Free energy

Visit of an environmentally friendly solar field in Lower Bavaria. An example of sustainable and regional power generation, at the same time enhancing biodiversity.

Für eine Energiewende im Einklang mit der Natur

Auf dem Solarfeld im niederbayerischen Bodenkirchen

 „Ganz nach dem Sardinenschwarm-Prinzip wollen wir gemeinsam den täglichen Wettkampf mit den Großkonzernen aufnehmen.“ Dieser Satz steht auf einer Broschüre der Erzeugergemeinschaft für Energie in Bayern. Das klingt rebellisch und spannend. Als nun der vor kurzem gegründete Verein „HeimatUnternehmen zwischen Isar und Inn“ zu einer Besichtigung des Solarfeldes in Bodenkirchen im niederbayerischen Landkreis Landshut einlud, dachten Berndt und ich: „Da müssen wir hin!“.

Ganz leicht zu finden war das Solarfeld nicht. Zuerst ging es durch einige Dörfer und zuletzt durch weite Felder bis zu einem eingezäunten Gelände, das sich inmitten von Büschen, Bäumen und Wiesen befindet.

Empfangen wurden wir direkt unterhalb des Solarfeldes von den Vorsitzenden des Vereins HeimatUnternehmen, Mia Goller und Andreas Engl. Kaum waren alle Besucher eingetroffen, führte uns Solarfeldbetreiber Andreas Engl in sein Reich ein.

Schafe grasen in der Solaranlage

Für regionale und nachhaltige Stromerzeugung

Als Vorstandsvorsitzender der EEB eG (Erzeugergemeinschaft für Energie in Bayern eG) und Gründer der Regionalwerke GmbH & Co. führt er mit Leidenschaft in das komplexe Thema „erneuerbare Energien“ ein. Er erzählt davon, wie Strom nachhaltig produziert werden und die Energiewende stattfinden kann, ohne die Natur zu zerstören.

Auf insgesamt 2,6 Hektar hat er im Jahr 2012 eine Solaranlage auf einer ehemaligen Lehmgrube in Hanglage gebaut und eine überverhältnismäßig große Ausgleichsfläche geschaffen. Die erzeugte Energie kann 350 Haushalte im Jahr versorgen. 1,7 Millionen Euro hat er in das familieneigene Grundstück investiert. „Gerade weil es der Familie gehört, muss es besonders schön sein“, so Engl. Dass Landbesitz auch zu verantwortungsvollem Umgang mit der Natur verpflichtet, ist für ihn selbstverständlich. Mir geht durch den Sinn: „Schön wär´s, wenn alle Landbesitzer solch ein Verantwortungsgefühl besäßen!“

Besuch des Solarfeldes im niederbayrischen Bodenkirchen. Eine Veranstaltung der HeimatUnternehmer zwischen Isar und Inn.
Die Besucher der Solaranlage mit Andreas Engl

Andreas Engl setzt sich leidenschaftlich für regionale Energieerzeugung ein und stellt fest, dass der Verbraucher bis heute leider keine Möglichkeiten hat, mit seinem Stromanbieter eine regionale Energiewende zu unterstützen. „Ökostrom ist ein ‚Green Washing‘- Produkt, mit dem Verbraucher hinter`s Licht geführt werden“, beklagt der Energiemanager und wirbt für mehr Transparenz im Stromhandel. Absurd sei es, dass Strom, der dezentral und regional produziert werde, noch zentral über die Leipziger Strombörse gehandelt werden müsse. Aus diesem Grund arbeitet er mit verschiedenen Unterstützern an einer regionalen Stromhandelsplattform  und an einem „Eier-Code“ für jede kWh, als eindeutigen Herkunftsnachweis.

Wie Landwirte, die in der Region für die Region produzieren, so wollen auch wir Energieerzeuger ‚Energiewirte‘ sein. Erst wenn die regionale Produktion nicht ausreicht, sollte Strom überregional an der Leipziger Börse gekauft werden.“ Das erhöht die regionale Wertschöpfung und auch die Energieunabhängigkeit. Es gebe jedoch unzählbar viele Argumente für dezentrale Energie. Wer das Thema vertiefen möchte, findet hier mehr Info: https://regionalwerke.com/  oder unter https://www.eeb-eg.de/

