Beunruhigende Tatsachen

Ich freue mich sehr, nun Berichte über die Tätigkeiten und Veranstaltungen des Bund Naturschutz Kreisgruppe Rottal-Inn verfassen zu dürfen. Hier mein erster Beitrag über den gestrigen Vortrag in Eggenfelden über die Wirkungen von Glyphosat:

Beunruhigende Tatsachen

Eggenfelden – Vortrag von Prof. emer. Dr. Monika Krüger über die Auswirkungen von Glyphosat auf Nutztiere und Mikroorganismen

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Glyphosat. Bei diesem Begriff kommen einem schnell allerlei Assoziationen: Bienensterben, Krebs, Monokulturen. Andererseits liest man immer wieder, der Einsatz des Herbizids sei harmlos und ganz unbedenklich. Das Thema erlangte wieder besondere Relevanz, als in diesem Jahr die Firma Bayer das amerikanische Unternehmen Monsanto kaufte.

Der am 11. Oktober im Stadtsaal von Eggenfelden gehaltene Vortrag der Veterinärmedizinerin und Mikrobiologin Prof. emer. Dr. Monika Krüger von der Universität Leipzig schaffte mehr Klarheit und viel Betroffenheit. Unter dem Motto: „Glyphosathaltige Herbizide – Fluch oder Segen für Landwirtschaft und Verbraucher?“ wurden die Wirkungen des Mittels aufgezeigt.

Die vom BUND Naturschutz Kreisgruppe Rottal-Inn, in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, der Katholischen Landvolkbewegung, dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter und dem Kreisverband Bayerischer Imker organisierte Veranstaltung war mit weit über 100 Teilnehmern sehr gut besucht.

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Zunächst wurde geklärt, was Glyphosat überhaupt sei, nämlich ein systemisches und nicht selektives Herbizid, das seit den 70er Jahren von Monsanto produziert und seit Mitte der 90er Jahre mit der Entwicklung von glyphosatresistenten Saatgütern verstärkt eingesetzt wird. Weltweit wird das Totalherbizid in mehr als 100 Ländern benutzt. In Deutschland findet es inzwischen auf ca. 40% der Agrarflächen, aber auch auf Nicht-Agrarflächen, wie z.B. in Baumschulen und auf den Gleisen der Deutschen Bahn Anwendung. Heute werden hier 105 glyphosathaltige Mittel eingesetzt.

Anhand einer Vielzahl von internationalen Studien und eigenen Forschungen erläuterte die Referentin die Wirkungen des Totalherbizids. Der langfristige Einsatz über mehrere Jahre reduziere eindeutig die mikrobielle Biodiversität von Böden und somit auch die Bodenfruchtbarkeit. Es wirke u.a. wie ein Antibiotikum, hemme somit das Wachstum von Bakterien und Pilzen mit positiver Wirkung auf unseren Organismus und fördere die Ausbreitung von krankheitserregenden Keimen, die letztlich über die Nahrungsmittel auch in den menschlichen Körper gelangen…

Glyphosat kann in Proben von Menschen, Tieren und in Futtermitteln nachgewiesen werden. Da jährlich ca. 38 Millionen Tonnen GVO-Soja (Gentechnisch veränderte Organismen) insbesondere von USA, Brasilien und Argentinien importiert werden, erfolge die Kontamination von Menschen und Tieren in Europa hauptsächlich über die Nahrung oder durch importiertes Tierfutter. Sogar Katzen- und Hundefutter enthielten hohe Mengen an Glyphosat. Nicht nur im Urin, sondern auch in Organen und Fleisch sei die Chemikalie nachweisbar. In USA und Südamerika, wo das Mittel schon in den 70ern zugelassen wurde, sei es schon im Trinkwasser angelangt.

Außerdem sei es in Baumwollprodukten, wie zum Beispiel Verbandsmaterial und Tampons, aber auch im Bier zu finden… Ganz besonders erschreckend sei, dass Kleinkinder inzwischen sogar stärker kontaminiert sind als Erwachsene.

Danach widmete sich die Referentin den Erkrankungen, die durch Glyphosat ausgelöst werden. Auffallend ist zunächst ein im Zusammenhang mit verstärktem Einsatz proportionaler Anstieg von chronischem Botulismus, einer lebensbedrohlichen Vergiftung, bei Kühen. Das Herbizid erzeugt außerdem Mangelsituationen in Tieren; insbesondere bestimmte Spurenelemente und Vitamine können nicht mehr aufgenommen werden, sodass der Stoffwechsel schwer geschädigt wird. Es beeinflusst insbesondere die Magen-Darm-Flora letztlich auch im Menschen, aber beispielsweise auch bei Bienen, schwächt das Immunsystem und erhöht das Risiko von Autoimmunerkrankungen.

Es schädigt Organe, beeinflusst den Leberstoffwechsel, zerstört Hormone, reduziert die Fruchtbarkeit und produziert u.a. langsame, kaum heilbare Entzündungen. Laut einer Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) von 2015 ist es wahrscheinlich krebserregend. Die Fotos von schwer missgebildeten Ferkeln, in denen Glyphosat nachgewiesen wurde, erzeugten bei allen Teilnehmern tiefes Unbehagen.

