Der Herbst kündigt sich langsam an. Es ist aber noch viel Leben in den Rottauen: wunderhübsche, bunte Stieglitze, die beeindruckende Raupe des Weinschwärmers mit ihren Scheinaugen, ein Mäusebussard auf der Jagd, blutrote Heidelibellen und Königslibellen.
Stieglitze – Goldfinchs – ChardonneretsRaupe des WeinschwärmersMäusebussardBlutrote HeidelibelleWanzeNickender ZweizahnBad Birnbach in Niederbayern
Ein Flussuferläufer an der Rott – Actitis hypoleucos – Sandpiper
Heureuse d´être de nouveau à la campagne après 3 jours à Francort // Happy to be in the countryside again.
Zurück von der Stadt an meine geliebte Rott.
Es war schön, die „alten Heimaten“ Frankfurt und Wiesbaden wieder zu sehen und insbesondere alte Freunde und Bekannte zu treffen. Der Abend bei einer ehemaligen Schulkameradin war am schönsten: Wir waren beide 15, als wir uns zum letzten Mal sahen.
Andererseits war es auch anstrengend, durch die Innenstädte zu laufen, zu registrieren, was neu ist und was noch so geblieben ist wie vor 10, 30, 50 Jahren. Außerdem habe ich mich gefragt – grade jetzt, da wir alle von Gesundheit reden und uns gegenseitig „Bleib g´sund!“ zurufen, wie „gesund“ ein Stadtleben überhaupt sein kann. Ich kam mir immer wieder wie im Gefängnis vor, so „eingemauert“ zwischen Asphalt und Fassaden. Selbst der Grüngürtel in Frankfurt, der ansonsten etwas Grün ins Grau bringt, war aufgrund der diesjährigen Dürre in Hessen beinahe verdorrt.
Jedenfalls habe ich mich heute doppelt und dreifach gefreut, wieder Erde unter den Füßen zu haben und an der Rott nach meinen Vögeln schauen zu können. Und – siehe da – gewissermaßen als Trost wurde mir ein Blick gewährt auf:
den seltenen Flussuferläufer (Actitis hypoleucos), eine Art aus der Familie der Schnepfenvögel, von dem ich jetzt weiß, dass er tatsächlich hier brütet. Denn mehrere Jungvögel flogen über das Wasser. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands von 2015 wird die Art in der Kategorie 2 als stark gefährdet geführt.
die hübsche Gebirgsstelze
einen Pirol.
Außerdem zeigten sich einige Admirale und Reiher. Und über unsere Köpfe kreisten 5 Störche.
GebirgsstelzePirolGraureiher – gerade hat er einen kleinen Fisch erwischt.Admiral
Die Jausenstation am Hausberghof im Rottal in NiederbayernDas uralte und romantische Wohnhaus
Ein Stück heile Welt. Unter einer uralten Hoflinde neben einem blühenden Bauerngarten und am romantischen Wohnhaus haben wir eine wunderbare Brotzeit gehabt. Wo? Im Hausberghof bei Egglham oben auf den Rottaler Hügeln. Da der Radweg direkt am Hof vorbeiführt, ließen wir uns von der „Jausenstation“-Tafel verführen.
Der Öko-Landwirt Anton Dapont hieß uns sehr freundlich willkommen und brachte uns gleich eine Brotzeitplatte mit verschiedenen Bio-Specksorten. Denn der leidenschaftliche Bio-Bauer züchtet und hält selbst Schweine in Freilandhaltung. Ganz alte Rassen: Das Berkshire und das Turopolje-Schwein. Bevor man an den Hof kommt, radelt man an einer Herde Schafe vorbei. Alpine Steinschafe sind das, eine Rasse, die vom Aussterben bedroht ist. Und Aubrac-Rinder stehen weiter unten auf der Weide.
„Wir wollen eine Landwirtschaft auf biologischer Basis unter Berücksichtigung der Permakultur sowie alten, widerstandsfähigen Haustierrassen, im Einklang von Natur, Tier und Mensch“, so Dapont.
Ich freue mich immer sehr, wenn ich solche Kleinode in unserer Gegend entdecke und empfehle insbesondere Radlern die tolle Jausenstation (April bis Oktober – Sa, So, Feiertags ab 11 Uhr).
Anton Dapont gehört übrigens auch zu den Direktvermarktern Rottal-Inn.
Hier mehr Info über den Hof, der bereits vor 1000 Jahren erwähnt wurde:
Die Berkshire-Schweine in Freilandhaltung . es ist die älteste englische EdelschweinrasseAubrac-Rinder: Ganzjährig auf der Weide.Bier trinken unter der alten Linde.
Impressions of the city of Landshut with two exhibitions.
Impressionen aus Landshut. Heute sind wir mit einer lieben Nachbarin dort gewesen. Die Stimmung in der Altstadt war sehr fröhlich und vor dem Rathaus standen mehrere Hochzeitspaare.
In der Heilig-Geist-Kirche findet gerade eine Ausstellung von Werken des Bildhauers Fritz Koenig statt. Seine „Quadriga“ (1957) erinnerte mich an Werke Giacomettis. Seine „Dachreiter“ aus Bronze stehen schräg gegenüber vom „Christus auf dem Palmesel“ aus dem Jahre 1500.
Bei der Rochus-Kapelle gab es noch Installationen von Peter Weismann zum Thema Migration und Flüchtlinge, die ich berührend fand.
Hier noch etwas Info zu der Ausstellung in der Heiliggeist-Kirche:
Painting in paradise. Painting „en plein air“ in the wonderful garden of my friend Lisa in Lower Bavaria.
Aquarelle en plein air dans le jardin paradisiaque de mon amie Lisa. J´ai du interrompre à cause d´une averse mais je vais y retourner bientôt !
Malen im Garten Eden? Das geht so: Sich unter eine riesige Trauerweide setzen, in der die Vögel leise hüpfen. In einem grün-gelben Lichtregen reglos schauen, Strukturen erkennen. Die Spiegelungen im dunklen Tümpel tanzen sehen. Dem Gewirr von tausend kleinen Ästen mit dem Auge folgen. Zum Pinsel greifen. Spüren, wie die Farben wirken und sich auf dem Papier entwickeln….Schnell alles wieder einpacken, weil es regnet und wissen: Ich komme bald wieder!
Ein mit Tausend Farben durchzogener Halbschatten beim TümpelSitzen – schauen -malenMalen im ParadiesWelch eine Wonne!