Auch Hund Daschi hört konzentriert zu

Ein Paradies für Pflanzen und Tiere durch doppelte Flächennutzung

Nun wurden die Besucher durch die Ausgleichsfläche rund um das eingezäunte Solarfeld geführt. Die Obstbäume der Streuobstwiese biegen sich unter der Last von Äpfeln und Birnen. Üppige Wildgräser blühen, Brombeeren säumen den Weg, im Solarfeld grasen Schafe, Totholz liegt herum, Trockenmauern schaffen Platz für Reptilien. „Hier gibt es Eidechsen ohne Ende!“ sagt Engl begeistert. Das Solarfeld, das schon als „die umweltfreundlichste Solaranlage Bayerns“ bezeichnet worden war, sei eine Oase für Tiere und Pflanzen inmitten einer von Monokultur geprägten Landschaft.

Bisher wurden auf dem Grundstück schon über 500 Tier- und Pflanzenarten dokumentiert, darunter auch sage und schreibe 81 Spinnenarten. Ein besonderes Highlight sei der Wiedehopf gewesen, der sich einmal in der Anlage aufgehalten habe. Prompt baute der Naturfreund Engl eigens für ihn einen Brutkasten mit Kamera. Bisher sei er nicht wieder erschienen, aber vielleicht entscheide er sich doch einmal für das bequeme Zuhause.

Die Streuobstwiese ist übrigens in Zusammenarbeit mit Kindern einer Schulklasse angelegt worden; der „Lebensturm“ fungiert als grünes Klassenzimmer und Führungen werden regelmäßig organisiert.

Unter einem Mirabellenbaum wird im goldenen Abendlicht Rast gemacht. Den Abend lässt man am unten gelegenen Teich in romantischer Atmosphäre ausklingen, während „Oichkatzerln“ durch die Äste rascheln.

Ein Brutkasten für den Wiedehopf

Zuletzt erzählt Mia Goller von der HeimatUnternehmen-Gruppe. Diese sei im Aufbau und wolle Leute, die die Region wertvoll machen, miteinander vernetzen und Inseldenken aufbrechen. Das sei an diesem Abend wohl gelungen, schmunzelt sie mit Blick auf die Gäste. Denn wo finden sich schon Stromerzeuger, Fotografen, Kaffeeröster, Alpakazüchter, Graphikdesigner und Bierbrauer zusammen? Supportive Leader Regina Westenthanner fügt warmherzig hinzu: „Wir wollen ein Netzwerk aufbauen, das lebt, atmet und pulsiert.“

Die Welt ein bisschen besser machen

Nachdenklich gehen wir in der Dämmerung den Weg durch das kleine Wäldchen zurück zum Auto. Mit Leidenschaft und Wissen kann man tatsächlich die Welt etwas besser machen, denke ich, während Fledermäuse über unsere Köpfe hinweg flitzen.

Und noch etwas mehr Info über den Artenschutz auf dem Solarfeld:

https://land-belebt.bayern/projekte/artenschutz-unter-strom

Zum Insektensterben

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Kürzlich wohnte ich einem Vortrag des Demeter-Berufsimkers Günter Friedmann bei. Hier der Bericht, den ich dazu schreiben durfte:

Die Biene, ein politisches Tier – Gedanken eines Imkers zum Insektensterben

Vortrag des Demeter-Berufsimkers Günter Friedmann

Die Veranstaltung war von der BUND Naturschutz Kreisgruppe Rottal-Inn in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung Rottal-Inn-Salzach organisiert worden.

Günter Friedmann ist Demeter-Berufsimker mit fast 40 Jahren Berufserfahrung. Er ist einer der Pioniere der ökologischen Imkerei. In Süddeutschland betreibt er erfolgreich die weltweit größte Demeter-Imkerei.

Seinen Vortrag begann Günter Friedmann mit einer Warnung: „Insekten sterben still und leise. Man merkt es erst, wenn es zu spät ist.“ Das Thema Bienensterben habe vor ca. 10 Jahren besondere Relevanz erlangt. Dazu beigetragen habe die Tatsache, dass „die Biene ans Herz gehe“, aber auch der Dokumentarfilm „More than honey“.

Zunächst wurde geklärt, dass es bei dem Thema Insektensterben um wesentlich mehr ginge als um die Honigbiene. Sie sei aber ein wichtiger Indikator für den Zustand der Natur. Ihre Verfassung zeige auf einfache Weise hochkomplexe Zusammenhänge, die man ansonsten nur schwierig darstellen könne.

