Meine Lieblingshäuser: Das alte Holzhaus in der Hofmark in Bad Birnbach

A watercolor painting of a charming wooden house with small windows and weathered shingles, part of a former farmhouse in Bad Birnbach. An adjacent brick building with a red-tiled roof is visible, along with an old hand pump and a church tower in the background. Two children and a dog are playing in front of the house.
Das Holzhaus in der Hofmark 17

Meine Lieblingshäuser in Bad Birnbach – Letztens habe ich die alte Glaserei Betz erwähnt, nun habe ich das wunderschöne Holzhaus in der Hofmark 17 gemalt. Es handelt sich um den Wohnteil eines ehemaligen Bauernhofs sowie um ein angrenzendes Ziegelgebäude. Jetzt im Herbst hat sich der rankende Wein an den Fassaden romantisch rot gefärbt.

Ich liebe dieses Gebäude mitten im Ort, weil es von niederbayerischer Tradition erzählt und viel Charme besitzt. Die leicht verwitterten Holzschindeln des Wohnhauses, die kleinen Sprossenfenster, der Ziegelbau mit rotem Dach und Holztreppe, die alte Schwengelpumpe an der Ecke, der Kirchturm im Hintergrund – all das finde ich romantisch und berührend. Ich freue mich, dass solche schönen Gebäude in der Ortsmitte weiterhin ihre Geschichte erzählen dürfen. Das Anwesen ist in der Liste der Baudenkmäler aufgeführt.

EN: My favorite houses in Bad Birnbach – Recently I mentioned the old glassworks; now I’ve painted the beautiful wooden house at Hofmark 17. It’s the residential part of a former farmhouse, connected to a brick building. This autumn, the climbing vines have turned a romantic shade of red.

I love this house in the heart of town – it speaks of Lower Bavarian tradition and has undeniable charm. The weathered wooden shingles, the small mullioned windows, the red-tiled brick wing with its wooden staircase, the old hand pump at the corner, and the church tower rising behind it – all of it feels romantic and deeply moving. I’m grateful that such buildings still stand and share their stories. The property is officially listed as a historic monument.

Die alte Glaserei in Bad Birnbach

Wandern im Herbstlicht – Aquarellmalerei

A watercolor painting depicting two people walking in a forest with a deer, surrounded by tall pine trees and a colorful sunset sky.
Wandern im Böhmerwald – Hiking in the Forest – Aquarelle – Watercolorpainting – Aquarellmalerei

Romantische Stimmung an der Rott

Ein weißer Reiher sitzt auf einem Ast, umgeben von grünen Blättern und roten Beeren im Hintergrund.
Der seltene Seidenreiher (Egretta garzetta) heute an der Rott – Aigrette garzette le long de notre rivière en Bavière

Im Frühherbstlicht war der heutige Spaziergang an der Rott besonders romantisch. Die Reiher wirkten wie wilde und gute Geister am Wasser.

FR: Sous la lumière du début d’automne, la promenade d’aujourd’hui le long de la rivière Rott en Bavière était particulièrement romantique. Les hérons semblaient être des esprits sauvages et bienveillants au bord de l’eau.

Ein großer, weißer Reiher steht im ruhigen Wasser der Rott, umgeben von grünem Schilf und Bäumen. Das Licht des frühen Herbstes spiegelt sich im Wasser.
Silberreiher (Ardea alba) Grande Aigrette 

Zwischen Licht und Landschaft – Morgens im Lugenzwald

Lugenz-Wald bei Weng

Heute führte mich mein Weg durch den Wald. Als ich am anderen Ende des Waldes hinauskam, zeigten sich die schönen Hügel des Rottals. Die Spätsommer-Brise, der Warnruf der Zaunkönige im Brombeergebüsch, das leise Knirschen von Gras und Steinen unter meinen Füßen und das warme Licht, alles schien mir wie verzaubert.

FR: Aujourd’hui, mon chemin m’a menée à travers la forêt. Lorsque j’en suis sortie de l’autre côté, les belles collines du Rottal se sont dévoilées. La brise de fin d’été, le cri d’alerte des troglodytes cachés dans les ronces, le léger crissement de l’herbe et des pierres sous mes pas, et cette lumière chaude — tout me semblait enchanté.

Blick auf das hügelige Rottal
Beruhigende Bilder – Hier in Lengham

Der uralte Zauberwald – Die Lugenz im Wandel 

Abgeholzter Bereich des Waldes mit liegenden Baumstümpfen und verbleibenden Bäumen im Hintergrund unter blauem Himmel.
Borkenkäferbefall in der Lugenz führte zu Kahlschlägen 2019/2020

Nicht nur wir Menschen haben eine Geschichte – auch die Natur, insbesondere von uns geprägte Kulturlandschaften, unterliegen einem stetigen Wandel. Der Wald verändert sich fortlaufend, oft schneller, als wir es erwarten. 