Zuletzt sprach Prof. Dr. Monika Krüger Lösungsansätze an. Kurz- und mittelfristig sei durch Einsatz von Huminsäuren, Pflanzenkohle und Zeolithen die Glyphosatwirkung auf Menschen, Tiere und Böden zu neutralisieren. Langfristig sei ein schrittweiser Ausstieg erstrebenswert und möglich. Auch digitale Technologien und moderne Bewirtschaftungsformen aus dem Biolandbau sollten vermehrt in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen.

„Wir erkennen wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs“, sagte die Referentin. Es müsse mehr nach komplexen Zusammenhängen geforscht werden, um die Wirkungen auf Gesundheit und Insektensterben abzuklären. Notwendig seien auch mehr Forschungsmittel für unabhängige Institute zur Erstellung tiefergehender Studien.

Im Anschluss an den spannenden Vortrag fand eine lebhafte Diskussion statt, in der verschiedene Standpunkte über konventionelle und ökologische Landwirtschaft ausgetauscht wurden mit dem Ziel, zukunftsträchtige Lösungen zu ermitteln. Alle Teilnehmer nahmen von dem anregenden Abend viele, teils beunruhigende Erkenntnisse und viel Nachdenklichkeit mit.

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Ich freue mich, dass mein Artikel auch in der lokalen Presse PNP veröffentlicht wurde:

https://plus.pnp.de/lokales/pfarrkirchen/3108273_Glyphosat-Fluch-oder-Segen.html?fbclid=IwAR1Canfh6UJGyVpoj8gaIEtyxTioiAx8sNmR8lMwD0nUTp9FIxsnU1yn6vU

https://rottal-inn.bund-naturschutz.de/aktuelles.html#c104773

Glyphosat

 

Emotional und digital

 

Heimatkundekreis Bad Birnbach

Im Archiv des Bistums Passau mit dem Heimatkundekreis Bad Birnbach

Visit to the archive of the diocese Passau – so much artisan craftwork in wonderful books!

Ausflug des Heimatkundekreises Bad Birnbach zum Archiv des Bistums Passau

Gestern habe ich an einer Archivbesichtigung teilgenommen. Eine Archivbesichtigung? Da kommen einem schnell Assoziationen: Verstaubte Kisten, modriger Kellergeruch, vergrabenes Wissen, das keinen mehr interessiert außer Spezialisten, die stumm und mit behandschuhter Hand in vergilbten Seiten blättern.

 

Ganz anders erging es den 20 Teilnehmern im Büro der Archivdirektorin Prof. Dr. Hannelore Putz, die auch die Führung übernahm. Im hellen Raum, unter der wunderschönen Decke mit barockem Lurago-Stuck, gehen schwere Bücher von Hand zu Hand. Man streichelt samtiges Pergament und bewundert die teilweise auf Papyrus dicht gedrängten Schriften, die Tintenfarbe, Malereien, Miniaturen, Aquarelle, gemalte Wappen und andere kleine Kunstwerke. Im wahrsten Sinne des Wortes eine anschauliche Sache.

Künstlerisch und handwerklich wertvolle Stücke, aber auch vom Gebrauch abgenutzte Messbücher mit hübschen Schnallen und historische Fotografien reicht man sich weiter, fasst an, kommentiert…

Das Archiv, das 1209 zum ersten Mal schriftlich erwähnt wurde, betreut die schriftliche Hinterlassenschaft der Bischöfe. Das im Jahr 2016 eröffnete neue Archiv beinhaltet dagegen das Schriftgut der Pfarreien.

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Damit wären wir auch bei einem zentralen Thema der Führung: alt und neu, Vergangenheit und Zukunft sind auch architektonisch sichtbar. Wirkt das Stammhaus des Archivs in der Luragogasse 4 am Domplatz noch verspielt und barock, erscheint das im Jahr 2016 eröffnete Außenmagazin in Passau-Hacklberg absolut zeitgenössisch.

Aber auch die Aufbewahrungsart des alten Wissens nimmt neue Formen an: Pergament, Papyrus und Tinte weichen zunehmend der Aufbewahrung in digitaler Form.

Zunächst erklärte die Archivdirektorin die Hauptaufgaben des Archives:
Diese bestehen nicht nur darin, das schriftliche Gut im Bistum Passau mit all seinen Pfarreien zu schützen und zu bewahren, sondern auch historische Forschung (in diesem Fall z. B. den Inhalt der Birnbacher Heimathefte), Familienforschung zu unterstützen und auch rechtssichernde Informationen weiterzugeben, wie zum Beispiel die Bestimmung von Grenzen der Kirchengrundstücke.

„Wir verstehen unseren Auftrag aber auch so, dass wir das Archiv sichtbar und erfahrbar machen“, lächelt Prof. Dr. Hannelore Putz. Die Experten mit den weißen Handschuhen erscheinen wohl eher in Krimis. Denn heute geht es darum, historische Quellen barrierefrei und kostenfrei für jedermann zugänglich zu machen.

Taufbücher, Sterbebücher, Heiratsbücher, Pfarrbriefe geben einen detaillierten Einblick in das Leben vergangener Zeiten. Aber auch die „Österlichen Seelenbeschreibungen“, in denen nicht nur alle Personen, Kleinkinder inbegriffen, in jedem Haushalt aufgezählt werden, sondern auch so mancher Kommentar des Pfarrers vermerkt ist, sind eine „wunderbare Quelle, um zu verstehen, wie ein Ort so tickt“.

