpf?
Vor der Linse meiner Kamera schließt sich dein Auge, du steckst den Schnabel unter den Flügel und schläfst. Du atmest in meiner Welt.
Du erinnerst mich daran, dass wir alle wie du sind: einsam auf einem Bein stehend, voller Vertrauen und doch wissend, dass wir sterblich sind.
Ein traumhafter Tag im Nationalpark im Bayerisch-Tschechischen Grenzgebiet. Es gab viele Highlights. Ich liebe diese offenen Landschaften am und im Wald. Licht, tausend Pflanzen, Blüten, Flechten. Ein alter Friedhof im Sumava-Nationalpark war eine Offenbarung. Ein besonderes Erlebnis war auch das Heupferd, das sich unsterblich in Freundin Birgit verliebt hat.
Wilde Weiden im Nationalpark: Ein großes Plus für die Artenvielfalt
Ich gebe es ja zu: Ich liebe Kühe! Im Nationalpark Sumava fungieren große Herden auf extensiven Weiden als Landschaftspfleger, die die Artenvielfalt fördern. Mir macht der Anblick dieser großen Tiere in der Natur einfach glücklich. Die Bullen laufen in der Herde mit, die Kälber ruhen oder spielen miteinander.
Schöne Landschaften
Obwohl es sich beim Böhmerwald geologisch gesehen um ein einziges Gebirge handelt, wird er seit Beginn des 20. Jahrhunderts nach den politischen Grenzen unterteilt (Quelle: Wikipedia). Hier will ich aus einem Schild am Wegesrand zitieren, weil es den Unterschied in der Natur zwischen Bayerischem Wald und dem Nationalpark Sumava in Tschechien gut erklärt:
„Bewirtschaftung auf der tschechischen und der bayerischen Seite des Böhmerwaldes. Während auf bayerischer Seite die Bewirtschaftung ohne Unterbrechung weiterlief, wurde auf tschechischer Seite die Bevölkerung aus dem Grenzgebiet vertrieben. Die Dörfer und Siedlungen verschwanden und mit ihnen das menschliche Wirtschaften. Die Arten des Offenlands, die von der harten Arbeit der ehemaligen Bewohner profitiert hatten, begannen langsam zu schwinden. Auf bayerischer Seite hat sich die Landwirtschaft dagegen durch Düngung und Mechanisierung intensiviert. Dies hatte eine Abnahme der Artenvielfalt zur Folge.“
Unterschiede im BöhmerwaldAn der Grenze geht es über einen Bach„Nasse Grenze“Historisches Fotoalbum über verschwundene Dörfer
Im Rahmen des Projektes „Historisches Album“ wird die verschwundene Landschaft des Böhmerwaldes vorgestellt. So kann man sich vorstellen, wie die Menschen in der Gegend lebten, bevor sie 1946 vertrieben wurden. Es gibt 30 dieser Bücher im Nationalpark.
Ein alter Friedhof lädt zur Meditation einEine Heuschrecke hat uns eine Zeit lang treu begleitet.
Im Tierfreigelände Neuschönau – In the Wildlife Enclosure in Bavaria
Neu sind die Kraniche in der Voliere. Schön sind sie, aber sie haben mir etwas leidgetan, da die Voliere, in der sie leben, für solch große Vögel doch sehr beengt ist.
Interessant ist das ebenfalls neue Reptilien-Gehege. Dort kann man sogar Kreuzottern (Foto 2) bestaunen. Auch die Waldeidechse ist darin zu sehen. Ganz frei flatterte uns ein Kaisermantel über den Weg.
Auch die Wildkatze ließ sich sehen. Wieder einmal wurde mir bewusst, dass sie von weitem kaum von einer getigerten Hauskatze zu unterscheiden ist. Unterscheidungsmerkmale sollen etwa der buschige Schwanz mit schwarzer Spitze und die weißen Schnurrhaare sein. Würde ich eine Wildkatze in der Natur sehen, würde ich sie jedoch kaum von einer Hauskatze unterscheiden können. Egal, sie sind ja beide faszinierende Wesen.
Auch der Spaziergang durch das Gelände ist einfach spannend und schön, die vielen Pflanzen am Wegesrand, die Vögel, das Totholz voller Leben, die Moose, die Bäche…
Kreuzotter (Vipera berus) im neuen ReptiliengehegeSpielende Fischotter
Ich konnte den Fischottern beim Spielen zuschauen! In der freien Natur habe ich das nur einmal vor etwa 30 Jahren in Italien beobachten können. Diesmal waren es in Gefangenschaft lebende Fischotter, aber deren Gehege im Tierfreigelände Neuschönau ist recht groß und naturnah. Und so war ich auch näher dran. Unglaublich schön ist das flinke Spiel der Tiere, die sich gegeneinander jagen und auflauern, sich gegenseitig neckend, zwischendurch laut keckernd. Im Wasser winden sie sich umeinander wie Aale. Was für eine unbändige Energie! Dabei sind alle Bewegungen im und außer dem Wasser blitzschnell und fließend. Ich habe mich so gefreut über dieses beinahe humorvolle und quicklebendige Spektakel!