Der Umgang mit Bienen sei  symptomatisch für unseren Umgang mit der Umwelt und deshalb eine politische Angelegenheit. Denn die Bienen lebten in der freien Natur und spiegelten den Zustand der Landschaft.

Wie die britische Tageszeitung „The Guardian“ bereits 2017 berichtete, stehen inzwischen nicht nur die Insekten, sondern die ganze Menschheit vor ihrem eigenen Untergang.

Um die Honigbiene mache er sich weniger Sorgen, stellte Günter Friedmann klar; denn diese hätte als Nutztier ihre Unterstützer. Gravierender sei die Situation anderer Insekten wie z.B. der Wildbiene, der Hummeln oder der Schmetterlinge, die keine Lobby hätten, obwohl gerade diese eine enorme bestäuberische Leistung erbrächten.

Um Lösungsansätze zu finden, müsse man zunächst die Ursachen des Insektensterbens ergründen. Der Referent betonte, dass es ihm sehr wichtig sei, nicht den Landwirten die Schuld zuzuschieben. Letztendlich müsse man das ganze System verändern, um die Lage zu verbessern.

Dann widmete er sich der Ernährung von Bienen. Jedes Bienenvolk müsse 30 bis 40 Kg Blütenpollen und bis zu 300 Kg Nektar und Honigtau von Blumen und Bäumen einsammeln. Als effektiver Generalist fliege die Honigbiene bis zu 10 Km und decke somit eine Fläche von fast 100 Quadratmetern ab, um ihren Nahrungsbedarf zu stillen. Der von den Imkern zugeführte Zucker helfe ihnen, den Winter zu überleben. Heute würde Bienen wesentlich mehr zugefüttert als noch vor 30 Jahren.

Tatsächlich  seien sie heute  quantitativ und qualitativ mangelernährt.  „Ohne Zucker gäbe es heute keine Imkerei mehr“, so der Referent.  Der Imker sei immer in der Lage abzulesen, ob die Vorräte ausreichend sind oder nicht und hätte somit auch die politische Verantwortung, sein Wissen weiterzugeben.

Nun beschrieb Günter Friedmann die Gründe des Insektensterbens. Stichwortartig seien hier die wesentlichen Faktoren genannt:  Insektizide, Pestizide, Herbizide, Intensivierung und Mechanisierung der Landwirtschaft, blütenlose Monokulturen, Silagefütterung und Biogasanlagen.

Die Agrartechniken hätten sich in den letzten 50 Jahren komplett verändert. Seitdem greife der Mensch massiv und selektiv in Ökosysteme ein, um Nutzpflanzen zu fördern und Beikraut („Unkraut“) zu eliminieren. Der Siegeszug der Silage habe dazu geführt, dass Wiesen inzwischen bis zu 6 mal im Jahr vor der Blüte gemäht würden. Maschineneinsatz in atemberaubendem Tempo über Wiesen würde bis zu 30.000 Bienen pro Hektar eliminieren, das sei ein ganzes Bienenvolk.

Ein anderes großes Problem seien die Biogasanlagen. „Da kann man nicht mehr imkern“, so Friedmann.  Denn wo Biogasanlagen seien, gebe es eine  absolute Maisdominanz. Mais sei für Insekten wertlos und toxisch. Auch Sonnenblumenfelder nutzen den Bienen nicht mehr: die heutigen Sorten hätten ihre Nektarbildung verloren.

Seit Tausenden von Jahren sei die Biene gewöhnt, genug Pollen in ihrem Umfeld zu finden und sich selbst zu ernähren. Dazu brauche sie Blühpflanzen. Der Sommer sei inzwischen verdächtig grün geworden; manche Landschaften muteten im Sommer wie riesige Golfanlagen an. Dabei bräuchten Bienen bunte Sommer: rot wie Mohn, blau wie Kornblumen, gelb wie Hederich.

Der Ökolandbau sei ein wesentlicher Bestandteil der Lösung für die Zukunft. Allerdings befinde sich auch dieser inzwischen in der Intensivierung.

Die Lösungsansätze für das Bienensterben seien vielfältig. Einige Kernforderungen: Weniger Mais. Mehr Biogas aus Blühflächen. Extensivierung und Entschleunigung der Landwirtschaft. Umweltbewusster Einsatz von Agrarsubventionen. Verzicht auf Insektizide. Änderung der Mähtechnik („von innen nach außen“). Weniger Lichtbeschmutzung. Große Blühhabitate anstatt von Blühstreifen. Beikraut auf den Feldern. Mehr Brachflächen. „Es muss einfach mehr blühen“, forderte der Experte.

