Was gibt es Schöneres, als bei diesem Nebelwetter im warmen Wasser zu schwimmen? Heute morgen war viel los im Thermalbad. Denn zwischen 2 Außentüren beim Thermalbecken der Rottal Terme steht wilder Wein mit den letzten Beeren. Das zieht die Amseln magisch an. Laut schimpfend jagten sie sich gegenseitig von den Leckerbissen weg und erhaschten doch immer wieder eines.
Währenddessen hüpften Kohl- und Blaumeisen neugierig auf den
Türrahmen herum. Oben in der Regenrinne schritt würdevoll ein Eichelhäher. „Das
geht ja zu wie in einer Voliere“, sagte ein Badegast. „Da sind drei
Baumläufer!“ rief ich begeistert einer Frau zu. Dadurch, dass die scheuen
Vögelchen nur unsere Köpfe wahrnahmen, hatten sie wohl keine Angst vor uns und
kletterten emsig auf den Baumstämmen direkt am Beckenrand. Sogar ihre Augen
konnte man leuchten sehen und ihre leicht gebogenen Schnäbel sehr gut erkennen.
„Schön, dass Sie wissen, was das für welche sind“, antwortete die Badende und
sagte es gleich weiter.
Nach einer Weile entstand eine kleine Menschentraube am
Beckenrand, alle schauten gebannt auf die hübschen Vögel. Niemand schwamm mehr.
Alle schauten auch in den Himmel, der ganz durchkreuzt war von Vögeln. Nach
einer Weile war der Spuk vorbei. Naturschauspiele sind für mich einfach
beeindruckender als so manches Event.
Ich hoffe, dass unser „ländliches Bad“ trotz Expansion auch
ländlich bleibt, viele „wilde Ecken“ und Platz für bäuerliche Landwirtschaft (als
Gegenmodell zur industriellen Landwirtschaft) erhalten bleiben.
Blühende Sonnenblume Ende Oktober – Man weiß nicht so recht, ob man sich darüber freuen sollte. Jedenfalls sah sie schön aus in der Herbstsonne…Die beiden tragen eine edle Algenkette, weil sie gerade gegründelt hatten.Eine Kolonie Kormorane. Sie haben sich lautstark unterhaltenDer Abend klang romantisch aus…Die Krähen flogen in der Dämmerung.
Der Waldrapp beim Sammeln von Nistmaterial in Burghausen
Hoffnung auf Wiederbesiedlung des bedrohten Vogels in Mitteleuropa
Burghausen. Über 25 Teilnehmer fanden sich am Samstag am Burggelände ein. Zusammen ging man durch die Burganlage zu den Brutnischen am Pulverturm. Hier fand ein von der BN- Ortsgruppe Unterer Inn organisierter Besuch dieser besonderen Vögel statt.
Wiederansiedlungsprojekt des Waldrapps in Burghausen
Die hochgradig gefährdete Ibisart, die in Passau und Salzburg historisch nachgewiesen wurde, ist bereits im 17. Jahrhundert nördlich der Alpen und wahrscheinlich bald darauf in ganz Europa durch Überjagung ausgerottet worden. Im Rahmen eines EU Projektes (LIFE+ Biodiversity) mit Partnern aus Österreich, Italien und Deutschland soll der Waldrapp in Europa wieder angesiedelt werden. Heute gibt es nur noch eine stabile, wild lebende Kolonie in Marokko.
Wiederansiedlungsprojekt
mit Vorbildcharakter
Zur Geschichte des Waldrapps in Burghausen: Anlässlich der Landesgartenschau 2004 und auf Initiative der BUND Naturschutz-Ortsgruppe Burghausen wurde ein Waldrappteam gegründet mit dem Ziel, die Tiere als echte Zugvögel in Europa wieder anzusiedeln. Andere Standorte der Wiederansiedlung befinden sich in Überlingen und im österreichischen Kuchl.
Hier schaut ein junger Waldrapp neugierig auf die Welt
2007 wurde in Burghausen eine erste Handaufzucht von etwa 20 Waldrappen auf eine einzige Person geprägt und daran gewöhnt, ein Leichtflugzeug im Flug zu begleiten. Denn Waldrappen sind Zugvögel und brauchen im Winter ein südliches Quartier. Da die erste Gruppe der jungen Tiere keine zugerfahrenen Eltern hatte, sondern von Tieren aus Zoohaltung abstammte, musste hier der Mensch nachhelfen: So wurde Ihnen erstmals eine Route in ein Wintergebiet in der südlichen Toskana gezeigt. Seit 2010 migrieren die Vögel inzwischen ohne menschliches Zutun über die Alpen. Dank der leichten GPS-Geräte, die die adulten Tiere auf dem Rücken tragen, sind ihre Flugrouten immer nachzuvollziehen. Leider gab es inzwischen aber Verluste durch Wilderei in Italien und Mittelstrommasten in Österreich.
Nach der Einführung ging Dr. Spindler auf die etwa
gänsegroßen Tiere mit dem schwarzen Gefieder und den nackten Gesichtern ein,
die am Pulverturm direkt vor den Teilnehmern mit ihren gesichelten Schnäbeln auf
der Wiese Nistmaterial sammelten und in den Holznischen saßen. Er beantwortete die vielen Fragen der
interessierten Teilnehmer. Es brüteten zurzeit 8 Paare in den Holznischen.
Jedes Paar habe 4 bis 5 Eier, beide Geschlechter brüten und füttern die Jungen,
die schon geschlüpft sind und teilweise unter den Leibern der Eltern neugierig
hervorlugten. Die Tiere suchten ihre Nahrung (Insekten, Würmer, Pflanzen) in
der näheren Umgebung ihres Brutplatzes. Da die Vögel wenig Scheu haben und vor
den Besuchern ihr geselliges Verhalten
zeigten, zauberten sie allen Besuchern, insbesondere auch den Kindern unter ihnen,
ein Lächeln ins Gesicht.