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Um zu veranschaulichen, wie offen das Archiv für alle ist, erzählt die Direktorin von einem Ehepaar aus Australien mit Vorfahren aus Passau, das mit dem Kreuzfahrtschiff in Passau anlegte. Vorab hatten die Australier im Online-Archiv nach Verwandten gesucht und sich nun auf Spurensuche in die Luragogasse begeben, wo ihnen geholfen werden konnte.

Inzwischen muss man sich allerdings nicht mehr unbedingt in das Archiv begeben, um Informationen zu erhalten, denn die Digitalisierung schreitet fortwährend voran. Abgesehen von neuen EDV-Programmen, die auch alte Schriften, welche heutzutage nur noch wenige Experten entziffern können, automatisiert lesen und erkennen können, gewährt zum Beispiel „Matricula“, das Online-Portal für Kirchenbücher einen innovativen, service-orientierten Zugang zu historischen Quellen.

Manch einer mag den mit der fortschreitenden Digitalisierung drohenden Verlust des haptischen Aspekts bedauern, andererseits wird dadurch ein schneller Zugang zu den Informationsquellen von überall auf der Welt möglich.

Um die Philosophin Hannah Ahrendt zu zitieren: „Wirklichkeit und Verlässlichkeit der Welt beruhen darauf, dass die uns umgebenden Dinge eine größere Dauerhaftigkeit haben als die Tätigkeit, die sie hervorbrachte, und dass diese Dauerhaftigkeit sogar das Leben ihrer Erzeuger überdauern kann.“ Zu diesen uns umgebenden Dingen gehören eben auch „geschriebene Seiten“ und Bücher, die man anfassen kann.

Und doch unterliegt nicht nur unsere Welt, sondern auch unser Verständnis von Heimat und Geschichte kontinuierlichen Veränderungen. Die Digitalisierung ist nicht aufzuhalten und wird auch Vorteile bringen. „Wir sind die erste Generation, die sich damit befasst“, sagt Prof. Dr. Putz zuversichtlich.

Hier noch mein Bericht in der PNP, Oktober 2018:

PNP_Oktober_2018_Heimatkundekreis_Bad_Birnbach_Nadia_Baumgart

Und im Kurspatz von Bad Birnbach:

Kurspatz_Heimatkundekreis_Bad_Birnbach_Nadia_Baumgart

Landleben

Country life in Lower Bavaria – Organic farming

Immer noch und schon wieder:

Bei der heutigen Radtour ging mir das Herz auf: Milchkühe wurden von den jungen Landwirten des Naturland-Betriebs Hochecker in Triftern-Unterplaika von der Weide zum Melken in den Stall getrieben. Wie viele Jahrzehnte habe ich diese Szene nicht mehr gesehen! Als ich den jungen Mann ansprach „wie schön, dass Sie das noch machen!“, antwortete er: „wir machen es wieder…Und es lohnt sich.“

Dabei gibt es Landwirte, die ein Loblied auf Glyphosat singen und behaupten, nur Massentierhaltung würde sich lohnen…Hier sieht man, dass es auch anders geht. Auch die Kälber leben auf großen Weiden am Hof.

Abgesehen davon, gab es weitere Überraschungen auf dem Altbach-Radweg bei Triftern: ein großes Rehkitz im Maisfeld, Bläulinge auf Blutweiderich und eine Katze, die stolz ihre fette Beute nach Hause trug.

Die Katze inspirierte übrigens Berndt zu folgendem Gedicht:

https://woher-wohin.com/2018/08/25/katz-und-maus/

 

شكرا, Healanah!

 

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Generations- und nationsübergreifender Tandem-Unterricht Arabisch-Deutsch/Deutsch-Arabisch in Pfarrkirchen/Niederbayern.

Cross-generational and transnational tandem learning of Arabic-German/German-Arabic in Parrkirchen/Lower Bavaria. 

 

Wir freuen uns sehr, dass wir über Frau Katharina Stöger vom THD – European Campus Rottal-Inn Pfarrkirchen eine reizende Pharmaziestudentin gefunden haben, die jede Woche mit uns Arabisch paukt. Im Gegenzug unterhalten wir uns auf Deutsch mit Healanah. Manchmal hilft auch ein bisschen Englisch. Der Unterricht findet in einem Cafe in der Altstadt statt, dabei wird auch viel gelacht. Tandem, das bedeutet, dass man sich gegenseitig in einem bestimmten Fach hilft. Eine win-win-Situation für alle!

We are very glad to have found a charming young student of Pharmacy through Mrs. Katharina Stöger from European Campus Rottal-Inn. Healanah teaches us every week Arabic, and in return we converse with her in German. Sometimes, a little bit of English is helpful. The lessons take place in a cafe in the old city, and we laugh a lot together. Tandem means to help each other in a specific subject. A win-win situation for everybody.

Schwarzstörche in Rottal-Inn!

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Schwarzstörche in Niederbayern!

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Black storks in Bavaria!

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Cigognes noires en Bavière!

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Jungvögel

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A family of black storks (Ciconia nigra)in Bavaria!
Une famille de cigognes noires en Bavière !
Schwarzstörche in Niederbayern!