Außerdem könne jeder mit seinem Einkaufsverhalten politisch tätig werden. Denn Biodiversität sei nicht zum Nulltarif zu haben. Gartenbesitzer sollten nicht so oft mähen. „Wir brauchen mehr Mut zu Wildheit!“

Der Referent nahm zuletzt auch Stellung zum aktuellen Volksbegehren. Dieses habe als politische Antwort auf das Artensterben eine wichtige Signalfunktion.  Er befürwortete dessen Ziele, bemängelte jedoch das Fehlen von bestimmten Themen, insbesondere der Biogasproblematik. Günter Friedmann forderte auf, sich am Volksbegehren zu beteiligen und schloss mit den Worten: „Die Imkerei wird schwieriger, macht aber immer noch verdammt viel Spaß.“

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Nature

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Landscape in Lower Bavaria

So schön war gestern das Panorama und die Sicht auf die Alpen bei einer kurzen Wanderung in der Gegend von Stubenberg (Rottal-Inn)

Hier möchte ich aber noch einen Text über einen Vortrag über das Insektensterben veröffentlichen, den ich für die BUND Naturschutz Kreisgruppe Rottal-Inn erstellt habe. Ich fand den Inhalt dieses Vortrags unseres Insekten-Experten vom 14. November 2018 erschütternd. Oftmals gewinnt man vor Ort und im Detail ganz genaue Erkenntnisse.

„Zuletzt hielt Experte Walter Sage einen Vortrag zum Thema „Das Verschwinden der Insekten“. Anlass zu diesem Motto gab die sogenannte „Krefeldstudie“ von 2016, die mit ihren jahrzehntelangen Untersuchungen den Insektenschwund in Deutschland mit mehr als 75 Prozent Verlust an Biomasse bei Fluginsekten in Schutzgebieten belegt. Er sieht einen Zusammenhang zwischen dem Insektenschwund und der Tatsache, dass die Population von Singvögeln im selben Zeitraum um 12 Millionen geschrumpft ist.

Viele Falter- und Schmetterlingsarten seien inzwischen aus unserem Landkreis verschwunden. Eine Vielfalt von Faktoren wirkten zusammen. Die Hauptursachen für das Insektensterben seien insbesondere Flächenverbrauch, Vereinheitlichung der Landschaft, Überdüngung (auch aus der Luft), Pflanzenschutzmittel, aber auch falsche Pflegemaßnahmen.

„Eine Mahd zur falschen Zeit“ könne schon eine geschützte Art wie den Wiesenkopf-Ameisenbläuling in einer bestimmten Region aussterben lassen; eine einzige Behandlung von Bahngleisen mit Glyphosat reiche aus, um über viele Jahre oder für immer das Veränderliche Rotwidderchen verschwinden zu lassen.

Walter Sage sprach auch paradoxe Erkenntnisse an. So habe man erforscht, dass selbst der wachsende Waldbestand Insekten schaden könne. Denn viele Insekten benötigten Offenland. Zum Abschluss wurden verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, wie z.B. der Abtransport von Mulch an Straßenrändern, um eine Überdüngung dieser wertvollen Streifen zu verhindern.

Denn „Mulchmahd ist mit Abstand das Schlechteste, was man machen kann“. Außerdem seien mehr im Sinne der Natur kultivierte Offenlandflächen zu fordern. Einiges könnten aber auch Gartenbesitzer machen: keine Gartenbeleuchtung, keine Gabionen, kein Kies. Der Experte schloss mit den Worten: „Schließlich ist ein blühender Garten ohne Einsatz von Pestiziden für Pflanzen, Tiere und Menschen ein Gewinn.““

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Nature

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Today´s hike in our beautiful region. And good news: Since yesterday, I am a board member of the nature conservation association Bund Naturschutz. I am so happy!!

Wanderung durch das schöne Rottal. Eine Neuigkeit habe ich noch: seit gestern gehöre ich als Beisitzerin zum Vorstandsteam der BUND Naturschutz-Kreisgruppe Rottal-Inn und darf aktiv mitmachen! Ich freue mich so!!

