Landschaften und Natur in Rottal-Inn

Ausstellung von Nadia Baumgart in Bad Birnbach - Aquarelle und Naturfotografie
PNP-Beitrag über die Vernissage der Ausstellung „Landschaften und Natur in Rottal-Inn“ im Artrium in Bad Birnbach – April 2019

In English below

Die Vernissage meiner Ausstellung in Bad Birnbach zum Thema „Landschaften und Natur in Rottal-Inn“ war ein voller Erfolg!!!

Hier einige Eindrücke und die Rede, die mein Mann Berndt Baumgart gehalten hat:

Ziel der Ausstellung ist es, Aquarelle und Fotos zum Thema „Landschaften und Natur in Rottal-Inn“ zu zeigen, um die Schönheit und Besonderheit der Landschaft, der Pflanzen- und der Tierwelt zur Geltung zu bringen.

Diese Ausstellung soll eine LIEBESERKLÄRUNG AN DIE REGION sein

2016 sind Nadia und ich hierher gezogen. Hier haben wir – wie viele andere auch –  nach der Großstadt Ruhe gefunden. Wir freuen uns über jede neue Entdeckung von Rottaler Landschaften, Vierseithöfen, Pflanzen, Tieren und die Begegnung mit den Menschen, die hier leben oder die Gegend besuchen.

Nadia hatte bereits 2017 unter dem Motto – 1 Jahr Bad Birnbach -¬ im Artrium ausgestellt.  Was gibt es nun Neues?

Es wird langsam, aber sicher Heimat – wir fühlen uns willkommen – Wir entdecken hier die Natur, aber auch die Geschichte und Kultur der Gegend.

Malerei:

Nadia hat Kunst in Frankreich und Philosophie in Italien, in der Toskana, studiert. Malerei ist ihre Leidenschaft. Der Landschaftsmalerei widmet sie sich mit Begeisterung, seitdem wir hier sind. Und doch hat sich seit 2016 etwas verändert: Immer mehr legt sie Wert auf Struktur in ihren Bildern und stellt die geometrischen Strukturen und wellenartigen Formen der Rottaler Felder und Landschaften in den Vordergrund. Das können Sie auf den Bildern sehen (die „Niederbayerische Toskana“ lässt grüßen). In einem früheren Zeitungsartikel (in der PNP) wurde Nadia als „Weltenbummlerin“ bezeichnet. DAS IST SIE NIE GEWESEN! Wo immer sie war, hat sie gekämpft. Und nicht „gebummelt“. Und jetzt kämpft sie, kämpfen wir, für den Erhalt des Restes der Natur, den wir noch haben!

Neu: jetzt auch Fotos:

Die Künstlerin hat sich entschieden, diesmal auch Fotos auszustellen. Das liegt  an  der Resonanz, die sie erhalten hat: Dutzende von Fotos von Nadia wurden inzwischen von der PNP in der Rubrik „Leserfotos“ veröffentlicht, und viele Menschen sprechen uns darauf an.

Auch die Schwarzstorchfotos wurden in der Presse veröffentlicht und ein Foto (einer schwimmenden Ringelnatter) wurde ausgewählt für den Kalender des Landschaftspflegeverbandes. Der LBV Bayern hat mehrmals seine Fotos (z.B. das hier ausgestellte von den Schwalben) ausgewählt und online veröffentlicht als Foto der Woche oder des Monats.

Bei den Fotos geht es NICHT um technische Perfektion; es sind Schnappschüsse mit einfacher Bridgekamera, die jedoch die Emotionen besonderer Momente vermitteln. Der Nachtreiher ist z.B. unscharf, weil er erst abends fischen geht und die Schwarzstörche sind auch nicht gestochen scharf, weil stark gezoomt wurde: man darf sie nicht stören.

Die Inspiration für Bilder und Fotos kommt vom Wandern

Seit der letzten Ausstellung haben wir als Paar die Gegend erwandert: Zu zweit und bei Hunderten von Wanderungen mit Sepp Kagerer, Klaus Hohn, Joseph Frömter: denn viele geheime Ecken lernt man nur kennen, wenn man sie erwandert. Hinzu kamen etliche Radltouren und Ausflüge.

Unsere REGION erleben wir als SCHöN UND SCHüTZENSWERT

2018 haben wir gleich 2 extrem seltene Arten beobachten und fotografieren können, nämlich, wie bereits gesagt, den Schwarzstorch und den Nachtreiher!

Aber diese Arten sind bedroht. Auch in unserem rottaler Paradies  sterben Pflanzen und Tiere aus. Viele Schmetterling-Arten sind  in unserer Gegend einfach ausgestorben. Darüber gibt es eine traurige Studie vom Experten Walter Sage.