Nicht einer, nicht zwei, sondern vier, eine ganze Familie! So etwas sieht man nicht alle Tage. Wir hatten das große Glück, sie in unserer Region (Rottal-Inn) aus der Nähe beobachten zu können.

Die letzte bayernweite Erfassung 2010 ergab 105 Brutpaare. Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) ist ein scheuer Kulturflüchter und gehört innerhalb der Europäischen Gemeinschaft zu den besonders gefährdeten Großvogelarten.

Schnabel und Beine des adulten Vogels sind während der Brutzeit leuchtend rot, das Gefieder ist bis auf die weiße Brust tiefschwarz. Die drei Jungvögel waren an den hellen Beinen und den braunen Schnäbeln gut zu erkennen.

Die Gruppe schritt ruhig über eine waldgesäumte Wiese am Bach. Als ein Traktor hörbar wurde, starteten sie gemeinsam und segelten über den Wald hinweg.

Mein Herz hat laut geschlagen, ich war so glücklich, diese seltene Art in der Natur beobachten zu können! Wir sollten alles tun, um diesen wunderschönen Zugvögeln mehr Raum in unserer Kulturlandschaft zu gewähren.

Hier mehr von Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzstorch

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Hier noch der Beitrag, der in der PNP dazu erschien:

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https://www.pnp.de/lokales/landkreis_rottal_inn/pfarrkirchen/3048639_Scheuer-Schwarzstorch-vor-der-Linse.html

Seltene Entdeckung!

Welch eine Freude! Heute haben wir am Weiher am Kurpark von Bad Birnbach einen Nachtreiher-Jungvogel (Nycticorax nycticorax) gesehen. Wir können ruhig stolz sein: in ganz Deutschland gab es 2009 laut Wikipedia nur 18 bis 22 Brutpaare! Der Nachtreiher ist in der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands in der Kategorie 2 („stark gefährdet“) aufgeführt. Ich hoffe, dass der Weiher in Zukunft geschützt wird…

An extremely rare guest with only 18 to 22 breeding pairs in Germany: the night heron (Nycticorax nycticorax)! We saw him tonight in our town…

 

Und hier die Geschichte unter „Leserfotos“ in der PNP Pfarrkirchen:

PNP-Nachtreiher-Pfarrkirchen-Bad-Birnbach

Knochenarbeit und Eisernes Pferd

A guided tour through a small nature conservation area in our surroundings in Lower Bavaria

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Botanische Raritäten im niederbayerischen Rottal

Erst vor kurzem habe ich erfahren, dass sich ganz in unserer Nähe ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet befindet. Alle FFH-Gebiete in der EU bilden ein mehr oder weniger zusammenhängendes Biotop-Netz, das unter dem Oberbegriff „Natura 2000“ geführt wird.

Der Pflanzenexperte Christoph Stein führte uns am Sonntag mit großer Fachkenntnis und ansteckender Begeisterung durch das FFH-Gebiet Reslberg/Triftern im niederbayerischen Rottal, eines der bedeutendsten Schutzgebiete im Landkreis. Von den ca. 1000 Pflanzenarten im Rottal-Inn befinden sich ungefähr 400 allein auf dem 120 Hektar großen Gebiet, in dem sich botanische Raritäten konzentrieren, darunter auch mehrere Arten Torfmoose und Farne.

Die Exkursion wurde von der Kreisgruppe Bund Naturschutz Rottal-Inn organisiert.

Obwohl wir uns im tertiären Hügelgelände auf nur ca. 400 Meter Höhe befinden, wachsen hier einige Pflanzen, die man ansonsten nur in höheren oder alpinen Lagen findet, wie zum Beispiel der Blaue Eisenhut.

Wie schon bei anderen Naturführungen wurde wieder klar, dass der im letzten Jahrhundert gegründete Trend zur Fichten-Monokultur sich sehr negativ auf die Biodiversität auswirkt: Fichtennadeln übersäuern den Boden, die Bäume ziehen den Borkenkäfer regelrecht an. Würde der Mensch nicht mehr in die natürlichen Kreisläufe eingreifen, würde in Deutschland die Rotbuche dominieren. Zurzeit befindet sich jedoch nur eine einzige Rotbuche im ganzen Gebiet.

Richtig faszinierend war es, die verschiedenen Arten und Unterarten von seltenen Pflanzen kennen zu lernen und ihre Schönheit zu bewundern. Da die Hänge am Altbach natürlich terrassiert sind, entstehen viele unterschiedliche Biotope, je nachdem, wie feucht der Boden ist und wie mager oder fett er ist. „Dabei halten sich die Pflanzen nicht immer an die Theorien der Lehrbücher“, schmunzelt Herr Stein. Hier eine kleine Auswahl der Pflanzen, die er uns zeigte:

Adler-, Dorn- und Buchenfarn, Riesenschachtelhalm, Heilziest, gelb blühender Blutwurz, wunderschöne Orchideen wie das Fuchs’sche Knabenkraut oder der Sumpfwurz sowie Gilbweiderich, der seltene Goldschopfhahnenfuß, Waldläusekraut, Sonnentau und das fleischfressende gewöhnliche Fettkraut. Selbst das seltene Sumpfglanzkraut wurde hier nachgewiesen.