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Auf dem Weg zwischen Hirschbach und Brombach im Rottal

Beunruhigende Tatsachen

Ich freue mich sehr, nun Berichte über die Tätigkeiten und Veranstaltungen des Bund Naturschutz Kreisgruppe Rottal-Inn verfassen zu dürfen. Hier mein erster Beitrag über den gestrigen Vortrag in Eggenfelden über die Wirkungen von Glyphosat:

Beunruhigende Tatsachen

Eggenfelden – Vortrag von Prof. emer. Dr. Monika Krüger über die Auswirkungen von Glyphosat auf Nutztiere und Mikroorganismen

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Glyphosat. Bei diesem Begriff kommen einem schnell allerlei Assoziationen: Bienensterben, Krebs, Monokulturen. Andererseits liest man immer wieder, der Einsatz des Herbizids sei harmlos und ganz unbedenklich. Das Thema erlangte wieder besondere Relevanz, als in diesem Jahr die Firma Bayer das amerikanische Unternehmen Monsanto kaufte.

Der am 11. Oktober im Stadtsaal von Eggenfelden gehaltene Vortrag der Veterinärmedizinerin und Mikrobiologin Prof. emer. Dr. Monika Krüger von der Universität Leipzig schaffte mehr Klarheit und viel Betroffenheit. Unter dem Motto: „Glyphosathaltige Herbizide – Fluch oder Segen für Landwirtschaft und Verbraucher?“ wurden die Wirkungen des Mittels aufgezeigt.

Die vom BUND Naturschutz Kreisgruppe Rottal-Inn, in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, der Katholischen Landvolkbewegung, dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter und dem Kreisverband Bayerischer Imker organisierte Veranstaltung war mit weit über 100 Teilnehmern sehr gut besucht.

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Zunächst wurde geklärt, was Glyphosat überhaupt sei, nämlich ein systemisches und nicht selektives Herbizid, das seit den 70er Jahren von Monsanto produziert und seit Mitte der 90er Jahre mit der Entwicklung von glyphosatresistenten Saatgütern verstärkt eingesetzt wird. Weltweit wird das Totalherbizid in mehr als 100 Ländern benutzt. In Deutschland findet es inzwischen auf ca. 40% der Agrarflächen, aber auch auf Nicht-Agrarflächen, wie z.B. in Baumschulen und auf den Gleisen der Deutschen Bahn Anwendung. Heute werden hier 105 glyphosathaltige Mittel eingesetzt.

Anhand einer Vielzahl von internationalen Studien und eigenen Forschungen erläuterte die Referentin die Wirkungen des Totalherbizids. Der langfristige Einsatz über mehrere Jahre reduziere eindeutig die mikrobielle Biodiversität von Böden und somit auch die Bodenfruchtbarkeit. Es wirke u.a. wie ein Antibiotikum, hemme somit das Wachstum von Bakterien und Pilzen mit positiver Wirkung auf unseren Organismus und fördere die Ausbreitung von krankheitserregenden Keimen, die letztlich über die Nahrungsmittel auch in den menschlichen Körper gelangen…

Glyphosat kann in Proben von Menschen, Tieren und in Futtermitteln nachgewiesen werden. Da jährlich ca. 38 Millionen Tonnen GVO-Soja (Gentechnisch veränderte Organismen) insbesondere von USA, Brasilien und Argentinien importiert werden, erfolge die Kontamination von Menschen und Tieren in Europa hauptsächlich über die Nahrung oder durch importiertes Tierfutter. Sogar Katzen- und Hundefutter enthielten hohe Mengen an Glyphosat. Nicht nur im Urin, sondern auch in Organen und Fleisch sei die Chemikalie nachweisbar. In USA und Südamerika, wo das Mittel schon in den 70ern zugelassen wurde, sei es schon im Trinkwasser angelangt.

Außerdem sei es in Baumwollprodukten, wie zum Beispiel Verbandsmaterial und Tampons, aber auch im Bier zu finden… Ganz besonders erschreckend sei, dass Kleinkinder inzwischen sogar stärker kontaminiert sind als Erwachsene.

Danach widmete sich die Referentin den Erkrankungen, die durch Glyphosat ausgelöst werden. Auffallend ist zunächst ein im Zusammenhang mit verstärktem Einsatz proportionaler Anstieg von chronischem Botulismus, einer lebensbedrohlichen Vergiftung, bei Kühen. Das Herbizid erzeugt außerdem Mangelsituationen in Tieren; insbesondere bestimmte Spurenelemente und Vitamine können nicht mehr aufgenommen werden, sodass der Stoffwechsel schwer geschädigt wird. Es beeinflusst insbesondere die Magen-Darm-Flora letztlich auch im Menschen, aber beispielsweise auch bei Bienen, schwächt das Immunsystem und erhöht das Risiko von Autoimmunerkrankungen.