Als wir die Schwarzstörche gesehen und fotografiert haben, sind Dutzende von Autos vorbei gerauscht, ohne dass die Fahrer  etwas von diesem Wunder wahrgenommen hätten.

Aber um diese schützen zu können, ist es wichtig, die heimische Natur kennenzulernen. Denn nur was man kennt, kann man lieben und schützen.

Deswegen ist es für Nadia das schönste Kompliment, wenn jemand sagt: Deine Bilder und Fotos haben mir geholfen, besser hinzuschauen. Sie haben mir die Augen geöffnet.

Wir hoffen, dass die Gemeinden in unserem Landkreis verstehen, welches Kapital und Potenzial sie haben, nicht nur wirtschaftlich und touristisch, sondern dass sie Konzepte entwickeln und partnerschaftlich zusammenarbeiten, um auch die Natur zu erhalten. Eines hängt mit dem anderen zusammen!

Sehr positiv erscheinen uns das geplante Streuobstwiesen-Projekt sowie die Teilnahme von heimischen Landwirten und Produzenten am Projekt Direktvermarktung. So kann gewachsene Kulturlandschaft erhalten werden.

Die Bevölkerung und Kurgäste haben längst verstanden, dass sich in Sachen Arten- und Naturschutz in Bayern etwas ändern muss. Einheimische, Zugereiste und Kurgäste sind meist begeistert, wenn sie blühende Margaritenwiesen und Wildblumen sehen. (Natürlich ohne sogenannte „Düngung“ mit Gülle). Blühende Wiesen größeren Ausmaßes, nicht nur „Blühstreifen“! Diese steigern die Erlebnisqualität eines Parks ganz ohne Zweifel, und mit einem Infoschild kann man einiges tun.

Wir wünschen uns nicht nur ein ländliches Bad, sondern ein blühendes ländliches Bad. Unter dem Motto: Das ländliche Bad blüht! Das wäre auch eine tolle Werbung für Bad Birnbach!

NADIA:

Ich möchte auch noch ganz kurz etwas sagen.  –

1.         Ich danke meinem Mann für die tolle Laudatio!

2.         Ich möchte klarstellen, warum ich hier wieder ausstelle: Ich will zeigen, was es hier noch gibt, weil ich immer öfter resignierte Sprüche höre: „Man kann die Natur nicht retten, die ist eh kaputt. China, Trump entscheiden die Zukunft“. Da dachte ich, ich muss was tun. Denn ob Kiebitze hier erfolgreich brüten, das entscheiden wir, nicht Trump

3.         Ich freue mich, dass so viele Naturfreunde gekommen sind. Das gibt mir Hoffnung. Ich hoffe nämlich, dass wir zusammen ein starkes Netzwerk für die Natur in unserer Gegend bilden. Dies ist nun auch meine Heimat und was man liebt, darum sorgt man sich.

Ich hoffe auf einen blühenden Landkreis und dass wir alle gemeinsam für die Natur streiten; denn nur gemeinsam können wir es schaffen!

Und jetzt noch die positivste Nachricht: Die bayerische Staatsregierung will den Text unseres Volksbegehrens übernehmen! Der heutige Freitag ist somit auch ein Friday for future!

For my English-speaking friends:

Opening of the exhibition « Landscapes and nature in the valley of the Rott in Lower Bavaria » at the cultural centre of Bad Birnbach – Watercolours and photographs

This is the summary of the laudation. The speech was held by Berndt

The scope of the exhibition is to show the beauty and particularities of the local landscapes, flora and fauna. This exhibition is a declaration of love to our region.

We moved to Lower Bavaria in 2016 and found peace and tranquillity in our rural region after surviving in big cities. We are happy to be able to discover every day new landscapes, historical farms, plants, animals and we enjoy meeting people of the region as well as tourists.

The watercolours underline the geometric structure of landscapes and the wavelike fields. The photographs document the wildlife and especially birds that are rare in our surroundings as the Black Stork and the night heron. Unfortunately many species are threatened with extinction. We hope that the nature will be preserved. We can do a lot to preserve our environment but we all have to pull together to achieve the goal.

Rottaler Landschaft

Rottaler Landschaft - Aquarell von Nadia Baumgart
Rottaler Landschaft – Aquarell

Bavarian landscape

Rottaler Landschaft

Charakteristisch für das Rottal ist die weite, leicht geschwungene Landschaft unter einem großen Himmel, bewaldete Hügelkuppen sowie ein Flickenteppich von Äckern und Feldern.

Ich freue mich sehr über das neue Gemeinschaftsprojekt „Streuobstwiesen“ in Bad Birnbach. Es wird helfen, die gewachsene Kulturlandschaft in der Gegend zu erhalten.