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Wollgras und Orchideen

Manche Pflanzen sind Zeiger von mageren, andere von überdüngten Wiesen. Wie kann denn eine Wiese in einem geschützten Gebiet überdüngt sein? Zu meinem tiefen Erstaunen erfahre ich, dass die Ursache auch starke Ammoniakemissionen und Stickstoffkombination in der Luft sein kann, die durch landwirtschaftliche Düngung aber auch durch Umweltverschmutzung durch Verkehr erzeugt werden.

Um der Überdüngung, die auf offenen Flächen zum Beispiel Schilfwuchs und Honiggras fördert, werden die offenen Flächen im Gebiet unter großem körperlichen Einsatz zweimal im Jahr mit Handgeräten gemäht. „Knochenarbeit“ nennt es Herr Stadtlthanner, ein Mitarbeiter des Landschaftspflegeverbandes, der die Führung begleitete. Auch ein gummibereiftes Gerät mit dem lustigen Namen „Eisernes Pferd“ kommt dabei zum Einsatz.

Während der kurzen Wanderung durch Wald, über Pfeifengraswiesen und am Bach entlang wird immer deutlicher, dass die Artenvielfalt in dieser Gegend nur erhalten und gefördert werden kann durch die Bemühungen von kompetenter Pflege. Denn wo jetzt breitblättriges Wollgras und Orchideen um die Wette blühen, standen noch in den 80-er Jahren Fichtenmonokulturen.

Auf den Flächen, die der Landkreis erwerben konnte, sind wieder offene Flächen geschaffen worden, wie sie es vermutlich vor 200 Jahren noch waren. Damals wurden diese Flächen noch bewirtschaftet oder beweidet. Leider ist ein stabiler Dauerzustand trotz aller Bemühungen des Naturschutzes und ausgetüftelten Strategien von Experten und Botanikern noch lange nicht erreicht, obwohl sich die Lage gebessert hat. Die Kuckuckshyazinthe sowie der Lungenenzian, die hier vor Jahrzehnten nachgewiesen waren, fehlen immer noch.

Offene Streuwiesen, Kalkflachmoore, Waldsümpfe und Pfeifengrasstreuwiesen, die in den Waldflächen eingestreut sind, sind leider sehr selten geworden.

Ohne Schutzmaßnahmen und die Arbeit von Bio-Landwirten wäre unsere Landschaft inzwischen eine Mais – und Fichtenmonokultur. Und wer will schon in einer solchen sterilen Wüste leben?

Einige meiner hier gezeigten Fotos wurden nun auch in der Presse veröffentlicht:

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Monstertrasse im ländlichen Bad?

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Der von Privatinvestoren finanzierte niederländische Konzern TenneT plant eine Monstertrasse als Freileitung, die ausgerechnet direkt am ländlichen Bad vorbeiführen soll, da die alte Trasse Pirach-Pleinting ersetzt werden soll. Das Projekt soll 2024 durchgeführt werden. Die Masten der alten Trasse sind bereits 35 Meter hoch. Nun sollen die beinahe doppelt so hohen Masttypen „Donaumast“ oder „Tonne“ eingesetzt werden. Auf der Informationsveranstaltung der Tennet am 17. April 2018 versicherten uns Experten, in der aktuellen Planung sei keine Erdverkabelung vorgesehen. Man halte sich an gesetzliche Vorgaben, die die Wirtschaftlichkeit in den Vordergrund stellen. Die genaue Trasse stehe noch nicht fest; man prüfe, ob man sich an der alten Trasse, die sich nur circa 200 Meter von der Wohnsiedlung im Lenghamer Feld befindet, orientiere, alternativ eine Schneise durch den Lugenz-Wald schlage oder eine andere Trassenführung vorschlage.

Im Sommer sollen mehrere Varianten vorgestellt werden. Abstände zwischen Behausungen oder Schutzgebieten und den Masten seien nur als Grundsatz vorgegeben; man könne somit die Richtlinie von ca. 200 Metern auch unterschreiten. Ein Pilotprojekt, das Erdverkabelung ermöglichen würde, sei weder geplant noch bisher in Bayern für Wechselstromtrassen realisiert worden.

Dass die Stromversorgung der Bürger gewährleistet werden muss, ist selbstverständlich. Dass jedoch bei der Abwägung der Trassenführung und der Entscheidung für Freileitungen anstatt von Erdverkabelung wirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund stehen, ist im ländlichen Bad eigentlich nicht akzeptabel. Denn hier hat man hat sich vor vielen Jahren bewusst dafür entschieden, den ländlichen Charakter des Kurortes zu erhalten. Auch die Einhaltung dieser Leitsätze kostet Zeit und Geld und macht die Anziehungskraft und den Erholungswert des Ortes aus. All diese Bemühungen würden durch eine solche Freileitung gefährdet.

Ob Tennet nun die bis zu 70 Meter hohen Masten, die den Kirchturm bei weitem überragen würden, nun direkt an der Wohnsiedlung vorbeiführt oder dafür eine Schneise durch den herrlichen Lugenzwald schlägt, in dem die berühmte Holzkapelle aus dem 18. Jahrhundert steht, beides erscheint uns als Frevel. Vielleicht lässt sich eine Erdverkabelung ja doch realisieren? Hierzu müsste lediglich das Energiewirtschaftsgesetz in Berlin ergänzt werden.