Es schädigt Organe, beeinflusst den Leberstoffwechsel, zerstört Hormone, reduziert die Fruchtbarkeit und produziert u.a. langsame, kaum heilbare Entzündungen. Laut einer Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) von 2015 ist es wahrscheinlich krebserregend. Die Fotos von schwer missgebildeten Ferkeln, in denen Glyphosat nachgewiesen wurde, erzeugten bei allen Teilnehmern tiefes Unbehagen.

Zuletzt sprach Prof. Dr. Monika Krüger Lösungsansätze an. Kurz- und mittelfristig sei durch Einsatz von Huminsäuren, Pflanzenkohle und Zeolithen die Glyphosatwirkung auf Menschen, Tiere und Böden zu neutralisieren. Langfristig sei ein schrittweiser Ausstieg erstrebenswert und möglich. Auch digitale Technologien und moderne Bewirtschaftungsformen aus dem Biolandbau sollten vermehrt in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen.

„Wir erkennen wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs“, sagte die Referentin. Es müsse mehr nach komplexen Zusammenhängen geforscht werden, um die Wirkungen auf Gesundheit und Insektensterben abzuklären. Notwendig seien auch mehr Forschungsmittel für unabhängige Institute zur Erstellung tiefergehender Studien.

Im Anschluss an den spannenden Vortrag fand eine lebhafte Diskussion statt, in der verschiedene Standpunkte über konventionelle und ökologische Landwirtschaft ausgetauscht wurden mit dem Ziel, zukunftsträchtige Lösungen zu ermitteln. Alle Teilnehmer nahmen von dem anregenden Abend viele, teils beunruhigende Erkenntnisse und viel Nachdenklichkeit mit.

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Ich freue mich, dass mein Artikel auch in der lokalen Presse PNP veröffentlicht wurde:

https://plus.pnp.de/lokales/pfarrkirchen/3108273_Glyphosat-Fluch-oder-Segen.html?fbclid=IwAR1Canfh6UJGyVpoj8gaIEtyxTioiAx8sNmR8lMwD0nUTp9FIxsnU1yn6vU

https://rottal-inn.bund-naturschutz.de/aktuelles.html#c104773

Glyphosat

 

Baumhaus

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Aquarell – inspiriert von den Entwicklungen im Hambacher Forst

Zur Rodung in Hambach, ein Auszug aus dem Artikel vom Deutschlandfunk,

https://www.deutschlandfunkkultur.de/rodung-des-hambacher-forstes-baeume-als-mahnmale.1013.de.html?dram:article_id=428190

Zur Foto-Ausstellung von Martin Claßen

„Hochachtung vor den Baumbesetzern

„Die Baumhäuser der Besetzer habe ich auch fotografiert, weil die jetzt ja ein Teil der Bäume waren. Das waren wunderbare junge Menschen, man grüßte sich, und wir haben auch mal Kaffee miteinander getrunken. Das hat überhaupt nichts mit Chaoten oder Anarchisten oder Gewalttätern zu tun, wie das immer wieder in den Medien dargestellt wird.“ Beklemmungen habe er höchstens gespürt, wenn die Polizeihubschrauber auftauchten. „Ich habe eine riesige Hochachtung vor diesen jungen Menschen. Für mich sind das wirklich Helden.“

Für ihn sei seine Fotoserie eine Ehrerbietung für jeden einzelnen Baum und die Bäume seien Mahnmale. Die schwarzen Ränder der Bilder, die von den Negativen herrühren, habe er ganz bewusst gelassen, weil es zum Thema passe. „Manche sagen: das ist ja wie ein Trauerrand. Und irgendwie ist es ja auch ein Trauerrand.““

Was ist Heimat?

This article is about a recent meeting of the Green Party in Bavaria, the goals and election campaign for the upcoming federal elections.

In Bayern fällt dieses Schlagwort zurzeit sehr oft. Man will die Heimat schützen, bewahren, erhalten, genießen.

