Sommer-Impressionen an der Rott

Graureiher an der Rott – Héron cendré

Summer impressions in Lower Bavaria

„Endlich wieder“ dies und das, denkt und sagt man, seitdem der harte Lockdown endlich beendet wurde. Und so bin ich in letzter Zeit recht viel unterwegs gewesen, um Menschen zu sehen. Aber so langsam gehe ich auch wieder auf die Pirsch, das heißt, ich gehe langsam bestimmte Plätze an der Rott ab, von denen ich weiß, dass es da im Sommer viel zu sehen gibt. Das habe ich heute und gestern wieder mit Berndt gemacht und zeige hier einige Eindrücke. das Vogelgezwitscher muss man sich dazu denken. Besonders melodisch, weil der Pirol in der Ferne laut ruft.

Eine neugierige Ringelnatter (Natrix Natrix) A grass snake
Eine junge Goldammer – Un jeune bruant – A yellowhammer
Der Kleine Eisvogel (Limenitis camilla)

Es tut einfach immer gut, unterwegs in der Natur zu sein und Tiere zu beobachten. So fühle ich mich „daheim“….

Der Dickkopffalter – ich finde, er schaut irgendwie „zärtlich“ 🙂
Und das bin ich mit meinem „Tarn-Tuch“ 🙂 — C´est moi!

The white dancer – Beauty of nature

Seidenreiher an der Rott in Bad Birnbach

Seidenreiher (Egretta garzetta) // Little Egret in Bavaria // Aigrette garzette en Bavière

Welch eine Eleganz! Diesen wunderschönen weißen Tänzer habe ich zum ersten Mal auf den Azoren gesehen. Ein Seidenreiher ist es! Niemals hätte ich damals geahnt, dass ich ihm mal an der Rott begegnen würde. Aber so ist es eben, die Natur ist voller Wunder! In Bayern ist er ein sehr seltener Brutgast!

Schon vor Jahren sah ich einen in Ruhstorf und inzwischen werden sie immer häufiger gesehen. Im Prachtkleid trägt der Seidenreiher einen Schopf, der hier gut zu sehen ist. Achtung, es sind keine Silberreiher! Die großen weißen Silberreiher, die uns in Bayern so oft in der kalten Jahreszeit begegnen, sind um einiges größer. Man kann sich gut merken: Silberreiher: gelber Schnabel, schwarze Füße – Seidenreiher: schwarzer Schnabel, gelbe Füße. Ich finde auch, dass sich der kleinere Seidenreiher viel lebendiger und eleganter seiner Beute nähert. Der Seidenreiher wurde im 19. Jahrhundert stark bejagt, da seine Federn in der Modeindustrie verarbeitet wurden.

Ein grellgelber Sänger

// Golden oriole (oriolus oriolus) // Un loriot dans notre parc. J´ai enfin réussi à le photographier !

Geschafft!!! Mamma mia, war das schwierig, aber hier ist er: der PIROL! Im Kurpark von Bad Birnbach. In jedem Frühjahr hören wir seinen flötenden Gesang an der Rott. Aber ihn vor die Linse zu kriegen? Er ist zwar grellgelb mit schwarzen Flügeln, zeigt sich aber selten offen und hüpft ständig im Geäst umher…

Diesmal ist es gelungen, er war kurz gut zu sehen! Sein flötender Gesang ist zu gut erkennen. Bei uns ist er ein Sommervogel, er überwintert hauptsächlich in den Hochländern und Waldgebieten Ostafrikas.

#pirol #oriole #loriot #vogelbeobachtung #rottalinn

Pirol in Bad Birnbach Oriolus oriolus - Foto Nadia Baumgart

Spaziergang am Fluss / Walk along the river

Spaziergang an der Rott – Mit Buntspecht und Flussseeschwalbe – Der Buntspecht füttert seine Brut

Promenade le log du fleuve – Pic épeiche et terne – Le petit fleuve se trouve en Bavière

Birnbacher Kiebitzbabys 2021 sind da!


Kiebitz-Küken in Bad Birnbach – Young lapwings

Our lapwing chicks! Nos bébés vanneaux huppés !