Ein weiteres Pilotprojekt für Bayern dürfte dabei kein großes Problem darstellen, zumal es in Norddeutschland offenbar schon einige Pilotprojekte gibt und die Situation im ländlichen Bad durchaus einen Härtefall darstellt. An keinem Ort auf dem gesamten Trassenverlauf wird ein Wohngebiet so nah berührt, und das direkt neben einer Schule und auch noch in einem Kurort! Die Bundesnetzagentur könnte dann den Auftrag an Tennet entsprechend ergänzen.

Hier noch ein Beitrag der Süddeutschen zu dem Thema: http://www.sueddeutsche.de/bayern/netzausbau-plaene-fuer-umstrittene-stromautobahnen-nach-bayern-sind-fertig-1.3409158

und von Nordbayern.de:

http://www.nordbayern.de/region/neumarkt/monstertrasse-verlauft-sicher-durch-ostbayern-1.4839151

sowie der PNP:

https://www.pnp.de/lokales/landkreis_rottal_inn/pfarrkirchen/3061944_Sehr-negativ-fuer-das-Image-des-Kurorts.html

https://plus.pnp.de/lokales/pfarrkirchen/2909781_Gemischte-Gefuehle.html

https://www.pnp.de/lokales/landkreis_rottal_inn/pfarrkirchen/2899679_380-kV-Leitung-wird-auch-im-Kurort-ein-Thema.html

https://plus.pnp.de/lokales/pfarrkirchen/3000732_Bedenken-bleiben.html

https://www.pnp.de/mobile/neue_380_kv_leitung_im_landkreis_alt_tting_formiert_sich_widerstand_2999116/

Mahnfeuer gegen die Monstertrasse in Perach: 

https://www.pnp.de/lokales/landkreis_altoetting/neuoetting_toeging/3045486_Gegen-380-kV-Das-Holzland-brennt-fuer-die-Heimat.html

We are for underground cabling and against an open high-voltage transmission line in our rural area.

Ilztalwanderung – Valley hike

Wanderung im FFH-Gebiet „Ilz-Talsystem“ bei Ruderting im Bayerischen Wald

Valley hike in a European Nature Reserve along the river Ilz in the Bavarian Forest

Wanderung im FFH-Gebiet „Ilz-Talsystem“ bei Ruderting im Bayerischen Wald

Mit dem sympathischen Ilz-Gebietsbetreuer Stefan Poost und einigen Naturliebhabern machen wir uns bei strahlendem Frühlingswetter auf den Weg. Die Ilz wird aufgrund ihres dunklen durch trübe Huminstoffe gefärbtes Wassers auch „Schwarze Perle“ genannt. Die Farbe wirkt in der Sonne manchmal rostrot, im Schatten tiefschwarz.

Herr Poost erklärt uns, dass 1992 die FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitatrichtlinie) in der EU gegründet wurde. Die Ausweisung des „Ilz-Talsystems“ als FFH-Gebiet hat dessen Schutzstatus in den Rang europäisch bedeutender Schutzgebiete gehoben. Alle FFH-Gebiete in der EU bilden ein mehr oder weniger zusammenhängendes Netz, das unter dem Oberbegriff „Natura 2000“ geführt wird.

Die Wasserqualität der Ilz sei dank mehrerer Kläranlagen recht gut. In dem Abschnitt, in dem wir wandern, ist die Ilz von einem hohen, dekorativ wirkendem Gras gesäumt, der Banat-Segge; eine Pflanze, die sich von Rumänien aus bis hierher verbreitet hat. Stefan Poost unterbricht seine Rede, um auf das blühende wollige Lungenkraut hinzuweisen, das noch häufig im Iztal anzufinden sei.

Eine seiner Aufgaben besteht darin, Waldbesitzer zu beraten. Durch diesen Kontakt wurde erreicht, dass mehrere Hektar Fichtenwälder in Auwälder verwandelt wurden. Trotzdem wird die Fichte immer noch zu oft und auf ungeeigneten Flächen gepflanzt. Als Flachwurzler sei die Fichte nicht wirklich für die Aufforstung von Auen und Wiesen geeignet, wo sie schon bald von Stürmen niedergemäht wird. Häufige Fichten-Reinbestände fördern außerdem die Ausbreitung des Borkenkäfers. „Die Natur kennt keine Reinbestände“, sagt Stefan Poost. Besser wären Mischwälder mit Buche, Tanne, Bergahorn sowie Erlen, Weiden und Pappeln entlang der Gewässer.

Der Gebietsbetreuer weist auf einen frisch geschlagenen Hang. „Es liegt in unserer Verantwortung, was hier in 150 Jahren wächst!“

Nun kommen wir an einem ehemaligen Granit-Steinbruch vorbei, der offen gehalten wird, um Falken, Fledermäuse und Uhus Unterschlupf zu bieten.

Kleine Wasserläufe und feuchte Gebiete mit Blocküberlagerungen bieten Feuersalamandern und dem sehr seltenen Grubenlaufkäfer gute Biotope.

Im Rahmen des FFH-Managements werden auch Kleinstgewässer und kleine Tümpel angelegt, um die Ansiedlung und den Erhalt von Gelbbauchunken zu fördern.

Gelbbauchunke

Gelbbauchunke im Ilztal – Foto S. Poost

Wir kommen nun an einem kleinen, grünen Tümpel vorbei. Die Vegetation zeigt hier viele Biberspuren.