Mehr Information zu Flugrouten und dem Wiederansiedlungsprojekt finden sich auf der Webseite www.waldrapp.eu
Bird tour organized by a nature conservation organization, teaching participants to identify birds by their calls
Teilnehmer der Vogelstimmenwanderung. Experte Walter Sage deutet auf einen Vogel
Heutige Vogelstimmenwanderung im Ederhölzl in Pfarrkirchen
Schwarzspecht und Sommergoldhähnchen als Highlights
Bei eher kühlem Wetter fanden sich ca. 20 interessierte
Teilnehmer am Ederhölzl ein. Hier fand am Sonntag eine vom Flora- und
Fauna-Experten Walter Sage geleitete Vogelstimmenwanderung statt. Die Führung
hatte der Bund-Naturschutz-Ortsgruppenvorsitzende Karl-Heinz Steiner gemeinsam
mit der Kreisgruppe LBV-Rottal-Inn, dessen Vorsitzender Hubert Szücs mit
wanderte, organisiert.
Nach der Begrüßung erklärte Steiner, das Pfarrkirchener Ederhölzl sei vornehmlich ein natürlicher Eichen-Hainbuchenwald, der auf dieser Höhenstufe (400 m) typisch sei. „So würde hier der Wald aussehen, wenn er von selber wachsen würde“, so Steiner. Er bestehe aus 100-jährigen Bäumen und berge viele botanische Arten, die auch Insekten und Vögeln Nahrung und Schutz bieten.
Bevor man sich auf den Weg machte und noch auf dem Parkplatz lud Experte Sage die Teilnehmer ein, zu lauschen und die umgehenden Bäume zu beobachten. Schon konnten erstaunlich viele Arten anhand ihrer Stimmen oder aber optisch bestimmt werden, darunter auch Hausrotschwanz, Kohlmeise, Star, Stieglitz, Mönchsgrasmücke und Buchfink.
Am Waldrand zeigte sich dann das Sommergoldhähnchen von seiner schönsten Seite: Intensiv orange leuchtete sein Scheitelstreifen durch das junge Laub. „Trotz seiner Häufigkeit ist dieser kleine Vogel kaum bekannt, weil er sich nur selten in Bodennähe aufhält“, so Sage. Während der Wanderung wurden weiter bestimmt: Rotkehlchen, Zilpzalp, Grünfink, Blaumeise, Buntspecht, Eichelhäher, Kleiber, Zaunkönig, Fitis, Mäusebussard, Rabenkrähe, Kernbeißer und der eher seltene Waldlaubsänger.
Die Erläuterungen des Vogelexperten wurden während der Wanderung seitens Karl-Heinz Steiner mit botanischen Beobachtungen ergänzt. Der BN-Ortgruppenvorsitzende machte auf vielblütigen Weißwurz, Knoblauchsrauke, Baldrian sowie Waldmeister im Unterholz aufmerksam und wies auf die Notwendigkeit von Totholz im Wald hin. Einige abgestorbene Stämme von Vogelkirsche und Eiche sollten für Insekten und Vögel liegen gelassen werden. „Das sollte nicht als unaufgeräumt empfunden werden“, so Steiner.
So war es dann für alle Teilnehmer ein ganz besonderes Erlebnis, den Schwarzspecht überraschend über die Baumgipfel gleiten zu sehen. Kurz zuvor hatten die Wanderer schon typische Hackspuren des Spechts an Salweiden und Totholz beobachten können. Steiner wies auf einige mit Fichten aufgeforstete Stellen hin, die inzwischen aufgrund des Borkenkäferbefalls teilweise gefällt worden sind. Vor der kahl geschlagenen Stelle wies Steiner auf den angrenzenden gesunden Wald hin: „Wie es sein sollte, macht die Natur vor.“
Als Krönung rief schließlich der Kuckuck. Nun fasste Walter Sage zusammen: „Insgesamt haben wir heute 27 Arten beobachtet“. Erfreulich sei, dass recht viele Amseln dabei gewesen seien, die sich augenscheinlich von der „Amselsterben“ genannten Epidemie erholt hätten. Leider habe man auf dem Weg jedoch wenig Insekten gesehen. „Früher hat es hier vor Insekten gebrummt“, so der Experte.
Ein Dank galt zum Abschluss dem Exkursionsleiter Walter Sage für seine informativen und interessanten Erläuterungen.
Three storks in our town! Trois cigognes dans notre village!
Der dritte Storch – Neuigkeiten über die Birnbacher Störche: Heute kreiste ein dritter Storch über das Nest!
Schon 2016 wurde anscheinend ein „Eindringling“ gesichtet, also könnte Birnbach wohl gut zwei Nester gebrauchen!
Heutige Beobachtung: ein Storch sitzt brav und geduldig im Nest. Wahrscheinlich sind die Kleinen schon geschlüpft. Da beide Geschlechter brüten, ist es müßig, darüber zu spekulieren, ob das im Nest „a Dirndl“ oder „a Bua“ ist. Endlich kam der Partner und es gab das übliche Begrüßungsritual: Geklappere, tiefe Verbeugungen, Flügelzeichen und ganz viel Zärtlichkeit….Aber dann…erschien plötzlich der Dritte am Horizont. Er kreiste über das Nest, äugte auf das verliebte Paar…und zog wieder von dannen.
Übrigens: Kurgäste, die gerade vorbei kamen, hielten unsere Störche für „Attrappen für Touristen“. Nein, das sind sie nicht!