Die Birnbacher Kiebitz-Babys sind da! In diesem Frühjahr haben mehrere Kiebitzpaare versucht, auf einem Acker in Bad Birnbach zu brüten. Die Nester wurden von Unterstützern des Landschaftspflegeverbandes Rottal-Inn markiert, sodass die Landwirte das Gelege auf dem Boden umfahren können. So hat es in diesem Jahr wieder geklappt!

Kiebitzeier in Bad Birnbach
Gut getarnt und doch „nackt“: So sieht ein Kiebitznest aus: Kiebitze sind Bodenbrüter. Hier befanden sich vier Eier – Drei Küken sind geschlüpft!
Kiebitz-Küken im Rottal - Baby lapwing
Sehr klein in einer großen Welt! Auf die Winzlinge warten viele Gefahren, aber die Altvögel sind wachsam…

Jetzt können wir den kleinen Nestflüchtern, die sich von Anfang an ihre Nahrung selber suchen noch ganz viel Glück! Die Altvögel sind immer in der Nähe und sind sehr wachsam.

Übrigens: Kiebitze reagieren besonders scheu auf Fußgänger und Hunde. Man sollte sich dem möglichen Nest nicht nähern. Außerdem sollte man die Vögel nur aus sicherer Entfernung beobachten. Im April 2018 hatte es auf diesem Acker auch geklappt:

Kiebitze in Bad Birnbach
Die Altvögel sind wachsam.

HAPPY END! Hier sieht man die drei flüggen Jungvögel Anfang Juli. Sie haben es also geschafft und werden sich bald mit Artgenossen an Sammelplätzen (am Inn, Bodensee, Chiemsee…) treffen, um später in ihre Überwinterungsgebiete (das kann in Westfrankreich sein) zu fliegen.

Kiebitze Jungvögel 2021 in Bad Birnbach, Rottal-Inn - Kiebitze melden
2. Juli 2021 auf dem selben Acker : Die drei Küken sind nun flügge und haben es geschafft 🙂
Ein kleines Bad tut gut…Aufgrund der vielen Regenfälle sind Felder überschwemmt worden oder es haben sich Mulde gebildet, die die Kiebitze gerne wahrnehmen, da sie Wasser lieben.

Wieviele Kiebitze gibt es denn im Landkreis Rottal-Inn?

In einer älteren Publikation (1989) von Klaus Schmidtke werden 230 Brutpaare im Landkreis Rottal-Inn im Jahr 1985 angegeben. Schmidtke hatte allerdings nur in den Niederungen an der Rott kartiert. Ich persönlich konnte ca. 20 Brutpaare zählen. Davon drei in Bad Birnbach, von denen wohl nur eins Bruterfolg hatte.

„Für den Zeitraum 2005-2009 wurden für den Landkreis Rottal-Inn ein Kiebitz-Bestand von 411–1056 Revieren ermittelt. Das sind 4,3 – 17,6 % des bayerischen Gesamtbestandes.“ (Quelle: Zitat: Rödl, T., Rudolph, B.-U., Geiersberger, I., Weixler, K. & Görgen, A. (2012): Atlas der Brutvögel in Bayern. Verbreitung 2005 bis 2009. Stuttgart: Verlag Eugen Ulmer. 256 S.)

Besorgniserregend ist die Tatsache, dass im Frühjahr 2021 nur 24 geschlüpfte Kiebitzküken gesichtet wurden. Mit einem solch geringen Bruterfolg kann der Bestand sich nur weiterhin negativ entwickeln.

Ursachen des Bestandseinbruchs

„Hauptursachen des Rückgangs wiesenbrütender Vogelarten sind in erster Linie Lebensraumverlust und damit einhergehende geringe Nahrungsverfügbarkeit. Die Gründe hierfür sind insbesondere die Intensivierung der Landwirtschaft sowie der durch Entwässerung geschaffene niedrige Grundwasserstand. Zudem schwächen auch Prädation durch beutegreifende Vögel und vor allem nachtaktive Säuger die vorhandenen Restpopulationen. „  (Quelle: Landschaftspflegeverband Rottal-Inn  2021)

Auch freilaufende Hunde gefährden den Bruterfolg. Der Lebensraumverlust durch zunehmende Flächenversiegelung durch Gewerbe- und Siedlungsbau spielt in unserer Region natürlich auch eine Rolle.