In Deutschland wurde er ausgerottet, weil er für sein Fell und das damals sehr teure Drüsensekret Bibergeil gejagt wurde, aber auch weil er in der Fastenzeit als „Fastenspeise“ fungierte. Inzwischen hat er sich in Bayern wieder gut etabliert und ist an vielen Flussläufen zu finden, wo er mit seiner „Familie“, d. h. als Paar mit zwei Jungen vom Vorjahr sowie zwei Neugeborenen in Revieren, die je nach Nahrungsangebot, mehrere km umfassen können lebt. Pappeln sind sein Lieblingsbaum. „Wir können nur hoffen, dass es uns gelingt, dem Biber trotz seiner vielen Feinde einen Platz in unserer Welt zu gewähren. Wir müssen lernen, mit dem Biber zu leben“, so Herr Poost. Inzwischen darf der Biber in bestimmten Fällen schon „entnommen“ werden.

Anhand der Eschen, die von einem asiatischen Pilz befallen sind und absterben, wird uns die negative Auswirkung der Globalisierung auf die Natur bewusster. Parasiten, Krankheiten und Pilze verbreiten sich immer schneller und können ganze Arten binnen weniger Jahre zerstören.

Es war eine sehr schöne Wanderung und wir freuen uns, nebenbei dank der Erläuterungen von Stefan Poost vieles erfahren zu haben.

Hier noch der Verlauf des FFH-Gebietes „Ilz-Talsystems“ :

 

Karte-Ilztal-Map

FFH-Gebiet Ilz-Talsystem

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Wir und das Rottal!

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Besser lesbar hier:  Wir und das Rottal

Wir freuen uns, dass in der lokalen Zeitung PNP ein Artikel über unsere Liebe zum Rottal erschien, der unsere Aktivitäten in der neuen Heimat sehr gut beschreibt. Das Interview mit Journalist Christian Döbber hat richtig Spaß gemacht!

We are happy that a news article in the local press reported about our life in our new homeland in Bavaria, our love for the country side and my passion for photography. The interview with journalist Christian Döbber was really good fun!

Nous sommes heureux que le journal local PNP ait publié un article sur notre amour pour notre nouvelle région en Bavière et ma passion pour la photographie. L´entretien avec le journaliste Christian Döbber a été un vrai plaisir !

Deutsch:

Ich sehe was, was du nicht siehst

Nadia Baumgart könnte jetzt genauso gut in Paris wohnen und nachts den glitzernden Eiffelturm fotografieren. Oder in New York und sich dort durch die endlos langen Häuserschluchten knipsen.

Die 57Jährige – geboren in den USA als Tochter eines Ägypters und einer Deutschen–hat die Welt gesehen, in Frankreich Kunst und in der Toskana Philosophie studiert, jahrelang in Italien gelebt und gearbeitet. Sie, die redegewandte Kosmopolitin, und ihr Mann Berndt, der pensionierte Kriminalbeamte, hatten viele Optionen, um sich irgendwo auf der Welt zur Ruhe zu setzen.

Und nun? Da steht Nadia Baumgart auf diesem einsamen grünen Hügel irgendwo hinter Asenham und frohlockt angesichts ihrer Entdeckung: „Das ist ein Alpen-Pestwurz – sehr selten im Rottal“, sagt Baumgart und rückt dem unscheinbaren Kraut mit dem Zoom ihrer Sony-Kamera ziemlich auf die Pelle. Das Gewächs ist mit schuld daran, dass Nadia Baumgart und ihr Mann vor eineinhalb Jahren ins Rottal gezogen sind.

Aber nicht nur. „Die ganze Landschaft mit den sanften Hügeln, die Natur und vor allem die Tiere faszinieren mich“, sagt die Wahl-Bad Birnbacherin. In Wiesbaden, wo sie zuvor gelebt hatten, fühlten sich die Baumgarts „wie eingekerkert“. Sie wollten raus aufs Land, in die Natur, in die Ruhe – auch zum Fotografieren natürlich. „Wir haben im Internet gesucht und Bad Birnbach hat alle unsere Kriterien erfüllt.“ Das Rottal ist für die Baumgarts nicht tiefste Provinz. „Es ist eine fotografische Oase, wir lieben es“. Jede Woche ist das Ehepaar auf Achse. Anschluss gefunden haben sie bei den Wanderfreunden.

Als Wahl-Rottaler haben Nadia und Berndt Baumgart aus Bad Birnbach einen ganz eigenen Blick auf die Schönheiten der Region sie sind bei Umzügen und Festen im Kurort mit dabei und gehen zwei bis drei Mal pro Woche auf Motiv-Jagd.
Dann stehen die beiden auf Wiesen, auf Hügeln, an See-oder Flussufern.

Bernd kuckt durch sein Spektiv und hält Ausschau nach allem, was summt, brummt, kriecht oder fliegt. Hat er einen der Rottaler Exoten entdeckt, visiert Nadia ihn an und drückt ab. Daheim wird anschließend in Büchern oder im Internet bestimmt, welcher Vogel, welche Schnecke, welche Schlange vor der Linse war. So läuft sie ab, die Tiersafari im Rottal.