PNP-Beitrag Streuobstwiesen in Bad Birnbach März 2019

Natur in Bad Birnbach

Ich LIEBE Natur und Tiere. Oftmals fehlt die Information über regionale Vorkommen. Und ich glaube, man kann Natur besser schützen, wenn man weiß, was da so kreucht und fleucht 🙂

Deswegen freue ich mich sehr, dass mein Beitrag „Achtung Tierbabys!“ im „Kurspatz“, der Infozeitschrift des Kurortes, veröffentlicht wurde:

Natur_in_Bad_Birnbach_Kurspatz_Nadia_Baumgart

Achtung, Tierbabys!

Wussten Sie, dass wir in Bad Birnbach noch eine ungewöhnlich artenreiche Tierwelt haben? Selbst im Kurpark werden immer wieder Wildtiere beobachtet. Gerade im Frühling hat man manchmal das große Glück, einen Blick auf inzwischen selten gewordene Tiere zu erhaschen.

Dass eine Biberfamilie am Weiher am Altrottarm lebt, kann man schon anhand der zahlreichen charakteristischen Spuren erkennen. Biber kriegen ihre Babys im Mai, waren lange in Bayern ausgerottet und sind inzwischen geschützt. Als „Landschaftsgestalter“ schaffen sie wichtigen Lebensraum für viele Pflanzen, Fische, Amphibien, Insekten und Vögel.

Auch eine Fasanenfamilie ist im Kurpark heimisch und führt die Küken in angrenzenden Wiesen und Feldern spazieren; Feldhasen spielen oftmals in der Abenddämmerung im Gras. Auf den Feldern und Wiesen der Umgebung brütet noch der hübsche Kiebitz. Als Bodenbrüter ist er schon ab März ganz besonders in Gefahr, von Menschen oder frei laufenden Hunden aufgestöbert zu werden.

Wenn Sie achtsam durch den Kurpark, den Wald um Bad Birnbach oder an der Rott entlang gehen, gelingt es Ihnen bestimmt, Baumläufer und Kleiber an Stämmen zu sehen oder dem harmonischen Gesang von Mönchsgrasmücke, Stieglitz und Goldammer zu lauschen. Auch der Eisvogel zischt manchmal über Wasserflächen. Welch ein Schauspiel!

Ganz besonders stolz sind wir auf den Besuch eines Nachtreihers im Oktober 2018: der extrem seltene Jungvogel saß ganz still auf einem Ast im Weiher. In ganz Deutschland werden nur noch ca. 20 Brutpaare vermutet, der Nachtreiher wird in der Roten Liste der Brutvögel als „stark gefährdet“ aufgeführt. Dass er in Bad Birnbach gesehen wurde, spricht dafür, dass es hier noch intakte Biotope gibt.

Diese Wildtier-Arten haben es in unserer Welt immer schwerer. Wir alle tragen die Verantwortung, an ihrem Erhalt mitzuwirken, damit unsere Natur auch in Zukunft lebendig bleibe. Denn ein achtsamer Umgang mit unserer Umgebung dient nicht nur den Tierbabys, sondern tut auch Körper, Geist und Seele gut.

Fotos: Nachtreiher im Kurort, Kiebitz mit Nachwuchs in Bad Birnbach

Text und Fotos: Nadia Baumgart

Naturfotografie in Rottal-Inn

I am so happy to have won a photo competition of our county for a calendar! (More in English below)

15-Ringelnatter-kl-Foto-Nadia-Baumgart-09-Juni-2017

Eines meiner Fotos wurde vom Landschaftspflegeverband Rottal-Inn für den Landkreiskalender ausgewählt. Ich freue mich riesig! Gestern fand die Prämierung der Hobbyfotografen gleich zu Beginn des Erntedankfestes des Verbandes in Tann statt, jeder von uns erhielt auch einen der Kalender. Ausgesucht wurde mein Foto einer schwimmenden Ringelnatter. Es erscheint im kleinen Format, ich freue mich trotzdem sehr.

 

 

Besonders schön war es auch, andere naturbegeisterte Fotografen der Region einmal persönlich kennenlernen zu dürfen und deren Werke bewundern zu können. Inspirierend!

Während die sympathische Volksmusikgruppe Zechfreistil spielte und freche bayrische Wirtshauslieder sang, konnte ich es natürlich nicht lassen, ein bisschen zu kritzeln. Musiker eignen sich so gut für das Schnellzeichnen, denn sie können ja nicht weglaufen!

 


Abgesehen davon, gab es eine „Apfelausstellung“, wobei mir ein Apfel ganz besonders gefiel, schon aufgrund seines Namens: der Malerapfel

18_Malerapfel_LPV_Rottal-Inn_Nadia_Baumgart

English: My photo of a swimming grass snake was selected. A nice folk music group played during the award ceremony and I could not help drawing them. There was also a small exhibition of organic apple. The one called “apple of the painter” was obviously my favourite!