Ein Wanderer auf einem Schotterweg, umgeben von üppigem Grün und jungen Bäumen in einem Waldgebiet.
Dieselbe Fläche in der Lugenz im Juni 2025

Wie rasch sich ein Naturwald selbst regenerieren kann, selbst nach einem massiven Borkenkäferbefall, habe ich persönlich erlebt. Oben ist eines meiner Fotos aus den Jahren 2019/2020, das einen Kahlschlag in der Lugenz zeigt – und zum Vergleich dieselbe Fläche im Juni 2025. Auf den einst gerodeten Flächen sprießen nun junge Birken und Büsche, die Schatten für nachkommende Bäume spenden. Dort, wo wenig eingegriffen wurde, hat sich ein dichter Teppich aus Jungbäumen gebildet, darunter viele Laubbäume. In einigen Jahren werden diese Bäume erneut Holz liefern – ein Zeichen dafür, dass die Lugenz immer großzügig mit uns Menschen ist. 

Ein Waldweg führt durch eine gerodete Fläche, auf der gestapelte Baumstämme liegen und kahle Bäume im Hintergrund sichtbar sind.
Borkenkäfer – Abholzung in der Lugenz 2019/2020

Dass die Lugenz schon lange eine bedeutende Ressource für die Region darstellt, belegen nämlich auch historische Zeitungsberichte. Ein Blick in das Archiv von Digipress zeigt eine Passage aus der Passauer Zeitung: Niederbayerische Volkszeitung vom 6. Dezember 1867: 

 „Ortenburg. Seit die Eisenbahn, wie man sagt, „geht“, hat unser Markt einen bedeutenden Aufschwung genommen. Fast alles Getreide aus dem Rottal geht hier durch; und ohne Rast und Ruh die Baumstämme aus der Lugenz und dem Steinkart, der unerschöpflichen Waldung, nebenbei die Bretterfuhrwerke aus der Dampfschneidsäge in Holzham.“ 

Historischer Zeitungsartikel über die Holzernte aus dem Lugenzwald, veröffentlicht in der Passauer Zeitung 1867.
Niederbayerische Volkszeitung vom 6. Dezember 1867

Das rund 600 Hektar große Waldgebiet der Lugenz erstreckt sich über die Höhen des Rottals und birgt geschichtsträchtige Orte – darunter eine historische Holzkapelle und einen Ringwall, der einst als Zufluchtsstätte diente. Ein „Klimapfad“ informiert Besucher über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald und zeigt, wie sich die Natur an neue Bedingungen anpasst. 

Die Bedeutung des Namens Lugenz wird in der Naturwissenschaftlichen Zeitschrift für Niederbayern (Band 28, 2080) erläutert: 

 „Der Name „Lugenz“ ist im Althochdeutschen zweideutig: *lugo* bedeutet „heiliges Gehölz“, während *log* (luoc) „Versteck, Höhle, Schlucht“ heißt. Man neigt dazu, die zweite Deutung zu akzeptieren, da die unzugänglichen Waldstriche wohl seit jeher den in unsicheren Zeiten bedrängten Bewohnern der Gegend als letzte Zuflucht dienten. Der Ringwall bei Birnbach und der beachtliche Münzenfund vom Geldfundstein im Steinkart sind wohl Beispiele dafür.“

Eine Frau steht auf einem Wanderweg im Wald, umgeben von hohen Bäumen und üppigem Grün, während ein Mann im Hintergrund auf einer Bank sitzt.
Der Lugenz-Wald an der abgeholzten Stelle im Jahr 2025: Alles wächst nach!

Nach dem Borkenkäferbefall 2019/2020 mussten große Flächen abgeholzt werden, wodurch neue Sichtachsen entstanden, die angrenzende Landschaften und Orte wie Bad Griesbach sichtbar machen. Doch dieser scheinbare Verlust birgt eine Chance: Mehr Licht fördert eine artenreichere Waldlandschaft. 

Die Lugenz bleibt ein faszinierender Wald – ein Ort, der sich stetig wandelt und doch seine Geschichte bewahrt. 

Dem Holzbauern schenkt sie seit jeher wertvolles Holz, dem Erholungssuchenden bietet sie heilsame Entspannung, dem Wanderer eröffnet sie abwechslungsreiche Wege, dem Künstler dient sie als Inspirationsquelle.  Und unzähligen Tieren und Pflanzen gewährt sie eine Heimat. 

Darüber hinaus ist der Lugenz-Wald ist lebendiges Ökosystem, das uns wertvolle Einblicke in die Natur ermöglicht. Alte Waldgebiete speichern übrigens CO₂ und Wasser wesentlich besser als jüngere Wälder. Hier lassen sich jahreszeitliche Veränderungen ebenso beobachten wie die direkten Auswirkungen des Klimawandels.