Aber da ist noch mehr im dicken Foto-Fundus der Baumgarts. Das Ehepaar drückt auch bei scheinbar alltäglichen Szenen auf den Auslöser. Ein knorriger Baum, ein geackertes Feld, ein Blick über die niederbayerischen Hügel, Hochspannungsleitungen inklusive. „Die klammert man ja oft aus“, sagt Nadia Baumgart. Sie tut das nicht. „Das weiße Glitzern der Leitungen zaubert einen interessanten Rhythmus in die Bilder.“ Inne halten, aufmerksam sein, genau hinsehen – das ist das fotografische Credo der Baumgarts.

Als „Zuagroaste“ haben sie einen ganz unverbrauchten Blick auf das Rottal. Und so fangen sie mit ihren Bildern die Schönheit einer Landschaft ein, die vielen in ihrer täglichen Hast verborgen bleibt. „So viel Schönes liegt hier genau vor unserer Nase“, findet Nadia Baumgart. Damit die Schönheiten ihrer neuen Heimat auch in Übersee bestaunt werden können, stellt die Fotografin ihre Bilder auf ihrem Blog (nadiapittura.com/das-rottal) online. Ihre fotografische Hommage an das Rottal hat inzwischen mehr als 700 Follower. Und siehe da: Auch ein paar aus Paris und New York sollen darunter sein

Translation of the article in the local Bavarian press PNP:

The other sight

Nadia Baumgart might as well make photos from Paris at night or from the city of New York. Nadia is 57 years old and was born in the USA from an Egyptian father and a German mother – she studied art and philosophy in France and Italy and had lived in Italy for many years. She – an eloquent and cosmopolitan woman – and her husband Berndt, a former officer of the Federal Office of Criminal Investigation had a lot of options in the world to decide where to retire.

Well then? Nadia stands on a lonely green hill somewhere behind the small village Asenham and rejoices because she found an Alp butterbur. “This is rare in our valley” she says while zooming on the inconspicuous plant with her Sony camera. This strange plant is to blame for their decision to move in our valley one year and a half ago but not the butterbur alone. “All this landscape with its gentle hills, the nature and most of all the animals fascinate me”, says Nadia. “We felt imprisoned in Wiesbaden, the city in which we lived previously.” They wanted to live on the countryside, in a natural and calm area. Also for the purpose to make pictures.

“We searched on the internet and have found precisely what we were looking for. Bad Birnbach met all the criteria.” For the Baumgarts, this area is not “deeply rural” or “deepest province”, “it is an oasis, we love it.” They have found friends among the hikers of the region and take part of the traditional festivals.

At least twice a week the couple is on the move to discover the surroundings and to take pictures. They stand then on a hill or on the shore of a river or a lake and Berndt looks through his spotting scope to help Nadia to find all what sings, buzzes or creeps. She makes photos and the couple identifies afterwards the species searching on the internet and in specialized books. This is their procedure of animal safari in our valley.

But there is more in their archive: gnarled trees, views on the landscapes of Lower Bavaria, including high-voltage lines. “Most people cut them off but for me they give pictures an interesting rhythm.”

Being attentive, looking carefully, this is the credo of the Baumgarts. As newcomers they have a fresh view on the Rott valley. So they are able to capture the beauty of a landscape which normally disappears in the daily routine. “There is so much beauty directly in front of us”, says Nadia. And to be sure that this beauty can be admired also overseas, she publishes her photos in her blog with more than 700 followers. And see what happens: people look at these pictures also from Paris and New York!

Traduction de l´article

L´autre regard

Nadia Baumgart pourrait vivre à Paris et faire des photos la nuit de la tour Eiffel illuminée ou bien faire des photos dans la ville de New York.

Nadia, 57 ans, est née aux Etats-Unis d´un père égyptien et d´une mère allemande et a vu le monde, fait ses études d´art et de philosophie en France et en Toscane, où elle a  vécu de longues années. Elle, éloquente et cosmopolite et son mari Berndt, le fonctionnaire de la police judiciaire en retraite, ont pu choisir entre plusieurs options pour décider de l´endroit où ils partiraient en retraite.

Et maintenant ? Voilà Nadia Baumgart sur une colline solitaire quelque part derrière le village de Asenham qui exulte quand elle parle de sa découverte : « C´est un pétasite paradoxal – c´est quand même rare dans notre vallée ! » dit-elle en pointant le zoom de sa caméra sur une plante qui a l´air plutôt insignifiante. Cette drôle de plante est responsable pour la décision que Nadia et Berndt ont prise il y a un an et demi.

Mais pas seulement la plante : « la campagne ici avec ses douces collines et les animaux sauvages me fascine » dit-elle. A Wiesbaden, où nous vivions avant, nous nous sommes sentis « emprisonnés ». Nous voulions de la nature autour de nous, un environnement paisible. Et faire des photos, évidemment. « Nous avons trouvé Bad Birnbach sur internet et ça a été parfait, ça correspond à tous nos critères » Pour eux, la vallée du fleuve Rott n´est pas le fin fond de la province. « C´est une oasis pour nous, nous aimons cette région »

En tant que « Rottaler » d´adoption, ils ont développé un regard particulier sur la région. Ils ont noué des contacts avec les randonneurs, participent aux fêtes du village et sortent 3 fois par semaine à la chasse de motifs photogéniques. Ils se positionnent alors sur un pré, une colline, au bord d´un fleuve ou d´un lac.