Heimat…Geht es da nur um Trachten und Volksfeste? Gehören Naturgenuss und Artenvielfalt nicht auch dazu? Und die Verantwortung für die nächsten Generationen? Gerne zeigen wir auf China und Indien, diese Nationen würden ja mehr Dreck produzieren. Allerdings ist der Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 bei uns viel höher…All dies wurde gestern beim Wahlkampfauftakt der Grünen Rottal-Inn angesprochen.

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Die Grünen während des Wahlkampfauftaktes in Eggenfelden – Ganz links Mia Goller

Bei diesem ersten Termin mit der Spitzenkandidatin für Niederbayern und Direktkandidatin für Rottal-Inn Mia Goller, ging es hauptsächlich um Naturschutz. Die Ziele zum Bildungs- und Sozialbereich werden in den nächsten Terminen diskutiert.

Normalerweise spreche ich ungern von Politik, aber in diesem Jahr ist es mir ein Bedürfnis, Wahlveranstaltungen zu besuchen und auch darüber zu reden. Denn die Atmosphäre ist zurzeit sehr konfliktgeladen, und da möchte ich mich zu meinen  Werten bekennen.

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Die Passauer „Saudiandl“

Die spannenden Themen, die von allen Rednern, aber insbesondere vom Fachmann für Naturschutz Christian Magerl, auf den Punkt gebracht wurden, möchte ich hier einmal stichpunktartig, wenn auch unvollständig, zusammenfassen:

Der Klimawandel ist schon da
• Klimaschutz ist Menschenschutz
• Moorschutz ist der billigste Klimaschutz
• Der Flächenfraß muss reduziert werden
• Ein dritter Nationalpark in Bayern ist nötig

Die im Jahr 2015 in Paris vereinbarten Klimaziele sind von 196 Mitgliedstaaten unterschrieben worden. Auch von Deutschland…

Und doch wird an der Verkehrspolitik nichts verändert, obwohl auch der Verkehr an den hohen Stickstoffbelastungen beteiligt ist. Und doch werden zu viele Pestizide und auch Glyphosat zugelassen. Und doch werden Ersatzgelder für den Bau von Sendemasten und Windrädern, die bisher in Naturschutzfonds flossen, in Bayern nun in die konventionelle Landwirtschaft umgeleitet. In Bayern würden schöne Broschüren zu Naturschutzprogrammen entstehen, jedoch nicht genug Geld und Personal für die Umsetzung bereitgestellt. Selbst in ausgewiesenen FFH-Gebieten schrumpften Biotope mangels Personal und Beratung, so Herr Magerl.

 

Das Ziel der Bundesregierung, die Roten Listen gefährdeter Biotoptypen, Tier- und Pflanzenarten zu verbessern, kann somit nicht erreicht werden. Inzwischen sind ca. 50% der von uns bekannten Tiere auf der Roten Liste…Und ca. 40 % der Pflanzen.

Günther Reiser schilderte am Anfang eindrücklich die verheerende Auswirkung eines Gülle-Austritts bei einer Biogasanlage in Arnstorf im Jahr 2015 auf den ehemals fischreichen und inzwischen bereits verschlammten Kollbach. Der sei auf viele Jahre „biologisch tot“. Herr Reiser sprach von seiner emotionalen Betroffenheit angesichts des toten Baches, an dessen Ufern er aufgewachsen ist, in dem er als kleiner Bub mit primitiven Mitteln oder gar mit der Hand Fische im glasklaren Wasser fing. Tausende von Weißfischen sah er dort im Kies laichen. Der Kies ist nicht mehr zu sehen: darüber lagern dicke Schlammschichten.

Auch ohne solche Unfälle ist zu sehen, dass Bäche und Gewässer zunehmend verschlammen und verarmen.

Da es in dem Lokal, in dem wir uns trafen, schon recht dunkel war, gelang mir nur ein Foto, ansonsten habe ich Skizzen der Redner und der „Passauer Saudiandl“ gemacht, die die Veranstaltung mit ihren frechen und witzigen Songs im niederbayerischen Dialekt musikalisch untermalt haben.

Zum Schwund der Fasane aufgrund von „Maiswüsten“, den Fritz Kempfler ansprach, hier ein kleines Trostpflaster: vor wenigen Tagen liefen uns junge Fasane über den Weg, einen habe ich mit der Kamera erwischt. Hoffentlich werden diese eleganten Tiere nicht ganz aus unserer Kulturlandschaft verschwinden:

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Junger Fasan in Bad Birnbach