Love is in the air – hares and bullfinchs in Bavaria
Heute tummelten sich verliebte Feldhasen auf den Feldern, während sich bei vorfrühlinghaftem Wetter die Dompfaffe (Pyrrhula pyrrhula) zufrieden sonnten. Ich liebe die leuchtend rote Farbe der Männchen.
Our old wooden chapel in the middle of the forest in Lower Bavaria. A wonderful place to meditate and pray in silence.
Das bin ich! Ich gehe regelmäßig in meine Lieblingskapelle
Im Bauch des Waldes
In der Dezember-Ausgabe des Rottaler Gsichter Magazins durfte ich als meinen „Lieblingsplatz innen“ die wunderschöne Holzkapelle in der „Lugenz“ (Wald) vorstellen. Hier möchte ich ergänzend noch einige alte Ansichten der Kapelle auf alten Postkarten (ca.1900) und Fotos aus den 30er und 60er Jahren zeigen.
Die älteste Postkarte, die die Holzkapelle in der Lugenz darstellt – um 1900
Für mich machen solche „heiligen Orte“ mitten in der Natur eine Gegend noch liebenswürdiger und emotional erfahrbar. In der Stille mitten im Wald an Gott zu denken, das empfinde ich als Bereicherung meines Lebens. Offenbar geht es vielen anderen auch so, die die Holzkapelle immer wieder besuchen.
Ein Foto der Holzkapelle aus den 30er Jahren
Die Holzkapelle gehört zum Besitz des Arterhofes in Lengham, wo die familiäre Überlieferung berichtet, dass eine Arterhof-Bäuerin in der ersten Hälfte des 19. Jh. diese Kapelle errichten ließ. Zuverlässig ist auch überliefert, dass der Heilige Bruder Konrad aus Parzham (1818 bis 1894) auf seinen Kirchgängen nach Birnbach hier in der Holzkapelle gerastet und gebetet hat.
Am 21.Mai 1945 beteiligten sich rund 1000 Birnbacher an einer Dankprozession zur Holzkapelle für den glücklichen Vorübergang des Kriegsgeschehens in Birnbach.
(Quelle: Josef Putz) Bilder: Hans Berger, Postkarten
In den 60er Jahren…Und heute….Die Holzkapelle zwischen den beiden riesigen Buchen von hinten
Potnia Theron – The Minoan goddess of wild animals
Potnia Therôn – la déesse des animaux sauvages
Dieses Bild hatte ich im Kopf, seitdem ich von der Göttin der wilden Tiere, Potnia Theron, gelesen hatte.
Aus Wikipedia: Potnia Theron war eine weibliche Gottheit aus der Antike, die als Herrin der wilden Tiere, aber auch Fabelwesen und Zwittergestalten, auftrat und für den Schutz der wild lebenden Tiere zuständig war.
Nun sind wir zurück und ich möchte noch die Eindrücke der letzten Tage im Bayerischen Wald schildern. Meine Seele ist ausgefüllt von der gelben Farbexplosion von Buchen und Eschen zwischen schwarzdunklen Fichten, an deren Astspitzen die Nadeln im Licht tanzen.
Ein Waldbesitzer in seinem Forst
Alte Holzhäuser
Auf der letzten Radtour habe ich mich mit einer Hausbesitzerin unterhalten. Sie arbeitete gerade im Garten vor ihrem Haus aus massivem Holz, das mit dekorativen Schindeln geschmückt ist. Es soll abgerissen werden, dieses alte Haus. Es entspräche nicht mehr dem Geschmack der inzwischen erwachsenen Kinder. „Aber vielleicht gefällt es in einigen Jahrzehnten den Enkeln?“, gebe ich zu Bedenken. Sie zuckt mit den Schultern. Das neue Haus steht schon gegenüber. Nur einziehen kann sie noch nicht. „Es ist so fremd“. Wenn die alte Heizung den Geist aufgibt, spätestens dann wird umgezogen. Schade, denke ich.
Später im Wald begegnen wir einem Waldarbeiter. Soeben hat er eine riesige Lärche gefällt, die mit dumpfen Ton auf den Waldboden aufschlägt, als wir an einer Bank rasten wollen. So kommen wir ins Gespräch. In der lichtdurchtränkten, duftenden und atmenden Ruhe des Waldes unterhalten wir uns über Forstwirtschaft, Klimawandel und Borkenkäfer. Ich darf ein Bild von ihm machen. Er steht in dem Wald, den sein Großvater vor über 60 Jahren gepflanzt hat. Man spürt, dass er seinen Wald liebt. Die Lärche braucht er, um sein Haus neu zu vertäfeln. Schön, denke ich. Denn so wird das Holz sinnvoll eingesetzt und bleibt in der Region. Als wir losfahren, schaue ich noch einmal zurück und frage mich, wie dieser Wald in 10 Jahren aussehen wird.
Immer wieder hört man das beruhigende Rauschen eines Baches
Ruhe, Farben und Licht
Nun geht es über
Hügel durch Täler und Wiesen und wieder hinauf in den dichten Wald mit seinen
riesigen Bäumen, Quellen, Moosen, Farnen und Farben. Am Morgen der Abfahrt grüßt
ein Rotschwanz, während sich der Nebel über das Tal hebt. Es waren einfach wundervolle
Tage!
Nebel zum AbschiedBlick auf den HerbstwaldEin kleiner Rotschwanz in der Herbstsonne
Zum Thema Herbstwald hier noch ein Gedicht von Berndt Baumgart, der es während unserer Radltour erdacht hat:
Waldgedanken
Oktobersonne am Waldessaum. Heiß ist es, man glaubt es kaum.
Hat das Klima sich erhitzt? Fragen manche ganz gewitzt.
Nein, es war schon immer so. Klimawandel? Ach, i wo!
Wer hat Recht, wir werden sehn – doch heute ist die Welt sehr schön!
Späte Pilze stehen stumm in dem feuchten Moos herum.
Äschen in dem Kraftwerksgraben, die sich an Herbstes Fliegen laben.
Lieber Gott, lass diese Sonne auf uns scheinen noch ein Weilchen, dann ist das Leben eine Wonne. Vom Ganzen sind wir nur ein Teilchen