Ja, ich gebe ja zu: Der Titel ist irreführend. Denn es geht um den Schwarzstorch und den Schönbär. Der Schönbär ist nämlich ein Schmetterling, den wir heute zum ersten Mal gesehen haben und der tatsächlich sehr schön ist, wenn er auch kein Bär ist. Jedenfalls hatten wir heute bei unserer Radltour mächtig Glück!
–> Magie de la nature…Nous avons eu la chance aujourd’hui de voir une cigogne noire et un papillon merveilleux: une écaille lustrée (Callimorpha dominula)
–> We were lucky to discover a Black Stork in the sky and to see a scarlet tiger moth for the first time – A beautiful butterfly!
Der Schwarzstorch schraubt sich in die Höhe / Black Stork in Lower BavariaIst er nicht unglaublich schön, der Schönbär? Callimorpha DominulaMeditierender MäusebussardRottaler Landschaften
Und hier noch ein Film über einen Sommer-Spaziergang an der Rott. Zu sehen ist ein Graureiher, die Rottauen, eine Ringelnatter und Schmetterlinge. Schön entspannend:
A short film about a walk along our river – Nature, herons, butterflies // Kurzfilm über die Rottauen im Sommer
Können sich Tiere verlieben? Empfinden sie Liebe zueinander? Bis vor kurzem wurde das von Naturwissenschaftlern verneint. Inzwischen geht man etwas offener mit dem Thema um. Die Frage stelle ich mir oft, während ich durch die Natur gehe und Wildtiere beobachte und fotografiere.
In der letzten Ausgabe des ROTTALER GSICHTER Magazins durfte ich als Co-Autorin in der Rubrik „Unterwegs mit Nadia“ über meine Einstellung und Gedanken zum Thema schreiben. Schon der Titel: „VERLIEBTE TIERE – ALLES DARWIN ODER WAS?“ stellt die traditionellen Antworten in Frage.
Bei einer Internetrecherche stieß ich nun zufällig auf eine Studie zur ““Freundschaft“ bei Huftieren“.
Die Biologin Dr. Anja Wasilewski analysiert in ihrer Dissertation aus dem Jahr 2003 mit wissenschaftlichen Kriterien und gesicherten sowie experimentellen Methoden „Freundschaften“ unter Pferden, Eseln, Schafen und Rindern. Zwei Jahre lang und ganze 1500 Stunden beobachtete die Autorin Herden in England.
Als „Freundschaft“ bezeichnet die Autorin positive soziale Bindungen zwischen nicht-verwandten Tieren, die nicht von sexueller Motivation bestimmt werden. Dabei dokumentiert sie akribisch das Verhalten von Herdentieren wie beispielsweise soziale Fellpflege, Körperkontakte beim Ruhen und Futterteilen. Bei Schafen, die keine soziale Fellpflege betreiben, wurden weitere Verhaltensweisen hinzugenommen: Horn- bzw. Kopfreiben und Verweilen im Wangenkontakt.
Bisher wurden freundschaftliche Gefühle nur Menschen und später auch Primaten zugestanden. Was bei der Studie herauskam? Nun – was wir alle ahnen… „Der Nachweis von Freundschaften war bei allen vier Tierarten erfolgreich und erfordert eine Ausweitung des Freundschaftskonzepts über die Ordnung der Primaten hinaus.“ Die Autorin erkennt in den beobachteten Bindungen eine Art „sozialer, emotionaler Unterstützung“.
Mich freut diese Studie ganz besonders, weil in der Biologie oftmals Erkenntnisse in der Vergangenheit eher über sezierte Tiere als über lebendige Tiere und deren Interaktionen gewonnen wurden. Und weil solche Arbeiten dazu beitragen könnten, dass wir unseren Umgang mit Nutztieren anpassen.
Zum ROTTALER GSICHTER Magazin: Es ist die Print-Ausgabe des Online-Magazin „Rottaler Gsichter“ der Journalistin und Soziologin Eva Hörhammer: https://rottalergsichter.de/
Freundschaft unter Tieren? Das ist nicht nur möglich, sondern auch wissenschaftlich bewiesen
Seidenreiher (Egretta garzetta) // Little Egret in Bavaria // Aigrette garzette en Bavière
Welch eine Eleganz! Diesen wunderschönen weißen Tänzer habe ich zum ersten Mal auf den Azoren gesehen. Ein Seidenreiher ist es! Niemals hätte ich damals geahnt, dass ich ihm mal an der Rott begegnen würde. Aber so ist es eben, die Natur ist voller Wunder! In Bayern ist er ein sehr seltener Brutgast!
Schon vor Jahren sah ich einen in Ruhstorf und inzwischen werden sie immer häufiger gesehen. Im Prachtkleid trägt der Seidenreiher einen Schopf, der hier gut zu sehen ist. Achtung, es sind keine Silberreiher! Die großen weißen Silberreiher, die uns in Bayern so oft in der kalten Jahreszeit begegnen, sind um einiges größer. Man kann sich gut merken: Silberreiher: gelber Schnabel, schwarze Füße – Seidenreiher: schwarzer Schnabel, gelbe Füße. Ich finde auch, dass sich der kleinere Seidenreiher viel lebendiger und eleganter seiner Beute nähert. Der Seidenreiher wurde im 19. Jahrhundert stark bejagt, da seine Federn in der Modeindustrie verarbeitet wurden.
// Golden oriole (oriolus oriolus) // Un loriot dans notre parc. J´ai enfin réussi à le photographier !
Geschafft!!! Mamma mia, war das schwierig, aber hier ist er: der PIROL! Im Kurpark von Bad Birnbach. In jedem Frühjahr hören wir seinen flötenden Gesang an der Rott. Aber ihn vor die Linse zu kriegen? Er ist zwar grellgelb mit schwarzen Flügeln, zeigt sich aber selten offen und hüpft ständig im Geäst umher…
Diesmal ist es gelungen, er war kurz gut zu sehen! Sein flötender Gesang ist zu gut erkennen. Bei uns ist er ein Sommervogel, er überwintert hauptsächlich in den Hochländern und Waldgebieten Ostafrikas.